Zum Hauptinhalt springen Zur Suche springen Zur Hauptnavigation springen
Menü

August 2026

Nickel im Trinkwasser: Grenzwert, Ursachen und Filterung

Nickel im Trinkwasser: Grenzwert, Ursachen und Filterung

Nickel kann insbesondere aus Armaturen und anderen metallischen Bauteilen der Hausinstallation ins Trinkwasser gelangen. Erfahren Sie, welcher Grenzwert gilt, warum Stagnationswasser relevant ist, wie Nickel zuverlässig gemessen wird und welche Rolle Umkehrosmose bei der Reduktion spielen kann.

Nickel im Trinkwasser kann unterschiedliche Ursachen haben. Das Metall kommt natürlicherweise in der Umwelt vor, kann aber auch auf den letzten Metern zwischen Hausanschluss und Wasserhahn in das Trinkwasser gelangen.

Besonders relevant sind dabei bestimmte verchromte beziehungsweise vernickelte Armaturen und andere metallische Bauteile. Nach längeren Standzeiten kann sich deshalb die Nickelkonzentration unmittelbar am Wasserhahn erhöhen.

Kurz erklärt

Für Nickel gilt im deutschen Trinkwasser ein Grenzwert von 20 µg/l beziehungsweise 0,020 mg/l. Eine häufige Quelle erhöhter Nickelwerte sind bestimmte verchromte Armaturen nach längeren Standzeiten des Wassers. Nickel lässt sich weder mit einem TDS-Messgerät noch zuverlässig über Geschmack, Geruch oder Aussehen erkennen. Für die quantitative Bestimmung ist eine geeignete Laboranalyse erforderlich. Umkehrosmose kann gelöste Metallionen reduzieren, eine konkrete Nickelreduktion sollte für das jeweilige Filtersystem jedoch produktspezifisch nachgewiesen werden.

Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion

Was ist Nickel?

Nickel ist ein chemisches Element mit dem Symbol Ni und der Ordnungszahl 28. Das Metall kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor und wird aufgrund seiner technischen Eigenschaften in zahlreichen Legierungen und metallischen Werkstoffen eingesetzt.

Besonders bekannt ist Nickel als Bestandteil von:

  • Edelstahl,
  • Nickellegierungen,
  • Beschichtungen,
  • Armaturen,
  • technischen Bauteilen.

Dadurch kann Nickel sowohl aus natürlichen Quellen als auch aus Materialien, die mit Trinkwasser in Kontakt kommen, in das Wasser gelangen.

Wie hoch ist der Grenzwert für Nickel im Trinkwasser?

Die deutsche Trinkwasserverordnung legt für Nickel einen Grenzwert von:

0,020 mg/l
beziehungsweise
20 µg/l

Der Grenzwert muss an der Stelle eingehalten werden, an der das Trinkwasser den Verbraucherinnen und Verbrauchern zur Verfügung gestellt wird.

Woher kommt Nickel im Trinkwasser?

Grundsätzlich sind mehrere Quellen möglich.

Natürliche Quellen

Nickel kommt natürlicherweise in Gesteinen und Böden vor. Unter bestimmten geologischen und chemischen Bedingungen kann Nickel in Grundwasser gelangen.

Menschliche Einträge

Industrielle Prozesse und andere anthropogene Einträge können Nickel ebenfalls in die Umwelt einbringen.

Trinkwasserinstallation

Für Haushalte besonders relevant ist die Möglichkeit, dass Nickel erst innerhalb des Gebäudes ins Trinkwasser gelangt.

Wasserhähne, Eckventile und andere Bauteile können nickelhaltige Oberflächen beziehungsweise Beschichtungen besitzen.

Warum können verchromte Armaturen Nickel abgeben?

Küchen- und Sanitärarmaturen bestehen häufig aus einem Grundkörper aus einer Metalllegierung. Für Optik und Korrosionsschutz können die Oberflächen anschließend beschichtet werden.

Ein verbreiteter Aufbau besteht darin, zunächst eine nickelhältige Schicht und anschließend eine Chromschicht aufzubringen.

Je nach Produktionsverfahren kann Nickel dabei auch auf innere Oberflächen gelangen, die später mit Trinkwasser in Kontakt kommen.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass entsprechende Bauteile Nickel in Trinkwasser abgeben können.

Warum ist Nickel besonders nach längerer Standzeit relevant?

Bleibt Wasser über mehrere Stunden in einer Armatur stehen, hat es länger Kontakt mit den wasserberührten Oberflächen.

Dadurch kann sich die Konzentration materialbürtiger Stoffe im sogenannten Stagnationswasser erhöhen.

Für Nickel ist dieser Effekt besonders deutlich: Das Umweltbundesamt beschreibt erhöhte Konzentrationen insbesondere in den ersten ungefähr 0,2 Litern nach längeren Standzeiten.

Praktischer Hinweis

Wasser, das längere Zeit in einer Trinkwasserinstallation gestanden hat, sollte nicht unmittelbar zum Trinken oder zur Zubereitung von Lebensmitteln verwendet werden. Lassen Sie es zunächst ablaufen, bis es merklich und gleichmäßig kühler aus dem Kaltwasserhahn kommt.

Ist die Armatur wirklich eine häufige Ursache erhöhter Nickelwerte?

Ja. Das Umweltbundesamt bezeichnet die Nickelabgabe aus verchromten Armaturen als den häufigsten Grund für eine Überschreitung des Nickelgrenzwertes in der sogenannten S1-Probe.

Das zeigt einen wichtigen Punkt: Ein erhöhter Nickelwert am Küchenwasserhahn bedeutet nicht automatisch, dass das Wasserwerk zu viel Nickel liefert.

Die Hausinstallation und sogar die konkrete Entnahmearmatur können entscheidend sein.

Was ist eine S1-Probe?

Bei der Untersuchung von Blei, Kupfer und Nickel ist die Art der Probennahme besonders wichtig.

Das Umweltbundesamt beschreibt hierfür unter anderem eine gestaffelte Stagnationsbeprobung.

Vereinfacht werden dabei verschiedene Wasserproben entnommen, um besser unterscheiden zu können, ob eine Belastung beispielsweise aus:

  • der öffentlichen Wasserversorgung,
  • den Leitungen des Gebäudes,
  • oder der unmittelbaren Entnahmearmatur

stammt.

Die S1-Probe wird nach einer definierten Stagnationszeit entnommen und kann besonders empfindlich auf Stoffabgaben im Bereich der Entnahmestelle reagieren.

Warum ist die Probennahme bei Nickel so wichtig?

Ein Nickelwert kann sich abhängig vom Zeitpunkt und der Art der Wasserentnahme deutlich unterscheiden.

Eine Probe unmittelbar nach mehreren Stunden Stillstand kann einen anderen Wert ergeben als Wasser, das bereits mehrere Minuten durch die Leitung geflossen ist.

Deshalb muss bereits vor einer Analyse geklärt werden: Welche Frage soll beantwortet werden?

Soll festgestellt werden:

  • welchen Nickelwert das Versorgungswasser besitzt,
  • ob Leitungen Nickel abgeben,
  • ob eine bestimmte Armatur Nickel freisetzt,
  • welche Konzentration Verbraucher tatsächlich nach längerer Standzeit aufnehmen könnten?

Ist Nickel gesundheitsschädlich?

Die gesundheitliche Wirkung von Nickel hängt von Konzentration, Aufnahmeweg, Aufnahmemenge und Dauer der Exposition ab.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat für die langfristige orale Aufnahme einen tolerierbaren täglichen Aufnahmewert von:

13 µg Nickel pro kg Körpergewicht und Tag

abgeleitet.

Bei der normalen Gesamtaufnahme ist Nahrung in der Regel eine wesentlich bedeutendere Nickelquelle als Trinkwasser.

Welche gesundheitlichen Wirkungen sind bei langfristiger Aufnahme relevant?

Grundlage der langfristigen gesundheitlichen Bewertung sind unter anderem Ergebnisse aus tierexperimentellen Untersuchungen zur Fortpflanzung und Entwicklung.

Daraus wurde der gesundheitsbezogene TDI für die langfristige orale Nickelaufnahme abgeleitet.

Das bedeutet nicht, dass eine einmalige Überschreitung dieses Wertes automatisch zu einer gesundheitlichen Schädigung führt. Ein TDI ist ein Bewertungsmaßstab für eine langfristig tolerierbare durchschnittliche Aufnahme.

Welche Bedeutung hat Nickel für Menschen mit Nickelallergie?

Nickel ist besonders als Auslöser einer Kontaktallergie bekannt.

Dabei reagiert das Immunsystem sensibilisierter Menschen auf Kontakt mit Nickel. Typische Auslöser können beispielsweise Schmuck, Metallknöpfe oder andere nickelhaltige Gegenstände mit längerem Hautkontakt sein.

Bei bereits sensibilisierten Personen kann jedoch auch eine orale Nickelaufnahme allergische Hautreaktionen auslösen oder bestehende Beschwerden verstärken.

Dies wird als systemische Kontaktdermatitis bezeichnet.

Wichtig

Die Aufnahme von Nickel über Trinkwasser ist nicht mit der Entstehung einer klassischen Nickel-Kontaktallergie gleichzusetzen. Bei bereits sensibilisierten Personen kann eine erhöhte orale Nickelaufnahme jedoch relevant sein.

Ist Trinkwasser die wichtigste Nickelquelle?

Normalerweise nicht.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Lebensmittel bei nicht beruflich exponierten Nichtrauchern als wichtigste Quelle der Nickelaufnahme.

Trinkwasser trägt normalerweise nur einen kleineren Anteil bei.

Dieser Anteil kann jedoch höher werden, wenn:

  • das Wasser ungewöhnlich hohe natürliche Nickelkonzentrationen besitzt,
  • eine besondere Umweltbelastung vorliegt,
  • Nickel aus Armaturen oder anderen Bauteilen freigesetzt wird.

Kann man Nickel im Trinkwasser sehen?

Nein.

Gelöste Nickelionen lassen sich bei trinkwasserrelevanten Konzentrationen nicht zuverlässig anhand der Farbe oder Klarheit des Wassers erkennen.

Klares Wasser ist deshalb kein Nachweis dafür, dass kein Nickel vorhanden ist.

Kann man Nickel im Wasser schmecken oder riechen?

Geschmack und Geruch sind ebenfalls keine zuverlässigen Methoden, um die Einhaltung des Nickelgrenzwertes zu beurteilen.

Für eine quantitative Aussage ist eine spezifische chemische Analyse erforderlich.

Kann ein TDS-Messgerät Nickel erkennen?

Nein.

Ein handelsübliches TDS- beziehungsweise EC-Messgerät bestimmt hauptsächlich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.

Daraus wird ein geschätzter Wert für die Gesamtmenge gelöster ionischer Stoffe berechnet.

Das Messgerät kann jedoch nicht unterscheiden, welche einzelnen Ionen die Leitfähigkeit verursachen.

Ein Messwert von beispielsweise 250 ppm kann deshalb durch ganz unterschiedliche Wasserzusammensetzungen entstehen.

Ein TDS-Messgerät kann nicht feststellen:

  • ob Nickel vorhanden ist,
  • wie hoch die Nickelkonzentration ist,
  • ob der Grenzwert von 20 µg/l überschritten wird,
  • wie stark ein Wasserfilter Nickel reduziert.

Merksatz

Ein niedriger TDS-Wert ist kein Nachweis für einen niedrigen Nickelwert. TDS und Nickelkonzentration sind unterschiedliche Messgrößen.

Für die Messung von TDS und elektrischer Leitfähigkeit finden Sie bei BEM AQUA Wassertester. Diese Geräte ersetzen keine spezifische Nickelanalyse.

Wie wird Nickel im Trinkwasser gemessen?

Nickel wird mit geeigneten chemisch-analytischen Laborverfahren quantitativ bestimmt.

Das Ergebnis wird normalerweise in:

  • µg/l beziehungsweise Mikrogramm pro Liter
  • oder mg/l beziehungsweise Milligramm pro Liter

angegeben.

20 µg/l = 0,020 mg/l

Soll die Ursache einer erhöhten Konzentration bestimmt werden, muss zusätzlich eine geeignete Probennahmestrategie gewählt werden.

Kann man Nickel durch Abkochen entfernen?

Nein.

Abkochen ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung gelöster Nickelionen.

Beim Kochen verdampft Wasser, während gelöste Metalle im verbleibenden Wasser zurückbleiben können. Bei starker Verdunstung kann ihre Konzentration dadurch sogar steigen.

Abkochen und Filtration erfüllen daher vollkommen unterschiedliche Aufgaben.

Hilft Ablaufenlassen gegen Nickel aus einer Armatur?

Bei materialbedingter Nickelabgabe nach Stagnation kann Ablaufenlassen einen deutlichen Unterschied machen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt grundsätzlich, länger stagnierendes Wasser zunächst ablaufen zu lassen, bis es merklich kühler aus der Leitung kommt.

Erst dieses Wasser sollte zum Trinken und zur Zubereitung von Lebensmitteln verwendet werden.

Diese Maßnahme kann insbesondere Nickelkonzentrationen senken, die durch längeren Kontakt mit einer verchromten Armatur entstanden sind.

Reicht Ablaufenlassen immer aus?

Nein.

Ablaufenlassen ist besonders sinnvoll, wenn die erhöhte Nickelkonzentration auf Stagnation und die unmittelbare Armatur zurückzuführen ist.

Liegt eine andere Ursache vor oder bleibt die Konzentration auch nach dem Ablaufenlassen erhöht, muss die Quelle genauer untersucht werden.

Eine fachgerechte Analyse kann helfen zu unterscheiden, ob die Ursache beispielsweise in der Armatur, in anderen Bauteilen oder bereits im Versorgungswasser liegt.

Sollte eine Armatur bei erhöhtem Nickelwert sofort ausgetauscht werden?

Nicht automatisch.

Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass ein Austausch der Armatur nicht zwingend garantiert, dass anschließend kein erhöhter Nickelwert nach Stagnation mehr auftritt.

Auch neue Armaturen können abhängig von ihrer Konstruktion und Herstellung nickelhaltige Oberflächen besitzen.

Deshalb ist zunächst eine saubere Ursachenermittlung sinnvoll.

Welche Möglichkeiten gibt es zur Nickelreduktion?

Welches Verfahren geeignet ist, hängt von der Ursache und der Nickelkonzentration ab.

Mögliche Maßnahmen können sein:

  • Stagnationswasser ablaufen lassen,
  • problematische Bauteile identifizieren,
  • ungeeignete Installationskomponenten gegebenenfalls austauschen,
  • Ionenaustausch mit geeignetem Filtermaterial,
  • Membranverfahren wie Nanofiltration oder Umkehrosmose.

Entscheidend ist, ob lediglich eine kurzfristige Stoffabgabe aus der Armatur vorliegt oder das Wasser dauerhaft eine erhöhte Nickelkonzentration besitzt.

Kann Umkehrosmose Nickel reduzieren?

Umkehrosmose ist grundsätzlich geeignet, zahlreiche gelöste Ionen und Salze zurückzuhalten.

Nickel kann im Wasser als gelöstes Ion vorliegen. Membranverfahren werden deshalb auch zur Abtrennung gelöster Metallionen eingesetzt.

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Ein Teil der gelösten Stoffe wird dabei bevorzugt im Konzentratstrom zurückgehalten.

Einen Überblick über entsprechende BEM AQUA Systeme finden Sie unter Osmoseanlagen.

Entfernt jede Osmoseanlage Nickel zu 99 Prozent?

Eine solche pauschale Aussage sollte nicht verwendet werden.

Die tatsächliche Rückhaltung hängt unter anderem ab von:

  • Membrantyp,
  • chemischer Form des Nickels,
  • Wasserzusammensetzung,
  • pH-Wert,
  • Wasserdruck,
  • Temperatur,
  • Ausgangskonzentration,
  • Membranzustand,
  • gesamter Anlagenkonstruktion.

Deshalb muss eine konkrete prozentuale Nickelreduktion für das betreffende Filtersystem unter nachvollziehbaren Bedingungen geprüft werden.

Gibt es bei NSF/ANSI 58 einen eigenen Nickel-Claim?

In der aktuell veröffentlichten Übersicht der möglichen Stoffreduktionsclaims nach NSF/ANSI 58 wird Nickel nicht als eigener optionaler Claim aufgeführt.

Der Standard nennt beispielsweise separate Claims für:

  • Blei,
  • Cadmium,
  • Kupfer,
  • Arsen,
  • Chrom,
  • Nitrat und Nitrit.

Deshalb sollte ein Nickelclaim nicht einfach aus einer allgemeinen NSF/ANSI-58-Zertifizierung oder aus anderen Metallclaims abgeleitet werden.

Für BEM AQUA wäre bei einem geplanten Nickelclaim eine eigene produktspezifische Laborprüfung der saubere Weg.

Was passiert mit Nickel bei der Umkehrosmose?

Die Umkehrosmose zerstört Nickel nicht. Sie trennt den Wasserstrom.

Wasserstrom Bedeutung
Permeat Wasser, das die Membran passiert und eine geringere Konzentration vieler gelöster Stoffe besitzt.
Konzentrat Wasserstrom, in dem zurückgehaltene Stoffe konzentrierter vorliegen und aus dem System abgeführt werden.

Kann man die Nickelreduktion mit einem TDS-Messgerät überprüfen?

Nein.

Der TDS-Wert kann zeigen, dass die Konzentration vieler gelöster leitfähiger Stoffe insgesamt zurückgegangen ist.

Er sagt jedoch nicht, welcher Anteil davon auf Nickel entfällt.

Soll beispielsweise geprüft werden, ob eine Anlage einen Nickelwert von 30 µg/l auf unter 20 µg/l reduziert, müssen beide Wasserproben spezifisch auf Nickel untersucht werden.

Was tun bei einem Nickelwert über 20 µg/l?

Ein sinnvoller Ablauf besteht aus mehreren Schritten.

  1. Messung fachlich überprüfen.
    Entscheidend ist, nach welchem Probennahmeverfahren die Probe entnommen wurde.
  2. Versorgungswasser und Hausinstallation unterscheiden.
    Prüfen Sie die Analyse des Wasserversorgers und vergleichen Sie diese mit der Messung am Wasserhahn.
  3. Stagnation berücksichtigen.
    Ein hoher Wert unmittelbar nach längerer Standzeit kann auf die Armatur beziehungsweise andere Komponenten der Installation hindeuten.
  4. Quelle identifizieren.
    Bei Bedarf sollte ein Fachbetrieb beziehungsweise eine geeignete Untersuchungsstelle hinzugezogen werden.
  5. Ursache beheben oder geeignete Aufbereitung einsetzen.
    Die Maßnahme sollte zur tatsächlich festgestellten Ursache passen.

Was kann ich morgens oder nach dem Urlaub tun?

Wasser, das über mehrere Stunden in einer Leitung oder Armatur gestanden hat, sollte zunächst ablaufen.

Ein praktisches Kriterium ist die Temperatur: Lassen Sie den Kaltwasserhahn laufen, bis das Wasser merklich gleichmäßig kühl wird.

Das zunächst abgelaufene Wasser muss nicht zwangsläufig verschwendet werden. Es kann beispielsweise für geeignete Haushaltszwecke verwendet werden.

Sollte man warmes Leitungswasser zum Trinken verwenden?

Zum Trinken und zur Zubereitung von Lebensmitteln sollte grundsätzlich frisches Kaltwasser verwendet und anschließend bei Bedarf erhitzt werden.

Höhere Temperaturen können Wechselwirkungen zwischen Wasser und Installationsmaterialien beeinflussen.

Braucht jeder Haushalt wegen Nickel einen Wasserfilter?

Nein.

Die theoretische Möglichkeit einer Nickelabgabe bedeutet nicht, dass bei jedem Haushalt der Grenzwert überschritten wird.

Der sinnvollere Ablauf lautet:

  1. Wasserwerte des Versorgers kennen.
  2. Hausinstallation berücksichtigen.
  3. Bei konkretem Verdacht Nickel gezielt analysieren.
  4. Ursache bestimmen.
  5. Erst anschließend die passende Maßnahme auswählen.

Nickel aus Armatur oder aus dem Versorgungswasser?

Beobachtung Mögliche Einordnung
Hoher Wert direkt nach langer Standzeit Materialbedingte Abgabe aus Armatur oder Installation möglich.
Wert sinkt nach Ablaufen deutlich Hinweis auf Einfluss der Trinkwasserinstallation beziehungsweise Entnahmestelle möglich.
Auch nach längerem Ablaufen hoher Wert Weitere Untersuchung der Installation und des Versorgungswassers erforderlich.
TDS-Wert ist hoch Keine Aussage darüber, ob Nickel die Ursache ist.

Umkehrosmose zur gezielten Wasseraufbereitung

Umkehrosmose reduziert die Konzentration zahlreicher gelöster Ionen. Bei konkreten Stoffclaims wie Nickel ist jedoch die nachgewiesene Leistung des jeweiligen Systems entscheidend.

Osmoseanlagen vergleichen

Häufige Fragen zu Nickel im Trinkwasser

Wie hoch ist der Grenzwert für Nickel im Trinkwasser?

In Deutschland gilt für Nickel ein Grenzwert von 0,020 mg/l beziehungsweise 20 µg/l.

Woher kommt Nickel im Leitungswasser?

Nickel kann natürlicherweise im Wasser vorkommen, besonders häufig entsteht eine erhöhte Konzentration am Wasserhahn jedoch durch metallische Bauteile der Trinkwasserinstallation, beispielsweise bestimmte verchromte Armaturen.

Können Wasserhähne Nickel abgeben?

Ja. Verchromte Armaturen können nickelhaltige Beschichtungen besitzen. Unter bestimmten Bedingungen kann daraus Nickel in das Trinkwasser gelangen.

Warum ist der Nickelwert morgens höher?

Nach mehreren Stunden Stillstand hatte das Wasser länger Kontakt mit Armatur und Leitungen. Dadurch kann die Nickelkonzentration im ersten entnommenen Wasser höher sein.

Sollte man morgens Wasser ablaufen lassen?

Nach längerer Standzeit empfiehlt das Umweltbundesamt, Wasser zunächst laufen zu lassen, bis es merklich kühler aus der Leitung kommt. Erst anschließend sollte es zum Trinken oder Kochen verwendet werden.

Kann Nickel eine Allergie auslösen?

Nickel ist ein bekannter Auslöser von Kontaktallergien. Bei bereits gegen Nickel sensibilisierten Menschen kann auch eine orale Nickelaufnahme allergische Hautreaktionen auslösen oder verschlimmern.

Ist Trinkwasser die wichtigste Nickelquelle?

Normalerweise nicht. Für die Allgemeinbevölkerung stammt der größte Teil der oralen Nickelaufnahme üblicherweise aus Lebensmitteln.

Kann man Nickel im Wasser schmecken?

Geschmack, Geruch und Aussehen eignen sich nicht zur zuverlässigen Beurteilung, ob der Nickelgrenzwert eingehalten wird.

Kann ein TDS-Messgerät Nickel messen?

Nein. Ein TDS-Messgerät kann Nickel weder identifizieren noch dessen Konzentration bestimmen. Dafür ist eine spezifische chemische Analyse notwendig.

Kann man Nickel durch Abkochen entfernen?

Nein. Abkochen ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung gelöster Nickelionen.

Kann Umkehrosmose Nickel reduzieren?

Umkehrosmose kann gelöste Metallionen zurückhalten und deshalb auch für die Nickelreduktion technisch relevant sein. Die konkrete Leistung sollte jedoch für das jeweilige System durch geeignete Messungen nachgewiesen werden.

Entfernt jede Osmoseanlage 99 Prozent Nickel?

Nein. Eine solche pauschale Aussage ist nicht belastbar. Die Rückhaltung hängt von Membran, Wasserzusammensetzung und Betriebsbedingungen ab.

Kann ich über den TDS-Wert prüfen, ob Nickel entfernt wurde?

Nein. Ein niedrigerer TDS-Wert zeigt lediglich eine Verringerung vieler gelöster ionischer Stoffe insgesamt. Die konkrete Nickelkonzentration muss separat gemessen werden.

Muss ich bei erhöhtem Nickelwert sofort den Wasserhahn wechseln?

Nicht zwingend. Zunächst sollte durch eine geeignete Probennahme geklärt werden, woher das Nickel tatsächlich stammt. Ein Armaturentausch garantiert nicht automatisch, dass anschließend kein Nickel mehr freigesetzt wird.

Fazit: Bei Nickel ist die Hausinstallation besonders wichtig

Nickel zeigt besonders deutlich, warum die Wasserqualität nicht ausschließlich anhand der Analyse des örtlichen Wasserversorgers beurteilt werden kann.

Der deutsche Grenzwert liegt bei 20 µg/l. Eine bedeutende mögliche Quelle erhöhter Werte sind bestimmte Armaturen und andere metallische Bauteile innerhalb der Trinkwasserinstallation.

Besonders nach längeren Standzeiten können die ersten Wassermengen höhere Nickelkonzentrationen besitzen.

Deshalb sind vier Punkte entscheidend:

  1. Stagnationswasser berücksichtigen.
  2. Nickel spezifisch und mit geeigneter Probennahme analysieren.
  3. Versorgungswasser und Hausinstallation voneinander unterscheiden.
  4. Technische Maßnahmen anhand der tatsächlichen Ursache auswählen.

Ein TDS-Messgerät kann diese Aufgabe nicht übernehmen. Es misst keine Nickelkonzentration.

Umkehrosmose kann als Membranverfahren gelöste Metallionen reduzieren. BEM AQUA sollte daraus jedoch keinen pauschalen Nickelclaim ableiten.

Die fachlich belastbare Frage lautet: „Welche Nickelreduktion erreicht das konkrete Filtersystem unter definierten Prüfbedingungen?“

Quellen und weiterführende Informationen