Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü

August 2026

Blei im Trinkwasser: Grenzwert und Bleirohre erklärt

Blei im Trinkwasser: Grenzwert und Bleirohre erklärt

Blei kann insbesondere aus alten Trinkwasserleitungen und Bauteilen der Hausinstallation ins Wasser gelangen. Erfahren Sie, welcher Bleigrenzwert aktuell gilt, warum Bleileitungen seit 2026 grundsätzlich entfernt oder stillgelegt sein müssen, wie sich eine Belastung feststellen lässt und welche Rolle Wasserfilter und Umkehrosmose spielen.

Blei im Trinkwasser ist besonders deshalb relevant, weil das Schwermetall nicht zwingend aus dem Wasserwerk stammen muss. Es kann auf den letzten Metern zum Wasserhahn aus alten Bleileitungen, Leitungsteilen oder anderen Bestandteilen der Trinkwasserinstallation in das Wasser gelangen.

Aktuell gilt in Deutschland für Blei ein Trinkwassergrenzwert von 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l. Ab dem 12. Januar 2028 wird dieser Wert auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l abgesenkt.

Kurz erklärt

Blei ist ein gesundheitlich problematisches Schwermetall. In Trinkwasser kann es insbesondere aus alten Bleileitungen und Teilen der Hausinstallation gelangen. Der aktuelle deutsche Grenzwert beträgt 10 µg/l und sinkt ab dem 12. Januar 2028 auf 5 µg/l. Vorhandene Bleileitungen mussten grundsätzlich bis Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Besonders empfindlich gegenüber Blei sind Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder. Blei lässt sich weder schmecken noch mit einem TDS-Messgerät bestimmen.

Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion

Was ist Blei?

Blei ist ein natürlich vorkommendes Schwermetall mit dem chemischen Symbol Pb. Aufgrund seiner technischen Eigenschaften wurde es über lange Zeit in zahlreichen Bereichen eingesetzt.

Dazu gehörten früher auch Trinkwasserleitungen. Das Material ist weich, vergleichsweise leicht formbar und korrosionsbeständig. Gleichzeitig ist Blei gesundheitlich problematisch und kann sich bei wiederholter Aufnahme im menschlichen Körper anreichern.

Wie gelangt Blei ins Trinkwasser?

Bei deutschem Trinkwasser liegt eine wichtige mögliche Bleiquelle innerhalb der Trinkwasserinstallation.

Selbst wenn das Wasser vom Versorger mit einer sehr niedrigen Bleikonzentration bereitgestellt wird, kann sich die Konzentration während des Weges durch ein Gebäude verändern.

Mögliche Quellen innerhalb einer Installation können sein:

  • alte Bleileitungen,
  • kleine verbliebene Teilstücke aus Blei,
  • bestimmte ältere Verbindungselemente,
  • bleihaltige Werkstoffe oder Legierungen in älteren Installationen.

Deshalb gehört Blei in der Trinkwasserverordnung zu den chemischen Parametern, deren Konzentration im Verteilungsnetz einschließlich der Trinkwasserinstallation ansteigen kann.

Wie hoch ist der Grenzwert für Blei im Trinkwasser?

Bis zum Ablauf des 11. Januar 2028 gilt ein Grenzwert von:

0,010 mg/l
beziehungsweise
10 µg/l

Ab dem 12. Januar 2028 gilt ein abgesenkter Grenzwert von:

0,005 mg/l
beziehungsweise
5 µg/l

Warum wird der Bleigrenzwert 2028 weiter abgesenkt?

Die gesundheitliche Bewertung von Blei wurde in den vergangenen Jahrzehnten zunehmend strenger. Besonders relevant sind langfristige Belastungen in niedrigen Konzentrationen.

Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass kein Expositionsniveau gegenüber Blei bekannt ist, das sicher ohne gesundheitliche Auswirkungen ist.

Die gesetzlichen Grenzwerte dienen deshalb dazu, die Bleibelastung aus Trinkwasser so weit wie praktisch und technisch möglich zu begrenzen.

Warum ist Blei besonders für Kinder problematisch?

Besonders empfindlich reagiert das sich entwickelnde Nervensystem.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Blei bei Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern unter anderem die Entwicklung des Nervensystems, die Blutbildung und die Intelligenzentwicklung beeinträchtigen kann.

Besonders geschützt werden sollten deshalb:

  • Ungeborene,
  • Schwangere,
  • Säuglinge,
  • Kleinkinder.

Wichtig bei Bleileitungen

Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wasser, das durch Bleileitungen geflossen ist, für Schwangere, Säuglinge und Kinder bis zum sechsten Lebensjahr nicht zum Trinken oder zur Zubereitung von Speisen zu verwenden. Eine vorhandene Bleileitung muss als Ursache beseitigt und darf nicht lediglich durch einen Wasserfilter kompensiert werden.

Gibt es seit 2026 noch Bleileitungen in Deutschland?

Nach § 17 der Trinkwasserverordnung mussten Betreiber vorhandene Trinkwasserleitungen und Teilstücke aus Blei grundsätzlich bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 entfernen oder stilllegen.

Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass seit diesem Zeitpunkt physisch keine einzige Bleileitung mehr vorhanden sein kann.

Die Trinkwasserverordnung ermöglicht in bestimmten gesetzlich geregelten Fällen eine Fristverlängerung durch das zuständige Gesundheitsamt.

Der Grundsatz bleibt trotzdem eindeutig: Bleileitungen sind für die Trinkwasserversorgung nicht mehr als dauerhafte Installation vorgesehen und müssen entfernt oder stillgelegt werden.

Welche Ausnahmen von der Frist können bestehen?

Die Trinkwasserverordnung sieht eng begrenzte Möglichkeiten vor.

Eine Fristverlängerung kann beispielsweise relevant sein, wenn der Betreiber rechtzeitig vor dem 12. Januar 2026 ein dafür zugelassenes Installationsunternehmen beauftragt hat, dieses den Auftrag jedoch aus Kapazitätsgründen erst später ausführen kann.

Zusätzlich kann das Gesundheitsamt unter besonderen Voraussetzungen bei ausschließlich selbst genutzten Anlagen eine weitergehende Fristverlängerung zulassen.

Ob eine Ausnahme tatsächlich besteht, kann deshalb nicht anhand des Gebäudealters oder einer pauschalen Aussage beurteilt werden.

In welchen Gebäuden können alte Bleirohre vorkommen?

Nach Angaben des Umweltbundesamtes können Bleileitungen insbesondere noch in älteren Gebäuden aus der Zeit vor 1973 relevant sein.

Allerdings besitzt längst nicht jedes vor 1973 errichtete Gebäude Bleirohre. Auch damals wurden bereits andere Materialien wie Kupfer oder verzinkter Stahl verwendet.

In Teilen Bayerns und Baden-Württembergs wurden Bleileitungen bereits deutlich früher nicht mehr eingesetzt.

In Gebäuden, die nach 1973 errichtet wurden, wurden Bleirohre nach Angaben des Umweltbundesamtes nicht mehr als Leitungsmaterial eingesetzt.

Wie kann man eine Bleileitung erkennen?

Eine erste Orientierung kann durch die sichtbaren Leitungen im Gebäude erfolgen. Das Umweltbundesamt nennt unter anderem folgende Merkmale:

  • Bleirohre sind vergleichsweise weich.
  • Die Oberfläche erscheint häufig grau beziehungsweise silbergrau.
  • Das Material lässt sich vergleichsweise leicht einritzen oder abschaben.
  • Alte Leitungsführungen und charakteristische Rohrverbindungen können zusätzliche Hinweise geben.

Bei Unsicherheit sollte jedoch nicht ausschließlich anhand des Aussehens entschieden werden.

Sinnvolle Ansprechpartner sind:

  • Hauseigentümer oder Vermieter,
  • Hausverwaltung,
  • Sanitärfachbetrieb,
  • örtlicher Wasserversorger für den Hausanschluss,
  • Gesundheitsamt.

Können kleine Bleirohrstücke ebenfalls problematisch sein?

Ja.

Auch kleine verbliebene Teilstücke können relevant sein. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass insbesondere die Kombination von Blei mit anderen metallischen Werkstoffen durch galvanische Korrosion zu einer erhöhten Bleifreisetzung führen kann.

Deshalb reicht es nicht, lediglich den größten sichtbaren Abschnitt einer alten Bleileitung auszutauschen und kleine Teilstücke im System zu belassen.

Warum kann Stagnationswasser mehr Blei enthalten?

Je länger Wasser mit einem bleihaltigen Werkstoff in Kontakt steht, desto mehr Blei kann unter ungünstigen Bedingungen in das Wasser übergehen.

Besonders relevant kann deshalb Wasser sein, das beispielsweise über Nacht oder während eines Urlaubs längere Zeit in den Leitungen gestanden hat.

Das Umweltbundesamt empfiehlt unabhängig von einer möglichen Bleibelastung, nach längerer Standzeit das erste Wasser nicht zur Ernährung zu verwenden.

Stattdessen sollte das Wasser laufen, bis es gleichmäßig kühl aus dem Kaltwasserhahn kommt.

Reicht Ablaufenlassen bei vorhandenen Bleirohren aus?

Nein.

Ablaufenlassen kann die Konzentration bestimmter Stoffe nach einer längeren Standzeit reduzieren, beseitigt aber die Bleileitung als dauerhafte Quelle nicht.

Bei vorhandenen Bleileitungen ist die grundlegende Maßnahme deshalb deren vollständige Entfernung beziehungsweise Stilllegung entsprechend der Trinkwasserverordnung.

Kann man Blei im Trinkwasser sehen?

Gelöstes Blei lässt sich nicht zuverlässig anhand des Aussehens des Wassers erkennen.

Klares Wasser kann trotzdem Blei enthalten. Sichtbare Klarheit ist deshalb kein Nachweis für eine niedrige Bleikonzentration.

Kann man Blei im Trinkwasser schmecken oder riechen?

Nein, darauf darf man sich nicht verlassen.

Eine problematische Bleikonzentration kann nicht zuverlässig anhand von Geschmack, Geruch oder Farbe festgestellt werden.

Wer wissen möchte, wie hoch die Bleikonzentration tatsächlich ist, benötigt eine dafür geeignete Analyse.

Wie kann man Blei im Trinkwasser messen?

Für eine belastbare Bestimmung wird eine Wasserprobe mit geeigneten chemisch-analytischen Verfahren untersucht.

Dabei ist nicht nur die Labormethode wichtig. Auch die Art der Probenahme beeinflusst das Ergebnis.

Die Trinkwasserverordnung berücksichtigt deshalb bei Blei ausdrücklich Verfahren wie die gestaffelte Stagnationsbeprobung und definierte Zufallsstichproben.

Wer einen konkreten Bleiverdacht besitzt, sollte die Probennahme deshalb mit einem geeigneten Labor beziehungsweise dem Gesundheitsamt abstimmen und nicht einfach irgendeine Wasserprobe in einem beliebigen Gefäß einsenden.

Kann ein TDS-Messgerät Blei erkennen?

Nein.

Ein handelsübliches TDS- beziehungsweise EC-Messgerät bestimmt die elektrische Leitfähigkeit des Wassers und errechnet daraus einen geschätzten Gesamtwert für gelöste ionische Stoffe.

Das Gerät kann nicht unterscheiden, welche einzelnen Ionen vorhanden sind.

Ein TDS-Wert von beispielsweise 30 ppm, 200 ppm oder 500 ppm beantwortet deshalb nicht die Frage, ob Blei im Wasser vorhanden ist.

Ein sehr niedriger TDS-Wert ist ebenfalls kein Nachweis dafür, dass das Wasser bleifrei ist.

TDS- und EC-Geräte können für andere technische Messaufgaben sinnvoll sein. Entsprechende Geräte finden Sie unter Wassertester.

Kann man Blei durch Abkochen entfernen?

Nein.

Abkochen entfernt Blei nicht aus dem Wasser. Wasser verdampft beim Kochen, während gelöste Schwermetalle im verbleibenden Wasser zurückbleiben können.

Erhitzen ist deshalb keine geeignete Methode zur Entfernung einer Bleibelastung.

Sollte man heißes Leitungswasser zum Kochen verwenden?

Für Getränke und Lebensmittel sollte frisches Wasser aus dem Kaltwasserhahn verwendet und bei Bedarf anschließend erhitzt werden.

Warmes beziehungsweise heißes Wasser kann Stoffe aus Installationsmaterialien unter Umständen stärker lösen als kaltes Wasser.

Dies gilt unabhängig davon, ob tatsächlich Bleileitungen vorhanden sind.

Kann ein Wasserfilter Blei reduzieren?

Technisch können bestimmte dafür ausgelegte und geprüfte Filtersysteme die Bleikonzentration im Wasser reduzieren.

Daraus folgt jedoch nicht, dass ein beliebiger Wasserfilter Blei entfernt.

Ebenso wichtig ist die Ursache der Belastung.

Bei Bleileitungen gilt: Ursache beseitigen

Das Umweltbundesamt rät bei vorhandenen Bleileitungen ausdrücklich davon ab, einen Filter als Lösung des Problems anzusehen. Die Leitung beziehungsweise das bleihaltige Teilstück muss entsprechend den gesetzlichen Vorgaben entfernt oder stillgelegt werden.

Kann Umkehrosmose Blei reduzieren?

Geeignete Umkehrosmosesysteme können Blei reduzieren.

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Viele gelöste Ionen und weitere Stoffe werden dabei in unterschiedlichem Umfang zurückgehalten.

Der anerkannte Standard NSF/ANSI 58 enthält „Lead Reduction“, also die Reduktion von Blei, als optionalen produktspezifischen Prüfclaim für Umkehrosmosesysteme.

Das bedeutet: Ein RO-System kann gezielt auf Bleireduktion geprüft werden. Es bedeutet jedoch nicht, dass automatisch jede Osmoseanlage denselben Bleirückhalt besitzt.

Warum darf man bei Umkehrosmose nicht einfach „entfernt Blei“ behaupten?

Die Leistungsfähigkeit einer Technologie und die geprüfte Leistung eines konkreten Produkts sind zwei unterschiedliche Aussagen.

Bei einer belastbaren Produktangabe sollte deshalb nachvollziehbar sein:

  • welcher Stoff geprüft wurde,
  • welche Ausgangskonzentration verwendet wurde,
  • welche Reduktion erzielt wurde,
  • welcher Prüfstandard verwendet wurde,
  • welche Filter- und Membrankonfiguration geprüft wurde,
  • unter welchen Betriebsbedingungen die Prüfung erfolgte.

Ohne einen solchen Nachweis sollte für ein konkretes Gerät keine pauschale prozentuale Bleireduktion beworben werden.

Warum ersetzt Umkehrosmose keine Bleirohrsanierung?

Weil ein Filter die Ursache nicht entfernt.

Befindet sich eine Bleileitung im Gebäude, bleibt sie auch dann Bestandteil der Trinkwasserinstallation, wenn hinter ihr ein Filter eingebaut wird.

Zusätzlich können andere Zapfstellen weiterhin mit dem belasteten Wasser versorgt werden.

Deshalb gilt die klare Reihenfolge:

  1. Bleiquelle identifizieren.
  2. Bleileitung beziehungsweise bleihaltiges Teilstück entfernen oder stilllegen.
  3. Installation fachgerecht wiederherstellen.
  4. Bei Bedarf Wasser anschließend kontrollieren lassen.
  5. Zusätzliche Wasseraufbereitung getrennt davon nach dem gewünschten Einsatzzweck auswählen.

Was tun, wenn eine Bleileitung vermutet wird?

Ein strukturiertes Vorgehen ist sinnvoll:

  1. Gebäudealter prüfen.
    Besonders bei Gebäuden aus der Zeit vor 1973 sollte das Leitungsmaterial bekannt sein.
  2. Vermieter beziehungsweise Eigentümer fragen.
    Erkundigen Sie sich nach dem Material der Trinkwasserleitungen und gegebenenfalls dem Hausanschluss.
  3. Sichtbare Leitungen fachlich prüfen.
    Bei Unsicherheit kann ein Sanitärfachbetrieb das Leitungsmaterial beurteilen.
  4. Bei Bedarf Wasser analysieren lassen.
    Die Probennahme sollte für die Fragestellung geeignet durchgeführt werden.
  5. Bei vorhandenen Bleileitungen die Ursache beseitigen.
    Maßgeblich sind die Vorgaben der Trinkwasserverordnung und gegebenenfalls des Gesundheitsamtes.

Was tun, wenn der Bleigrenzwert überschritten wird?

Eine bestätigte Grenzwertüberschreitung sollte nicht lediglich mit einem privaten TDS-Test oder einer erneuten ungeplanten Einzelmessung relativiert werden.

Die Ursache muss ermittelt werden.

Liegt sie in einer Bleileitung, muss letztlich die Bleiquelle beseitigt werden.

Betroffene sollten die Hinweise des Gesundheitsamtes, Wasserversorgers beziehungsweise des zuständigen Fachbetriebs beachten.

Ist Wasser aus Bleileitungen für Säuglingsnahrung geeignet?

Nein.

Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass Wasser aus Bleileitungen für die Zubereitung von Säuglingsnahrung nicht geeignet ist.

Das gilt insbesondere auch dann, wenn das Wasser zunächst abgelaufen ist. Ablaufenlassen beseitigt die bleihaltige Leitung nicht als Quelle.

Ist eine Blei-Wasseranalyse auch nach dem Leitungstausch sinnvoll?

Eine Kontrollmessung kann je nach Ausgangssituation sinnvoll sein, insbesondere wenn vorher erhöhte Werte festgestellt wurden oder Unsicherheit über verbliebene Leitungsteile beziehungsweise andere bleihaltige Komponenten besteht.

Die konkrete Probennahme sollte zur Fragestellung passen und gegebenenfalls mit einem geeigneten Labor oder dem Gesundheitsamt abgestimmt werden.

Was hat Blei mit der allgemeinen Trinkwasserqualität in Deutschland zu tun?

Blei zeigt besonders deutlich, warum zwischen der Qualität des bereitgestellten Trinkwassers und der Situation innerhalb eines konkreten Gebäudes unterschieden werden muss.

Das Trinkwasser der öffentlichen Versorgung besitzt in Deutschland insgesamt eine hohe Qualität und wird umfangreich überwacht.

Auf den letzten Metern können jedoch Installationsmaterialien innerhalb eines Gebäudes die Wasserzusammensetzung beeinflussen.

Deshalb kann die Wasseranalyse des Versorgers allein nicht jede mögliche Bleibelastung an einem konkreten Küchenwasserhahn ausschließen.

Welche Rolle kann zusätzliche Wasseraufbereitung spielen?

Eine zusätzliche Point-of-Use-Wasseraufbereitung kann eingesetzt werden, wenn Verbraucher die Zusammensetzung ihres Trinkwassers gezielt verändern möchten.

Umkehrosmoseanlagen können die Konzentration zahlreicher gelöster Stoffe reduzieren.

Bei einer konkreten Bleibelastung aus einer Bleileitung gilt jedoch weiterhin: Die Sanierung der Installation hat Vorrang.

Eine Osmoseanlage darf deshalb nicht als Alternative zum gesetzlich vorgesehenen Austausch beziehungsweise zur Stilllegung von Bleileitungen vermarktet werden.

Wasser gezielt aufbereiten

Wenn keine sanierungsbedürftige Bleileitung die Ursache ist und Sie die Zusammensetzung Ihres Trinkwassers zusätzlich verändern möchten, können Sie unterschiedliche BEM AQUA Osmoseanlagen nach Bauform, Filtertechnik und Funktionen vergleichen.

Osmoseanlagen vergleichen

Blei im Trinkwasser: Was hilft und was nicht?

Maßnahme Einordnung
Bleileitung entfernen Beseitigt die eigentliche Quelle und ist die grundlegende Maßnahme.
Stagnationswasser ablaufen lassen Kann nach längerer Standzeit die Exposition reduzieren, beseitigt aber keine Bleileitung.
Wasser abkochen Entfernt Blei nicht.
TDS-Messgerät Kann Blei nicht spezifisch nachweisen.
Laboranalyse Ermöglicht bei geeigneter Probenahme die quantitative Bestimmung der Bleikonzentration.
Geprüftes RO-System Kann technisch eine Bleireduktion erreichen, wenn das konkrete System dafür geprüft ist. Kein Ersatz für die Entfernung einer Bleileitung.

Häufige Fragen zu Blei im Trinkwasser

Wie hoch ist der Grenzwert für Blei im Trinkwasser?

Bis einschließlich 11. Januar 2028 gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l. Ab dem 12. Januar 2028 sinkt er auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l.

Sind Bleileitungen seit 2026 verboten?

Vorhandene Bleileitungen und Teilstücke mussten nach der Trinkwasserverordnung grundsätzlich bis zum Ablauf des 12. Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. In eng begrenzten Fällen kann das Gesundheitsamt eine gesetzlich vorgesehene Fristverlängerung gewähren.

In welchen Häusern können Bleirohre vorkommen?

Bleirohre können insbesondere in älteren Gebäuden aus der Zeit vor 1973 vorkommen. Allerdings besitzt nicht jedes ältere Gebäude Bleileitungen.

Kann man Blei im Wasser schmecken?

Nein. Geschmack, Geruch und Aussehen des Wassers eignen sich nicht zur zuverlässigen Beurteilung einer Bleibelastung.

Kann ein TDS-Messgerät Blei messen?

Nein. Ein TDS-Messgerät kann Blei nicht spezifisch bestimmen. Für die quantitative Bestimmung ist eine geeignete chemische Analyse notwendig.

Kann man Blei durch Abkochen entfernen?

Nein. Abkochen entfernt Blei nicht aus dem Wasser. Zum Trinken und Kochen sollte bei entsprechender Nutzung frisches Kaltwasser verwendet werden.

Hilft es, das Wasser morgens ablaufen zu lassen?

Nach längerer Standzeit empfiehlt das Umweltbundesamt, das erste Wasser nicht zur Ernährung zu verwenden und es ablaufen zu lassen, bis es gleichmäßig kühl wird. Bei einer Bleileitung ist dies jedoch keine dauerhafte Lösung.

Kann eine Osmoseanlage Blei reduzieren?

Geeignete Umkehrosmosesysteme können Blei reduzieren. NSF/ANSI 58 enthält hierfür einen optionalen Lead-Reduction-Prüfclaim. Für ein konkretes Gerät muss die tatsächliche Reduktionsleistung jedoch nachgewiesen sein.

Reicht eine Osmoseanlage bei Bleirohren aus?

Nein. Eine Osmoseanlage ersetzt die Entfernung oder Stilllegung einer Bleileitung nicht. Die Ursache der Belastung muss fachgerecht beseitigt werden.

Warum sind Säuglinge und Kinder besonders gefährdet?

Das sich entwickelnde Nervensystem reagiert besonders empfindlich auf Blei. Ungeborene, Säuglinge und Kleinkinder gehören deshalb zu den besonders zu schützenden Gruppen.

Woher weiß ich, ob mein Haus Bleileitungen hat?

Prüfen Sie Gebäudealter und vorhandene Unterlagen und fragen Sie Eigentümer, Vermieter oder Hausverwaltung. Bei Unsicherheit kann ein Sanitärfachbetrieb das Leitungsmaterial untersuchen. Eine geeignete Wasseranalyse kann zusätzlich die Bleikonzentration bestimmen.

Ist das Wasser meines Wasserversorgers automatisch bleifrei?

Auch wenn das vom Versorger bereitgestellte Wasser niedrige Bleiwerte besitzt, kann Blei innerhalb einer alten Hausinstallation in das Wasser gelangen. Deshalb ist bei diesem Parameter die konkrete Installation am Gebäude besonders relevant.

Fazit: Bei Blei muss die Quelle beseitigt werden

Blei im Trinkwasser unterscheidet sich von vielen anderen Wasserparametern, weil die Ursache häufig unmittelbar innerhalb eines Gebäudes liegt.

Der aktuelle Grenzwert beträgt 10 µg/l und wird ab Januar 2028 auf 5 µg/l abgesenkt. Gleichzeitig mussten vorhandene Bleileitungen grundsätzlich bereits bis Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden.

Besonders wichtig sind deshalb drei Schritte:

  1. mögliche Bleiquelle identifizieren,
  2. Belastung bei Bedarf fachgerecht analysieren,
  3. Bleileitung beziehungsweise bleihaltige Leitungsteile als Ursache beseitigen.

Technische Wasseraufbereitung kann anschließend eine zusätzliche Rolle spielen. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Blei reduzieren und entsprechende Leistungsclaims lassen sich nach anerkannten Standards prüfen.

Ein Wasserfilter ist jedoch keine Sanierung. Bei einer vorhandenen Bleileitung besteht die richtige Lösung darin, die Bleiquelle dauerhaft aus der Trinkwasserinstallation zu entfernen.

Quellen und weiterführende Informationen