August 2026
Kupfer im Trinkwasser: Grenzwert und Kupferrohre erklärt
Kupfer im Trinkwasser muss differenziert betrachtet werden. Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und gehört natürlicherweise zu unserer Umwelt. Gleichzeitig können zu hohe Kupferkonzentrationen unerwünscht sein.
Eine wichtige mögliche Quelle im Haushalt sind Kupferrohre und andere metallische Komponenten der Trinkwasserinstallation. Das vom Wasserversorger gelieferte Wasser kann deshalb eine deutlich niedrigere Kupferkonzentration besitzen als Wasser, das nach längerer Standzeit aus einem bestimmten Wasserhahn entnommen wird.
Kurz erklärt
Für Kupfer gilt im deutschen Trinkwasser ein Grenzwert von 2,0 mg/l beziehungsweise 2.000 µg/l. Kupfer kann insbesondere aus Kupferleitungen und metallischen Bauteilen der Hausinstallation ins Wasser gelangen. Wie viel Kupfer abgegeben wird, hängt unter anderem von Wasserbeschaffenheit, pH-Wert, Installation und Standzeit ab. Ein TDS-Messgerät kann Kupfer nicht spezifisch messen. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Kupfer reduzieren; eine konkrete Reduktionsleistung muss jedoch für das jeweilige System nachgewiesen sein.
Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion
Was ist Kupfer?
Kupfer ist ein chemisches Element mit dem Symbol Cu und der Ordnungszahl 29. Es kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor und wird seit Jahrtausenden technisch genutzt.
Im menschlichen Körper erfüllt Kupfer ebenfalls wichtige Funktionen. Es ist deshalb ein essentielles Spurenelement.
Kupfer wird unter anderem über Lebensmittel und Trinkwasser aufgenommen. Eine vollständige Entfernung sämtlichen Kupfers aus der Ernährung ist daher weder notwendig noch sinnvoll.
Wann wird Kupfer problematisch?
Entscheidend ist die aufgenommene Menge. Sowohl ein Mangel als auch eine übermäßig hohe Kupferaufnahme können gesundheitlich problematisch sein.
Bei erhöhten Kupferkonzentrationen im Trinkwasser stehen insbesondere akute Magen-Darm-Beschwerden im Mittelpunkt der gesundheitlichen Bewertung.
Die gesetzlichen und gesundheitlichen Bewertungswerte sind deshalb so festgelegt, dass Verbraucher auch bei regelmäßigem Konsum geschützt werden.
Wie hoch ist der Grenzwert für Kupfer im Trinkwasser?
Die deutsche Trinkwasserverordnung legt für Kupfer einen Grenzwert von:
2,0 mg Kupfer pro Liter
beziehungsweise
2.000 µg/l
Auch die Weltgesundheitsorganisation verwendet für Kupfer im Trinkwasser einen Leitwert von 2 mg/l.
Ist Wasser mit weniger als 2 mg/l Kupfer gesundheitlich unbedenklich?
Das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet den deutschen Grenzwert so, dass bei seiner Einhaltung gesundheitliche Beeinträchtigungen auch für Säuglinge und Kleinkinder als besonders empfindliche Gruppen nicht zu erwarten sind.
Daraus folgt gleichzeitig: Kupfer muss nicht vorsorglich aus jedem deutschen Leitungswasser entfernt werden.
Entscheidend ist zunächst die tatsächliche Konzentration.
Woher kommt Kupfer im Trinkwasser?
Kupfer kann grundsätzlich aus verschiedenen Quellen stammen.
Natürliche Quellen
Kupfer kommt natürlicherweise in Gesteinen und Böden vor. Unter bestimmten Bedingungen können geringe Mengen in Grund- oder Oberflächenwasser gelangen.
Menschliche Einträge
Bergbau, Industrie, Landwirtschaft und andere menschliche Aktivitäten können ebenfalls Kupfer in die Umwelt eintragen.
Trinkwasserinstallation
Für deutsche Haushalte besonders relevant ist häufig die Trinkwasserinstallation innerhalb des Gebäudes.
Kupfer wird seit Jahrzehnten als Rohrwerkstoff eingesetzt. Trinkwasser kann während des Kontakts mit diesen Oberflächen Kupferionen aufnehmen.
Ist das Wasserwerk häufig die Ursache hoher Kupferwerte?
Nicht zwingend.
Die Weltgesundheitsorganisation weist darauf hin, dass sich Kupferkonzentrationen während der Wasserverteilung erhöhen können und hohe Werte häufig mit der Korrosion von Kupferinstallationen innerhalb von Gebäuden zusammenhängen.
Deshalb kann die Analyse des Wasserversorgers einen niedrigen Kupferwert ausweisen, während eine Probe an einer bestimmten Entnahmestelle nach längerer Standzeit einen höheren Wert besitzt.
Sind Kupferrohre für Trinkwasser geeignet?
Ja, Kupfer ist ein etablierter Werkstoff für Trinkwasserinstallationen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kupferrohre unabhängig von der Wasserbeschaffenheit überall uneingeschränkt eingesetzt werden können.
Für metallische Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser bestehen technische und hygienische Anforderungen.
Die Eignung eines konkreten Rohrwerkstoffs muss zur örtlichen Wasserzusammensetzung passen.
Warum spielt die Wasserbeschaffenheit bei Kupferrohren eine Rolle?
Trinkwasser ist chemisch nicht überall identisch.
Unterschiede bestehen beispielsweise bei:
- pH-Wert,
- Alkalinität,
- Mineralstoffzusammensetzung,
- organischen Inhaltsstoffen,
- Salzgehalt,
- weiteren korrosionsrelevanten Parametern.
Diese Eigenschaften beeinflussen, wie Trinkwasser mit metallischen Oberflächen reagiert.
Deshalb darf die Frage „Kann ich Kupferrohre verwenden?“ nicht allein anhand eines einzelnen allgemeinen Grenzwerts beantwortet werden.
Welche Rolle spielt der pH-Wert?
Der pH-Wert ist ein wichtiger Einflussfaktor bei der Korrosion und Kupferabgabe.
Insbesondere chemisch ungünstige beziehungsweise korrosive Wasserbeschaffenheiten können eine erhöhte Kupferfreisetzung aus Installationen begünstigen.
Allerdings ist der pH-Wert nicht der einzige relevante Parameter. Die Eignung von Kupferleitungen sollte deshalb anhand der vollständigen Wasseranalyse und der geltenden technischen Regeln beurteilt werden.
Wichtig
Ein pH-Test allein kann nicht feststellen, ob eine Kupferinstallation für ein bestimmtes Wasser dauerhaft geeignet ist. Bei Planung oder Sanierung einer Trinkwasserinstallation sollte ein qualifizierter Fachbetrieb die aktuelle Wasseranalyse des örtlichen Versorgers berücksichtigen.
Warum können neue Kupferrohre zunächst mehr Kupfer abgeben?
Bei einer neuen Kupferinstallation befindet sich die metallische Oberfläche zunächst unmittelbar im Kontakt mit dem Trinkwasser.
Im Laufe des Betriebs können sich auf der Rohrinnenseite Korrosionsprodukte und schützende Deckschichten bilden.
Diese können die weitere Metallabgabe reduzieren.
Deshalb kann die Kupferabgabe insbesondere in der Anfangsphase einer neuen Installation höher sein als nach längerer bestimmungsgemäßer Nutzung.
Was ist eine Deckschicht im Kupferrohr?
Eine Deckschicht ist eine dünne Schicht aus Reaktions- beziehungsweise Korrosionsprodukten auf der inneren Rohrwand.
Eine stabile Deckschicht kann die direkte Wechselwirkung zwischen Trinkwasser und metallischem Kupfer verringern.
Ob eine geeignete Deckschicht entsteht und stabil bleibt, hängt wiederum von der Wasserchemie und den Betriebsbedingungen ab.
Warum ist Stagnationswasser bei Kupfer relevant?
Als Stagnationswasser wird Wasser bezeichnet, das über längere Zeit unbewegt in Leitungen und Armaturen gestanden hat.
Je länger das Wasser mit metallischen Oberflächen in Kontakt steht, desto mehr Zeit besteht für Stoffübergänge zwischen Werkstoff und Wasser.
Deshalb kann Wasser nach mehreren Stunden Standzeit eine andere Kupferkonzentration besitzen als frisch nachströmendes Wasser.
Sollte Wasser morgens zunächst ablaufen?
Nach längeren Standzeiten empfiehlt das Umweltbundesamt grundsätzlich, das erste Wasser nicht unmittelbar zum Trinken oder zur Zubereitung von Lebensmitteln zu verwenden.
Lassen Sie den Kaltwasserhahn laufen, bis das Wasser merklich und gleichmäßig kühl aus der Leitung kommt.
Das ablaufende Wasser kann für geeignete andere Haushaltszwecke genutzt werden.
Warum sollte man zum Kochen kaltes Leitungswasser verwenden?
Für Getränke und Lebensmittel sollte frisches Wasser aus dem Kaltwasserhahn verwendet und anschließend bei Bedarf erhitzt werden.
Warmes Wasser kann mit Installationsmaterialien anders reagieren und gelöste Stoffe unter Umständen stärker aufnehmen.
Auch bei Kupferleitungen ist deshalb frisches Kaltwasser die richtige Ausgangsbasis.
Kann Kupfer das Wasser verfärben?
Bei deutlich erhöhten Konzentrationen beziehungsweise Korrosionsproblemen können blaugrüne Ablagerungen oder Verfärbungen an Armaturen und Sanitärbereichen auftreten.
Solche Beobachtungen können ein Hinweis auf ein technisches Problem sein, ersetzen aber keine Wasseranalyse.
Umgekehrt gilt: Farbloses Wasser ist kein Beweis dafür, dass die Kupferkonzentration niedrig ist.
Kann man Kupfer im Trinkwasser schmecken?
Höhere Kupferkonzentrationen können den Geschmack von Wasser beeinflussen. Die WHO beschreibt bei höheren Konzentrationen einen unerwünschten bitteren beziehungsweise metallischen Geschmack.
Geschmack ist trotzdem kein geeignetes Messverfahren.
Eine Wasserprobe kann den gesetzlichen Grenzwert nur durch eine quantitative chemische Analyse zuverlässig beurteilen.
Welche gesundheitlichen Auswirkungen kann zu viel Kupfer haben?
Kupfer ist lebensnotwendig, kann in zu hohen Mengen aber gesundheitliche Beschwerden verursachen.
Bei einer erhöhten akuten Aufnahme können insbesondere Magen-Darm-Beschwerden auftreten.
Bei außergewöhnlich hoher beziehungsweise längerfristiger Belastung können weitere gesundheitliche Auswirkungen relevant werden.
Für die normale Trinkwasserversorgung ist deshalb der gesetzliche Grenzwert von 2 mg/l maßgeblich.
Ist Kupfer für Säuglinge besonders relevant?
Säuglinge nehmen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht vergleichsweise viel Flüssigkeit auf. Wird Säuglingsnahrung mit Leitungswasser zubereitet, kann die Wasserzusammensetzung deshalb besonders relevant sein.
Nach Angaben des BfR sind bei Einhaltung des Grenzwertes von 2 mg/l jedoch auch für Säuglinge und Kleinkinder keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen aufgrund des Kupfers zu erwarten.
Für die Zubereitung von Säuglingsnahrung sollte frisches Kaltwasser verwendet werden, das zuvor nicht über längere Zeit in der Leitung gestanden hat.
Was gilt bei einem privaten Brunnen und Kupferleitungen?
Bei einer privaten Eigenwasserversorgung ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
Anders als bei einer zentralen Versorgung kann sich die Wasserchemie eines eigenen Brunnens erheblich unterscheiden und muss vom Betreiber entsprechend überwacht werden.
Wird dieses Wasser durch eine Kupferinstallation geführt, sollte geprüft werden, ob der Werkstoff für die konkrete Wasserbeschaffenheit geeignet ist.
Bei Unsicherheit sind eine geeignete Wasseranalyse und fachliche Bewertung sinnvoll.
Wie wird Kupfer im Trinkwasser gemessen?
Für eine belastbare Bestimmung wird Kupfer mit geeigneten chemisch-analytischen Laborverfahren quantitativ gemessen.
Das Ergebnis wird typischerweise in Milligramm oder Mikrogramm pro Liter angegeben.
2,0 mg/l = 2.000 µg/l
Warum ist die Probennahme bei Kupfer wichtig?
Kupfer gehört zu den Stoffen, deren Konzentration sich innerhalb der Trinkwasserinstallation verändern kann.
Eine Probe nach längerer Standzeit kann deshalb ein anderes Ergebnis liefern als eine Probe nach längerem Ablaufenlassen.
Für die Beurteilung von Blei, Kupfer und Nickel verwendet das Umweltbundesamt spezielle Empfehlungen zur Probennahme.
Entscheidend ist bereits vor der Messung die Fragestellung:
- Wie hoch ist der Wert im Versorgungswasser?
- Welchen Einfluss besitzt die Hausinstallation?
- Wie hoch ist die durchschnittliche Belastung?
- Ist eine bestimmte Leitung oder Armatur die Ursache?
Kann ein TDS-Messgerät Kupfer messen?
Nein.
Ein TDS- beziehungsweise EC-Messgerät bestimmt hauptsächlich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.
Daraus berechnet das Gerät einen geschätzten Gesamtwert für gelöste ionische Stoffe.
Es kann jedoch nicht unterscheiden, welche Ionen diesen Messwert verursachen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- Calcium,
- Magnesium,
- Natrium,
- Kalium,
- Chlorid,
- Nitrat,
- Hydrogencarbonat,
- weitere gelöste Ionen.
Das Gerät kann deshalb keine konkrete Kupferkonzentration bestimmen.
Merksatz
Ein TDS-Wert beantwortet nicht die Frage, wie viel Kupfer im Wasser vorhanden ist. Dafür ist eine spezifische Kupferanalyse notwendig.
Geräte zur orientierenden Messung von TDS und elektrischer Leitfähigkeit finden Sie unter Wassertester. Diese Geräte ersetzen keine Kupferanalyse.
Kann ein pH-Messgerät Kupfer erkennen?
Nein.
Der pH-Wert kann ein relevanter Einflussfaktor für die Korrosion einer Kupferinstallation sein. Ein pH-Messgerät bestimmt aber ausschließlich den Säure- beziehungsweise Basencharakter des Wassers.
Es misst keine Kupferkonzentration.
Kann man Kupfer durch Abkochen entfernen?
Nein.
Kochen ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung gelöster Kupferionen.
Beim Erhitzen kann Wasser verdampfen, während gelöste Metalle im verbleibenden Wasser zurückbleiben. Dadurch kann sich ihre Konzentration bei stärkerer Verdunstung sogar erhöhen.
Chemische Belastungen dürfen deshalb nicht mit mikrobiologischen Problemen verwechselt werden.
Entfernt Aktivkohle Kupfer?
Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter sollte nicht pauschal als Kupferfilter betrachtet werden.
Aktivkohle ist besonders für die Adsorption verschiedener organischer Stoffe sowie geruchs- und geschmacksbeeinflussender Verbindungen geeignet.
Speziell entwickelte Filtermedien können zusätzlich Metallionen binden. Daraus folgt aber nicht, dass jeder Aktivkohlefilter eine belastbare Kupferreduktion besitzt.
Entscheidend sind Material und geprüfte Produktleistung.
Kann Ionenaustausch Kupfer reduzieren?
Geeignete Ionenaustauscher können bestimmte gelöste Metallionen aus Wasser entfernen beziehungsweise reduzieren.
Die Wirksamkeit hängt unter anderem vom verwendeten Harz, der Wasserchemie und konkurrierenden Ionen ab.
Auch hier sollte eine konkrete Leistungsangabe auf entsprechenden Prüfdaten beruhen.
Kann Umkehrosmose Kupfer reduzieren?
Ja. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Kupfer reduzieren.
Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Viele gelöste Ionen werden dabei bevorzugt im Konzentratstrom zurückgehalten.
Kupfer gehört zu den Stoffen, für die der Standard NSF/ANSI 58 einen eigenen optionalen Reduktionsclaim vorsieht.
Einen Überblick über BEM AQUA Systeme finden Sie unter Osmoseanlagen.
Was bedeutet „Copper Reduction“ nach NSF/ANSI 58?
NSF/ANSI 58 ist ein Standard für Point-of-Use-Umkehrosmosesysteme.
Neben allgemeinen Anforderungen können konkrete Stoffreduktionsleistungen geprüft werden.
Zu den optionalen Claims gehört ausdrücklich: Copper Reduction, also die Reduktion von Kupfer.
Das ist für Verbraucher und Hersteller ein wichtiger Unterschied.
Eine allgemeine RO-Technologie und eine produktspezifisch geprüfte Kupferreduktion sind nicht dasselbe.
Entfernt jede Osmoseanlage Kupfer zu 99 Prozent?
Nein. Eine pauschale Prozentangabe ist ohne produktspezifischen Nachweis nicht belastbar.
Die tatsächliche Rückhaltung kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- Membrantyp,
- chemische Form des Kupfers,
- pH-Wert,
- Wasserdruck,
- Temperatur,
- Ausgangskonzentration,
- weitere gelöste Stoffe,
- Zustand der Membran,
- gesamte Systemkonstruktion.
Deshalb sollte eine konkrete Kupferreduktion nur auf Grundlage geeigneter Prüfdaten beworben werden.
Was passiert mit Kupfer bei der Umkehrosmose?
Die Umkehrosmose zerstört Kupfer nicht. Das Verfahren trennt Wasser und einen Teil der gelösten Stoffe voneinander.
Kann ein TDS-Test zeigen, ob Kupfer entfernt wurde?
Nicht spezifisch.
Sinkt der TDS-Wert hinter einer RO-Membran deutlich, zeigt dies eine Reduktion vieler leitfähiger gelöster Stoffe insgesamt.
Daraus lässt sich aber nicht ableiten, ob beispielsweise:
- 1,5 mg/l Kupfer im Ausgangswasser vorhanden waren,
- 0,1 mg/l Kupfer im Permeat verbleiben,
- der Grenzwert eingehalten wird,
- eine bestimmte prozentuale Kupferreduktion erreicht wurde.
Für eine konkrete Kupferreduktion müssen entsprechende Vor- und Nachproben spezifisch auf Kupfer untersucht werden.
Was tun bei einem Kupferwert über 2 mg/l?
-
Messung und Probennahme prüfen.
Klären Sie, ob die Probe nach längerer Stagnation oder als frisches Fließwasser entnommen wurde. -
Analyse des Wasserversorgers vergleichen.
Dadurch lässt sich besser beurteilen, ob das Kupfer wahrscheinlich innerhalb des Gebäudes eingetragen wird. -
Hausinstallation prüfen.
Rohrwerkstoffe, Alter, Wasserchemie und mögliche Korrosionsprobleme sind zu berücksichtigen. -
Fachbetrieb einbeziehen.
Bei ungeeigneter oder beschädigter Installation sollte die technische Ursache behoben werden. -
Gesundheitsamt beziehungsweise geeignete Fachstellen berücksichtigen.
Bei einer bestätigten Grenzwertüberschreitung sind die behördlichen Vorgaben maßgeblich. -
Zusätzliche Wasseraufbereitung erst danach beurteilen.
Ein Filtersystem sollte anhand der tatsächlichen Ursache und einer nachgewiesenen Kupferreduktion ausgewählt werden.
Ist der Austausch von Kupferrohren immer notwendig?
Nein.
Eine vorhandene Kupferleitung ist nicht automatisch mangelhaft. Kupfer ist ein etablierter Trinkwasserwerkstoff.
Erst wenn sich zeigt, dass ein Werkstoff für die konkrete Wasserbeschaffenheit ungeeignet ist, eine Installation technische Mängel besitzt oder Grenzwerte nicht eingehalten werden, müssen geeignete Maßnahmen festgelegt werden.
Diese Entscheidung sollte auf Analyse und fachlicher Bewertung beruhen.
Kann ein Wasserfilter eine ungeeignete Kupferinstallation ersetzen?
Ein Wasserfilter sollte nicht dazu genutzt werden, einen technischen Mangel der Trinkwasserinstallation dauerhaft zu überdecken.
Wenn beispielsweise ungeeignete Werkstoffe oder ein Korrosionsproblem die Ursache einer Grenzwertüberschreitung sind, muss diese Ursache fachgerecht bewertet und behoben werden.
Eine Point-of-Use-Wasseraufbereitung kann anschließend eine zusätzliche Maßnahme sein, ersetzt aber nicht automatisch die technische Instandsetzung.
Was hilft bei Kupfer im Trinkwasser?
Umkehrosmose zur gezielten Wasseraufbereitung
Umkehrosmose kann zahlreiche gelöste Ionen reduzieren. Bei einem konkreten Kupferclaim ist jedoch die nachgewiesene Leistung des jeweiligen Systems entscheidend.
Osmoseanlagen vergleichenHäufige Fragen zu Kupfer im Trinkwasser
Wie hoch ist der Grenzwert für Kupfer im Trinkwasser?
In Deutschland gilt ein Grenzwert von 2,0 mg/l beziehungsweise 2.000 µg/l Kupfer.
Ist Kupfer im Trinkwasser grundsätzlich schädlich?
Nein. Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement. Gesundheitlich relevant wird vor allem eine übermäßig hohe Aufnahme.
Woher kommt Kupfer im Leitungswasser?
Eine häufige Quelle sind Kupferleitungen und andere kupferhaltige Komponenten innerhalb der Trinkwasserinstallation. Auch natürliche und andere Umweltquellen sind möglich.
Sind Kupferrohre für Trinkwasser erlaubt?
Ja. Kupfer ist ein etablierter Werkstoff für Trinkwasserinstallationen. Der Einsatz muss jedoch zur konkreten Wasserbeschaffenheit passen und den geltenden technischen Anforderungen entsprechen.
Warum geben neue Kupferrohre mehr Kupfer ab?
Neue Oberflächen stehen zunächst unmittelbar mit dem Trinkwasser in Kontakt. Mit der Zeit können sich schützende Deckschichten bilden, die die weitere Kupferabgabe reduzieren.
Hat der pH-Wert Einfluss auf Kupferrohre?
Ja. Der pH-Wert gehört zu den wichtigen Einflussfaktoren auf Korrosion und Kupferfreisetzung. Für die Werkstoffeignung muss jedoch die gesamte relevante Wasserchemie betrachtet werden.
Sollte man morgens das Wasser ablaufen lassen?
Nach längerer Standzeit sollte Trinkwasser zunächst ablaufen, bis es merklich gleichmäßig kühl aus dem Kaltwasserhahn kommt.
Kann Kupfer Wasser blau oder grün verfärben?
Bei höheren Kupferkonzentrationen beziehungsweise Korrosionsproblemen können blaugrüne Ablagerungen oder Verfärbungen auftreten. Eine sichtbare Veränderung ist jedoch kein Ersatz für eine Wasseranalyse.
Kann man Kupfer im Wasser schmecken?
Höhere Konzentrationen können einen bitteren beziehungsweise metallischen Geschmack verursachen. Geschmack eignet sich jedoch nicht zur zuverlässigen Beurteilung des gesetzlichen Grenzwertes.
Kann ein TDS-Messgerät Kupfer messen?
Nein. Ein TDS-Messgerät kann Kupfer weder identifizieren noch dessen Konzentration bestimmen. Dafür ist eine spezifische Kupferanalyse erforderlich.
Kann ein pH-Messgerät Kupfer messen?
Nein. Der pH-Wert beeinflusst zwar die Wasserchemie und kann für Kupferinstallationen relevant sein, gibt aber keine Auskunft über die tatsächliche Kupferkonzentration.
Kann man Kupfer durch Abkochen entfernen?
Nein. Abkochen entfernt gelöste Kupferionen nicht. Durch Wasserverdunstung kann ihre Konzentration im verbleibenden Wasser sogar steigen.
Entfernt Aktivkohle Kupfer?
Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter besitzt nicht automatisch eine zuverlässige Kupferreduktion. Spezielle Filtermedien können dafür ausgelegt sein, benötigen aber entsprechende Leistungsnachweise.
Kann Umkehrosmose Kupfer reduzieren?
Ja. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Kupfer reduzieren. NSF/ANSI 58 enthält dafür einen optionalen produktspezifischen „Copper Reduction“-Claim.
Entfernt jede Osmoseanlage Kupfer?
Umkehrosmose ist grundsätzlich für die Reduktion gelöster Ionen geeignet. Eine konkrete Kupferreduktion darf jedoch nur für ein System behauptet werden, wenn entsprechende Leistungsdaten vorliegen.
Ist Wasser unterhalb von 2 mg/l für Säuglinge geeignet?
Nach Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung sind bei Einhaltung des Grenzwertes von 2 mg/l auch bei Säuglingen und Kleinkindern keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Kupfer zu erwarten.
Wie finde ich heraus, ob meine Kupferrohre zu viel Kupfer abgeben?
Vergleichen Sie die Analyse des Wasserversorgers mit einer geeigneten Probe an Ihrer Entnahmestelle. Da Stagnation das Ergebnis beeinflussen kann, sollte die Probennahme zur konkreten Fragestellung passen.
Fazit: Kupferrohre sind nicht das Problem – entscheidend ist ihre Eignung für das Wasser
Kupfer ist ein lebensnotwendiges Spurenelement und zugleich ein seit Jahrzehnten verwendeter Werkstoff für Trinkwasserinstallationen.
Deshalb wäre die Aussage „Kupferrohre sind gesundheitsschädlich“ fachlich falsch.
Ebenso falsch wäre jedoch die Annahme, jede Kupferinstallation sei unabhängig von der Wasserbeschaffenheit automatisch geeignet.
Entscheidend sind:
- die tatsächliche Kupferkonzentration,
- die Wasserbeschaffenheit,
- die verwendeten Installationsmaterialien,
- der Zustand der Installation,
- die Standzeit des Wassers,
- eine fachgerechte Probennahme.
Der deutsche Trinkwassergrenzwert beträgt 2 mg/l. Bei seiner Einhaltung sind nach Bewertung des BfR auch bei Säuglingen und Kleinkindern keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Kupfer zu erwarten.
Wird der Grenzwert überschritten, sollte zuerst die Ursache untersucht werden. Ein TDS-Messgerät kann diese Aufgabe nicht übernehmen.
Umkehrosmose kann Kupfer reduzieren und NSF/ANSI 58 sieht hierfür sogar einen eigenen optionalen Prüfclaim vor.
Für BEM AQUA sollte deshalb weiterhin gelten: Keine pauschalen Prozentversprechen, sondern konkrete, nachvollziehbare und produktspezifisch geprüfte Reduktionsleistungen.
Quellen und weiterführende Informationen
- Trinkwasserverordnung – Anlage 2: Chemische Parameter und Kupfergrenzwert
- Umweltbundesamt – Probennahme für Blei, Kupfer und Nickel
- Umweltbundesamt – Trinkwasserinstallation und metallische Werkstoffe
- Umweltbundesamt – Bewertungsgrundlagen für Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Aufnahme von Kupfer
- World Health Organization – Copper in drinking-water
- NSF – NSF/ANSI 58 Reverse Osmosis Drinking Water Treatment Systems
- CDC – Copper in Drinking Water and Treatment Options