August 2026
Leitungswasser in Deutschland: Wie gut ist die Qualität?
Leitungswasser besitzt in Deutschland insgesamt eine hohe Qualität. Es unterliegt der Trinkwasserverordnung und wird von Wasserversorgern sowie den zuständigen Behörden regelmäßig untersucht. Die bundesweiten Daten zeigen, dass die gesetzlichen Qualitätsanforderungen in den großen deutschen Wasserversorgungsgebieten bei nahezu allen untersuchten Parametern sehr zuverlässig eingehalten werden.
Trotzdem ist die Frage „Wie gut ist mein Leitungswasser?“ nicht ausschließlich mit einem bundesweiten Durchschnittswert zu beantworten. Die regionale Wasserzusammensetzung unterscheidet sich, und auf den letzten Metern zwischen Hausanschluss und Wasserhahn kann auch die Trinkwasserinstallation im Gebäude Einfluss auf das Wasser nehmen.
Kurz erklärt
Deutsches Leitungswasser ist grundsätzlich streng reguliert und wird umfangreich kontrolliert. Im bundesweiten Berichtszeitraum 2020 bis 2022 wurden bei den größeren Wasserversorgungsgebieten nahezu alle untersuchten mikrobiologischen und chemischen Qualitätsanforderungen mit Ausnahme weniger Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe zu mehr als 99 Prozent eingehalten. Die individuelle Wasserqualität am Wasserhahn kann zusätzlich von der Hausinstallation, den verwendeten Materialien und längeren Standzeiten des Wassers beeinflusst werden.
Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion
Wie gut ist Leitungswasser in Deutschland?
Das Umweltbundesamt bewertet das Trinkwasser größerer deutscher Wasserversorger als gut bis sehr gut.
Der derzeit veröffentlichte bundesweite Qualitätsbericht von Bundesgesundheitsministerium und Umweltbundesamt umfasst die Jahre 2020 bis 2022. Berücksichtigt wurden mehr als 2.500 große Wasserversorgungsgebiete.
Im Jahr 2022 versorgten diese Gebiete rund 74,1 Millionen Menschen und damit ungefähr 89 Prozent der Bevölkerung.
Bei nahezu allen im Bericht betrachteten mikrobiologischen und chemischen Qualitätsparametern wurden die Anforderungen zu mehr als 99 Prozent eingehalten. Grenzwertüberschreitungen kamen nur vereinzelt vor.
Wichtig für die Einordnung
Eine hohe allgemeine Trinkwasserqualität bedeutet nicht, dass jedes Wasser in Deutschland dieselbe chemische Zusammensetzung besitzt. Wasserhärte, Mineralstoffgehalt, Leitfähigkeit und weitere Parameter können sich regional deutlich unterscheiden, obwohl das Wasser die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Wer legt fest, welche Qualität Trinkwasser haben muss?
Die zentrale rechtliche Grundlage ist die Verordnung über die Qualität von Wasser für den menschlichen Gebrauch, kurz Trinkwasserverordnung oder TrinkwV.
Die aktuelle Neufassung trat am 24. Juni 2023 in Kraft und setzt wesentliche Anforderungen der europäischen Trinkwasserrichtlinie in deutsches Recht um.
Die Trinkwasserverordnung enthält unter anderem:
- mikrobiologische Anforderungen,
- chemische Grenzwerte,
- Indikatorparameter,
- Vorgaben zur Trinkwasseruntersuchung,
- Pflichten der Wasserversorger,
- Anforderungen an die Trinkwasserinstallation,
- Informationspflichten gegenüber Verbrauchern,
- Regelungen zum Umgang mit Grenzwertüberschreitungen.
Was bedeutet „Grenzwert“ beim Trinkwasser?
Ein Grenzwert legt die maximal zulässige Konzentration eines bestimmten geregelten Parameters im Trinkwasser fest.
Die Trinkwasserqualität wird deshalb nicht anhand eines einzigen Gesamtwertes beurteilt. Stattdessen werden zahlreiche unterschiedliche mikrobiologische, chemische und physikalisch-chemische Parameter betrachtet.
Genau deshalb lässt sich die Trinkwasserqualität auch nicht vollständig mit einem einfachen TDS-Messgerät oder einem einzelnen pH-Wert bestimmen.
Welche Grenzwerte sind besonders bekannt?
Die Trinkwasserverordnung enthält eine große Zahl unterschiedlicher Parameter. Einige häufig diskutierte Beispiele sind:
Die Tabelle zeigt nur eine Auswahl. Für eine vollständige rechtliche Bewertung sind die jeweils geltenden Anlagen der Trinkwasserverordnung maßgeblich.
Was ist seit 2026 bei PFAS im Trinkwasser neu?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dabei handelt es sich um eine sehr große Gruppe künstlich hergestellter fluorierter Verbindungen.
Die neu gefasste Trinkwasserverordnung hat erstmals verbindliche PFAS-Grenzwerte eingeführt.
Seit dem 12. Januar 2026 gilt für den Parameter Summe PFAS-20 ein Grenzwert von 100 Nanogramm pro Liter.
Ab dem 12. Januar 2028 kommt zusätzlich der Parameter Summe PFAS-4 hinzu. Für die vier besonders betrachteten Verbindungen PFHxS, PFOS, PFOA und PFNA gilt dann zusammen ein Grenzwert von 20 Nanogramm pro Liter.
Damit wird die Überwachung von PFAS im Trinkwasser deutlich erweitert.
Ist Nitrat im deutschen Leitungswasser ein Problem?
Nitrat ist insbesondere beim Grundwasserschutz ein bedeutendes Umweltthema. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dieselbe Belastung beim fertigen Trinkwasser aus dem Wasserhahn vorliegt.
Für Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 50 mg Nitrat pro Liter.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes sind Überschreitungen dieses Grenzwertes beim zentral bereitgestellten Trinkwasser inzwischen sehr selten. Seit 2017 liegt die Überschreitungsrate der Messwerte im Bereich von ungefähr 0,01 bis 0,04 Prozent.
Das zeigt einen wichtigen Unterschied: Rohwasser beziehungsweise Grundwasser und fertig aufbereitetes Trinkwasser sind nicht dasselbe.
Warum kann Grundwasser belastet sein, obwohl Trinkwasser den Grenzwert einhält?
Wasserversorger können unterschiedliche Maßnahmen einsetzen, damit das abgegebene Trinkwasser die gesetzlichen Anforderungen erfüllt.
Dazu können je nach örtlicher Situation beispielsweise gehören:
- Auswahl geeigneter Wassergewinnungsgebiete,
- Mischung verschiedener Rohwässer,
- technische Wasseraufbereitung,
- Schutzmaßnahmen im Einzugsgebiet.
Deshalb dürfen Daten über die Grundwasserbelastung nicht ungeprüft als Werte für das Wasser am Küchenwasserhahn dargestellt werden.
Welche Rolle spielt Blei im Trinkwasser?
Blei ist ein gutes Beispiel dafür, warum die Wasserqualität nicht ausschließlich am Ausgang des Wasserwerks betrachtet werden darf.
Blei kann insbesondere aus alten Trinkwasserleitungen oder bestimmten alten Bauteilen innerhalb der Gebäudeinstallation in das Wasser gelangen.
Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass Bleirohre vor allem noch in älteren Gebäuden aus der Zeit vor 1973 vorkommen können.
Nach der aktuellen Trinkwasserverordnung mussten vorhandene Bleileitungen beziehungsweise entsprechende Teilstücke grundsätzlich bis Januar 2026 entfernt oder stillgelegt werden. Für einzelne gesetzlich definierte Fälle bestehen besondere Regelungen.
Welcher Grenzwert gilt für Blei?
Der derzeitige Grenzwert beträgt 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l.
Ab dem 12. Januar 2028 wird er auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l abgesenkt.
Bei vorhandenen Bleileitungen
Eine Filterlösung sollte nicht als dauerhafter Ersatz für die Beseitigung einer bleihaltigen Trinkwasserinstallation betrachtet werden. Die Ursache muss fachgerecht behoben werden. Bei Unsicherheit über das Leitungsmaterial können Vermieter, Eigentümer, Fachbetriebe oder das örtliche Gesundheitsamt weiterhelfen.
Wo endet die Verantwortung des Wasserversorgers?
Für Verbraucher ist wichtig, zwischen öffentlicher Wasserversorgung und der Trinkwasserinstallation im Gebäude zu unterscheiden.
Vereinfacht betrachtet liefert der Wasserversorger Trinkwasser bis zum Gebäude beziehungsweise zur Übergabestelle. Innerhalb des Gebäudes fließt das Wasser anschließend durch Rohre, Armaturen und weitere Bauteile der privaten Trinkwasserinstallation.
Auf diesen letzten Metern kann sich die Wasserzusammensetzung verändern.
Was kann die Hausinstallation beeinflussen?
Relevant können unter anderem sein:
- Alter der Rohrleitungen,
- verwendete Rohr- und Armaturenmaterialien,
- Korrosion,
- lange Standzeiten des Wassers,
- Temperaturen innerhalb der Installation,
- unzureichend betriebene Warmwassersysteme,
- ungeeignete oder schlecht gewartete zusätzliche Wasserbehandlungsgeräte.
Deshalb kann eine Analyse des Wasserversorgers die chemische Situation innerhalb eines bestimmten Gebäudes nicht in jedem Detail abbilden.
Was ist Stagnationswasser?
Stagnationswasser ist Wasser, das über längere Zeit unbewegt in einer Leitung oder Armatur gestanden hat.
Typische Situationen sind:
- über Nacht,
- nach einem Arbeitstag,
- nach einem Wochenende,
- nach einem Urlaub,
- in selten genutzten Zapfstellen.
Während dieser Zeit können sich beispielsweise Stoffe aus Installationsmaterialien stärker im Wasser anreichern.
Sollte man Wasser morgens kurz laufen lassen?
Das Umweltbundesamt empfiehlt, Wasser, das mehrere Stunden in der Leitung gestanden hat, vor der Verwendung zum Trinken oder Kochen ablaufen zu lassen, bis es gleichmäßig kühl aus dem Wasserhahn kommt.
Dieses Wasser muss nicht zwingend ungenutzt in den Abfluss fließen. Es kann beispielsweise zum Putzen oder Blumengießen verwendet werden, sofern dies im Einzelfall geeignet ist.
Sollte man warmes Leitungswasser zum Kochen verwenden?
Für Getränke und Lebensmittel sollte grundsätzlich frisches Wasser aus dem Kaltwasserhahn verwendet werden.
Warmwasser durchläuft innerhalb des Gebäudes andere technische Bereiche und kann längere Zeit in Warmwasserspeichern oder Leitungen gestanden haben.
Was bedeutet Wasserhärte?
Wasserhärte beschreibt im Wesentlichen den Gehalt bestimmter Erdalkali-Ionen, insbesondere Calcium und Magnesium.
Die Wasserhärte kann sich regional deutlich unterscheiden. Hartes Wasser ist deshalb nicht automatisch schlechtes oder gesundheitlich unsicheres Trinkwasser.
Hohe Wasserhärte ist im Haushalt vor allem technisch relevant, weil sie Kalkablagerungen beispielsweise in Wasserkochern, Kaffeemaschinen und an Armaturen begünstigen kann.
Ist kalkhaltiges Leitungswasser gesundheitsschädlich?
Hartes beziehungsweise kalkhaltiges Trinkwasser ist nicht allein aufgrund seiner Härte gesundheitsschädlich.
Calcium und Magnesium sind natürliche Bestandteile vieler Trinkwässer. Wasserhärte ist deshalb primär eine technische und sensorische Eigenschaft.
Was sagt der TDS-Wert über Leitungswasser aus?
TDS steht für „Total Dissolved Solids“ und soll die Gesamtmenge gelöster Stoffe beschreiben.
Ein handelsübliches elektronisches TDS-Messgerät ermittelt diese Stoffe normalerweise nicht direkt. Es misst die elektrische Leitfähigkeit und berechnet daraus einen geschätzten TDS-Wert.
Ein höherer TDS-Wert bedeutet deshalb nicht automatisch „schlechtes Wasser“. Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium, Natrium und Hydrogencarbonat können den Wert ebenfalls erhöhen.
Umgekehrt bedeutet ein niedriger TDS-Wert nicht automatisch, dass keinerlei unerwünschte Stoffe vorhanden sind.
Geeignete Geräte zur orientierenden Messung von Leitfähigkeit beziehungsweise TDS finden Sie unter Wassertester.
Kann man Leitungswasser zuhause selbst auf Schadstoffe testen?
Nur eingeschränkt.
Einfache Messgeräte können beispielsweise Parameter wie elektrische Leitfähigkeit, TDS oder je nach Gerät den pH-Wert orientierend bestimmen.
Für konkrete Fragen wie:
- Ist Blei in meinem Wasser?
- Wie viel Nitrat enthält es?
- Sind PFAS vorhanden?
- Gibt es eine mikrobiologische Belastung?
- Welche Schwermetalle sind vorhanden?
sind geeignete analytische Untersuchungen notwendig.
Wo finde ich die Wasserwerte für meinen Wohnort?
Der erste Ansprechpartner ist der örtliche Wasserversorger. Wasserversorger müssen Verbraucher über die Qualität des bereitgestellten Trinkwassers informieren.
Viele Versorger veröffentlichen auf ihrer Website aktuelle Wasseranalysen oder ermöglichen eine Suche anhand von Adresse, Postleitzahl oder Versorgungsgebiet.
Typische Angaben umfassen:
- Wasserhärte,
- Calcium und Magnesium,
- Nitrat,
- Natrium,
- Chlorid,
- Sulfat,
- pH-Wert,
- Leitfähigkeit,
- weitere gesetzlich relevante Parameter.
Wann ist eine eigene Wasseranalyse sinnvoll?
Eine individuelle Untersuchung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn eine konkrete Fragestellung besteht.
Beispiele sind:
- Verdacht auf alte Bleileitungen,
- auffälliger Geschmack oder Geruch,
- sichtbare Veränderungen des Wassers,
- private Brunnenversorgung,
- bekannte Probleme innerhalb der Hausinstallation,
- konkreter Verdacht auf einen bestimmten Stoff.
Bei gesundheitlich relevanten Fragestellungen sollte die Untersuchung durch ein dafür geeignetes beziehungsweise zugelassenes Labor erfolgen.
Braucht man in Deutschland einen Wasserfilter?
Für ordnungsgemäß bereitgestelltes Trinkwasser besteht keine allgemeine gesundheitliche Notwendigkeit, in jedem deutschen Haushalt einen zusätzlichen Wasserfilter einzusetzen.
Das bedeutet jedoch nicht, dass zusätzliche Wasseraufbereitung grundsätzlich sinnlos wäre.
Verbraucher können ihr Wasser beispielsweise gezielt aufbereiten, wenn sie:
- den Gehalt vieler gelöster Stoffe reduzieren möchten,
- eine bestimmte Wasserzusammensetzung wünschen,
- die Wasserhärte im Trink- und Küchenwasser deutlich reduzieren möchten,
- für bestimmte Stoffe ein entsprechend geprüftes Aufbereitungssystem einsetzen möchten,
- besondere Anforderungen an Kaffee, Tee oder andere Anwendungen haben,
- zusätzliche Funktionen wie Wasserstofftechnologie oder Temperierung wünschen.
Was verändert eine Umkehrosmoseanlage?
Eine Osmoseanlage arbeitet mit einer semipermeablen RO-Membran.
Sie kann die Konzentration zahlreicher gelöster Salze und Ionen deutlich reduzieren. Je nach konkretem und entsprechend geprüftem System können auch weitere Stoffe reduziert werden.
Dabei werden allerdings auch natürlich vorkommende Mineralionen wie Calcium und Magnesium reduziert.
Umkehrosmose sollte deshalb sachlich als gezielte Veränderung der Wasserzusammensetzung verstanden werden und nicht als notwendige „Rettung“ grundsätzlich schlechten deutschen Leitungswassers.
Kann eine Osmoseanlage eine schlechte Hausinstallation lösen?
Nein, die Ursache eines Problems innerhalb der Trinkwasserinstallation sollte grundsätzlich beseitigt werden.
Wenn beispielsweise Bleileitungen vorhanden sind, ist deren fachgerechte Entfernung beziehungsweise Stilllegung die grundlegende Maßnahme.
Gleiches gilt bei hygienischen Problemen oder technischen Mängeln innerhalb der Installation.
Ein Wasserfilter darf eine notwendige Sanierung nicht ersetzen.
Ist gefiltertes Wasser automatisch besser?
Nein. „Gefiltert“ ist zunächst nur eine Beschreibung eines technischen Vorgangs.
Entscheidend ist:
- welcher Filter eingesetzt wird,
- welche Stoffe reduziert werden sollen,
- ob die Leistung dafür geprüft wurde,
- ob das System richtig installiert ist,
- ob Filter rechtzeitig gewechselt werden,
- ob das gesamte System hygienisch betrieben wird.
Ein schlecht gewarteter Wasserfilter kann selbst zum technischen oder hygienischen Problem werden.
Wann kann eine Osmoseanlage sinnvoll sein?
Eine Umkehrosmoseanlage kann eine sinnvolle zusätzliche Wasseraufbereitung sein, wenn die Entscheidung auf einer konkreten Zielsetzung basiert.
Beispielsweise:
- gezielte Reduktion vieler gelöster Stoffe,
- deutliche Reduktion von Calcium und Magnesium im Trinkwasser,
- niedriger TDS-Wert für bestimmte Anwendungen,
- nachgewiesene Reduktion eines bestimmten Stoffes durch ein dafür geprüftes System,
- Wunsch nach bestimmten Komfortfunktionen.
Wasser gezielt zuhause aufbereiten
Wenn Sie die Zusammensetzung Ihres Trinkwassers gezielt verändern möchten, können Sie unterschiedliche BEM AQUA Osmoseanlagen nach Bauform, Filtertechnik und Funktionen vergleichen.
Osmoseanlagen vergleichenLeitungswasser beurteilen: die sinnvolle Reihenfolge
-
Werte des örtlichen Wasserversorgers prüfen.
Damit erhalten Sie einen Überblick über die Zusammensetzung des bereitgestellten Trinkwassers. -
Hausinstallation berücksichtigen.
Besonders bei älteren Gebäuden sollte bekannt sein, welche Leitungs- und Armaturenmaterialien verbaut sind. -
Bei konkretem Verdacht gezielt analysieren.
Ein Labor kann einzelne Stoffe wesentlich zuverlässiger bestimmen als einfache Handmessgeräte. -
Erst danach das Ziel der Wasseraufbereitung bestimmen.
Soll Wasser enthärtet, der TDS-Wert reduziert oder ein bestimmter Stoff gezielt reduziert werden? -
Passendes Verfahren auswählen.
Aktivkohle, Ionenaustausch, Umkehrosmose und UV erfüllen unterschiedliche Aufgaben.
Häufige Fragen zur Leitungswasserqualität in Deutschland
Kann man Leitungswasser in Deutschland trinken?
Leitungswasser aus der öffentlichen Versorgung besitzt in Deutschland grundsätzlich eine hohe Qualität und unterliegt den Anforderungen der Trinkwasserverordnung. Die individuelle Hausinstallation kann die Qualität am Wasserhahn jedoch zusätzlich beeinflussen.
Ist deutsches Leitungswasser das am strengsten kontrollierte Lebensmittel?
Trinkwasser wird in Deutschland umfangreich und gesetzlich geregelt überwacht. Pauschale Superlative wie „das am strengsten kontrollierte Lebensmittel“ sind jedoch für eine fachliche Darstellung nicht notwendig. Entscheidend sind die konkreten Anforderungen und Überwachungsverfahren der Trinkwasserverordnung.
Enthält deutsches Leitungswasser Schadstoffe?
Trinkwasser kann verschiedene natürliche und anthropogene Stoffe in sehr geringen Konzentrationen enthalten. Die Trinkwasserverordnung legt für zahlreiche relevante Parameter Grenzwerte fest. Das Vorhandensein eines Stoffes bedeutet deshalb nicht automatisch, dass eine gesundheitlich problematische Konzentration vorliegt.
Wie hoch darf Nitrat im Leitungswasser sein?
Der Grenzwert für Nitrat beträgt 50 mg/l. Überschreitungen dieses Grenzwertes sind beim zentral bereitgestellten Trinkwasser in Deutschland sehr selten.
Welche PFAS-Grenzwerte gelten seit 2026?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe PFAS-20 ein Grenzwert von 100 ng/l. Ab dem 12. Januar 2028 kommt zusätzlich für die Summe PFAS-4 ein Grenzwert von 20 ng/l hinzu.
Wie hoch ist der Grenzwert für Blei?
Derzeit gilt ein Grenzwert von 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l. Ab dem 12. Januar 2028 sinkt der Grenzwert auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l.
Kann die Hausleitung das Leitungswasser verändern?
Ja. Rohrleitungen, Armaturen, Korrosion, Stagnation und weitere Eigenschaften der Trinkwasserinstallation können die Wasserqualität zwischen Hausanschluss und Wasserhahn beeinflussen.
Soll man morgens Wasser ablaufen lassen?
Wasser, das mehrere Stunden in einer Leitung gestanden hat, sollte vor der Verwendung zum Trinken oder Kochen ablaufen, bis es gleichmäßig kühl aus dem Kaltwasserhahn kommt.
Ist hartes Leitungswasser schlecht?
Nein. Hohe Wasserhärte bedeutet vor allem, dass vergleichsweise viel Calcium und Magnesium vorhanden ist. Hartes Wasser kann Kalkablagerungen begünstigen, ist aber allein wegen seiner Härte nicht gesundheitlich bedenklich.
Kann ein TDS-Messgerät feststellen, ob Leitungswasser gesund ist?
Nein. Ein TDS-Messgerät kann die elektrische Leitfähigkeit erfassen und daraus einen TDS-Wert abschätzen. Es kann nicht feststellen, ob beispielsweise Blei, Nitrat, PFAS oder Bakterien vorhanden sind.
Braucht jeder Haushalt eine Osmoseanlage?
Nein. Für ordnungsgemäß bereitgestelltes deutsches Trinkwasser besteht keine allgemeine gesundheitliche Notwendigkeit für eine zusätzliche Osmoseanlage. Umkehrosmose kann dennoch eingesetzt werden, wenn die Wasserzusammensetzung gezielt verändert werden soll.
Fazit: Deutsches Leitungswasser ist sehr gut kontrolliert – die individuelle Situation bleibt relevant
Die bundesweiten Daten zeigen ein klares Bild: Das Trinkwasser der größeren deutschen Wasserversorger besitzt insgesamt eine hohe bis sehr hohe Qualität.
Gleichzeitig sollte zwischen drei Ebenen unterschieden werden:
- Qualität des Rohwassers
- Qualität des vom Wasserversorger bereitgestellten Trinkwassers
- Qualität am tatsächlichen Wasserhahn nach Durchlaufen der Hausinstallation
Diese Unterscheidung verhindert zwei gleichermaßen falsche Extreme:
Weder ist deutsches Leitungswasser pauschal „voller Schadstoffe“, noch kann eine allgemeine bundesweite Statistik jede individuelle Gebäudeinstallation beurteilen.
Wer seine Wasserqualität genauer verstehen möchte, sollte deshalb zunächst die Analyse seines örtlichen Wasserversorgers prüfen, die eigene Trinkwasserinstallation berücksichtigen und bei konkreten Fragen gezielt analysieren lassen.
Eine zusätzliche Wasseraufbereitung sollte anschließend auf Grundlage eines klaren Ziels ausgewählt werden – nicht aufgrund pauschaler Angst vor Leitungswasser.
Quellen und weiterführende Informationen
- Umweltbundesamt – Qualität des Trinkwassers aus zentralen Versorgungsanlagen
- Bundesministerium für Gesundheit – Neue Trinkwasserverordnung
- Bundesministerium der Justiz und Bundesamt für Justiz – Trinkwasserverordnung
- Trinkwasserverordnung – Anlage 2: Chemische Parameter
- Trinkwasserverordnung – Anlage 3: Indikatorparameter
- Umweltbundesamt – Bleirohre und Blei im Trinkwasser
- Umweltbundesamt – Fragen und Antworten zu PFAS
- Umweltbundesamt – Trinkwasser aus der Leitung