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August 2026

Nitrat im Trinkwasser: Grenzwert, Risiken und Filterung erklärt

Nitrat im Trinkwasser: Grenzwert, Risiken und Filterung erklärt

Nitrat kann durch natürliche Prozesse und menschliche Einträge ins Grundwasser gelangen. Erfahren Sie, welcher Grenzwert im deutschen Trinkwasser gilt, warum Grundwasser und Leitungswasser unterschieden werden müssen, welche Bedeutung Nitrat für Säuglinge hat und wie Umkehrosmose Nitrat reduzieren kann.

Nitrat ist eine natürliche Stickstoffverbindung und kommt in Böden, Pflanzen und Wasser vor. Problematisch kann Nitrat werden, wenn durch hohe Stickstoffeinträge größere Mengen in das Grundwasser gelangen.

Für Trinkwasser gilt in Deutschland deshalb ein gesetzlicher Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter. Dieser Wert wird beim zentral bereitgestellten Trinkwasser praktisch flächendeckend eingehalten. Deutlich stärker betroffen ist dagegen weiterhin ein Teil des deutschen Grundwassers.

Kurz erklärt

Für Nitrat im deutschen Trinkwasser gilt ein Grenzwert von 50 mg/l. Besonders relevant ist Nitrat für junge Säuglinge, weil es im Körper teilweise zu Nitrit umgewandelt werden kann. Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut beeinträchtigen. Das deutsche Trinkwasser hält den Nitratgrenzwert nahezu flächendeckend ein. Im Grundwasser bestehen regional dagegen weiterhin deutliche Belastungen. Umkehrosmose kann Nitrat reduzieren, die tatsächliche Leistung muss jedoch für das konkrete Filtersystem betrachtet werden.

Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion

Was ist Nitrat?

Nitrat ist die Bezeichnung für das negativ geladene Ion NO₃⁻. Es gehört zum natürlichen Stickstoffkreislauf und entsteht unter anderem, wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen im Boden umwandeln.

Nitrat ist deshalb nicht grundsätzlich ein künstlicher Schadstoff. Es kommt natürlicherweise in Böden, Wasser und zahlreichen Lebensmitteln vor.

Besonders hohe Konzentrationen im Grundwasser können jedoch durch zusätzliche menschliche Stickstoffeinträge begünstigt werden.

Wie gelangt Nitrat ins Grundwasser?

Nitrat ist gut wasserlöslich. Wird mehr Stickstoff in den Boden eingebracht, als Pflanzen aufnehmen und andere natürliche Prozesse zurückhalten beziehungsweise abbauen können, kann Nitrat mit dem Sickerwasser in tiefere Bodenschichten gelangen.

Ein wesentlicher Eintragspfad ist nach Angaben des Umweltbundesamtes die Landwirtschaft.

Mögliche Quellen sind insbesondere:

  • mineralische Stickstoffdünger,
  • Wirtschaftsdünger wie Gülle und Mist,
  • Stickstoffüberschüsse auf landwirtschaftlichen Flächen,
  • weitere lokale Stickstoffeinträge.

Nicht jeder ausgebrachte Stickstoff gelangt automatisch ins Grundwasser. Entscheidend sind unter anderem Pflanzenaufnahme, Bodenbeschaffenheit, Niederschlagsmenge und natürliche Abbauprozesse.

Wie hoch ist der Nitratgrenzwert im Trinkwasser?

Die deutsche Trinkwasserverordnung legt für Nitrat einen Grenzwert von:

50 mg Nitrat pro Liter Trinkwasser

Dieser Wert entspricht dem Parameterwert der europäischen Trinkwasserrichtlinie.

Gilt für Nitrit ebenfalls ein Grenzwert?

Ja. Nitrat und Nitrit müssen unterschieden werden.

Für Nitrit gilt beim Trinkwasser grundsätzlich ein Grenzwert von 0,50 mg/l.

Am Ausgang eines Wasserwerks darf der Nitritwert 0,10 mg/l nicht überschreiten.

Zusätzlich gibt es eine kombinierte Anforderung für Nitrat und Nitrit.

Nitrat-Nitrit-Regel

Nitrat in mg/l ÷ 50
+
Nitrit in mg/l ÷ 3
≤ 1

Dadurch berücksichtigt die Trinkwasserverordnung nicht nur beide Stoffe einzeln, sondern auch ihr gemeinsames Auftreten.

Warum ist Nitrat gesundheitlich relevant?

Nitrat selbst ist in üblichen Mengen vergleichsweise wenig reaktiv. Ein Teil des aufgenommenen Nitrats kann jedoch im Körper durch Bakterien zu Nitrit umgewandelt werden.

Nitrit kann den roten Blutfarbstoff Hämoglobin oxidieren. Dabei entsteht Methämoglobin, das Sauerstoff nicht in derselben Weise transportieren kann wie normales Hämoglobin.

Bei ausgeprägter Methämoglobinbildung kann deshalb die Sauerstoffversorgung des Körpers beeinträchtigt werden.

Warum sind Säuglinge bei Nitrat besonders relevant?

Der Grenzwert von 50 mg/l ist insbesondere auf den Schutz besonders empfindlicher junger Säuglinge ausgerichtet.

Säuglinge in den ersten Lebensmonaten besitzen physiologische Besonderheiten, durch die eine Methämoglobinbildung problematischer sein kann als bei älteren Kindern und Erwachsenen.

Das Umweltbundesamt nennt dabei unter anderem:

  • ein weniger saures Magenmilieu,
  • dadurch begünstigte Umwandlung von Nitrat zu Nitrit,
  • eine geringere Aktivität des Enzyms Methämoglobinreduktase,
  • eine höhere Empfindlichkeit des noch vorhandenen fetalen Hämoglobins.

Eine ausgeprägte Methämoglobinämie wird umgangssprachlich auch als Säuglingszyanose oder „Blue Baby Syndrome“ bezeichnet.

Ist Wasser mit weniger als 50 mg/l Nitrat für Säuglinge geeignet?

Der gesetzliche Trinkwassergrenzwert wurde so festgelegt, dass besonders empfindliche Säuglinge berücksichtigt werden.

Wird Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung ordnungsgemäß bereitgestellt und der Grenzwert eingehalten, besteht aufgrund des Nitratgehalts allein grundsätzlich kein Anlass, dieses Wasser pauschal als für Säuglinge ungeeignet einzustufen.

Bei einer bekannten Grenzwertüberschreitung oder einer privaten Wasserversorgung mit ungeklärter Wasserqualität sollte Säuglingsnahrung jedoch nicht ohne vorherige fachliche Klärung mit diesem Wasser zubereitet werden.

Wie stark ist das Grundwasser in Deutschland mit Nitrat belastet?

Beim deutschen Grundwasser besteht weiterhin ein relevantes Nitratproblem.

Das Umweltbundesamt hat für das Jahr 2024 im repräsentativen EUA-Grundwassermessnetz 1.147 Messstellen ausgewertet.

Die Verteilung lag dabei bei:

  • 47,0 Prozent zwischen 0 und 10 mg/l,
  • 37,4 Prozent zwischen 10 und 50 mg/l,
  • 15,7 Prozent über 50 mg/l.

Besonders deutlich ist die Belastung an Messstellen, deren Einzugsgebiet überwiegend landwirtschaftlich genutzt wird.

Bedeutet belastetes Grundwasser automatisch belastetes Trinkwasser?

Nein. Das ist einer der wichtigsten Punkte bei der Diskussion über Nitrat.

Grundwasser kann als Rohwasser für die Trinkwassergewinnung dienen. Das fertige Trinkwasser muss jedoch die Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen.

Wasserversorger können bei erhöhten Nitratwerten im Rohwasser unterschiedliche Maßnahmen einsetzen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Schutz und Bewirtschaftung der Einzugsgebiete,
  • Kooperationen mit landwirtschaftlichen Betrieben,
  • Mischung unterschiedlicher Rohwässer,
  • Verlagerung oder Vertiefung von Brunnen,
  • technische Aufbereitung, sofern erforderlich.

Grundwasser ist nicht gleich Trinkwasser

Die Aussage „an einem Teil der deutschen Grundwassermessstellen werden mehr als 50 mg/l Nitrat gemessen“ bedeutet nicht, dass derselbe Anteil des Leitungswassers den Trinkwassergrenzwert überschreitet. Das fertige Trinkwasser wird separat überwacht und muss die Trinkwasserverordnung erfüllen.

Wie häufig wird der Nitratgrenzwert im deutschen Trinkwasser überschritten?

Sehr selten.

Nach Angaben des Umweltbundesamtes wurden Überschreitungen des Nitratgrenzwerts im zentral bereitgestellten Trinkwasser seit den 1990er-Jahren deutlich seltener.

Seit 2017 bewegt sich die Überschreitungsrate der untersuchten Messwerte nur noch im Bereich von ungefähr 0,01 bis 0,04 Prozent.

Damit ist eine Überschreitung des Trinkwassergrenzwerts in der öffentlichen Versorgung eine seltene Ausnahme.

Warum ist Nitrat im Grundwasser trotzdem ein großes Problem?

Die Tatsache, dass Trinkwasser den Grenzwert weitgehend einhält, bedeutet nicht, dass hohe Nitratwerte im Grundwasser irrelevant wären.

Belastetes Rohwasser kann Wasserversorger dazu zwingen, zusätzliche Maßnahmen zu ergreifen. Diese Maßnahmen können technisch aufwendig und kostenintensiv sein.

Aus Sicht des Gewässerschutzes ist deshalb die Vermeidung von Nitrateinträgen sinnvoller, als Nitrat später mit technischen Verfahren aus dem Wasser entfernen zu müssen.

Woher erfahre ich den Nitratwert meines Leitungswassers?

Die erste Informationsquelle ist der örtliche Wasserversorger.

Viele Wasserversorger veröffentlichen die Analysewerte ihrer Versorgungsgebiete online. Dort finden sich neben Nitrat häufig weitere Angaben zu:

  • Calcium,
  • Magnesium,
  • Wasserhärte,
  • Natrium,
  • Chlorid,
  • Sulfat,
  • pH-Wert,
  • elektrischer Leitfähigkeit.

Für die Bewertung der allgemeinen Trinkwasserqualität in Deutschland ist außerdem wichtig, zwischen der öffentlichen Versorgung, dem Rohwasser und der individuellen Hausinstallation zu unterscheiden.

Kann man Nitrat im Wasser schmecken?

Auf den Geschmack sollte man sich zur Beurteilung nicht verlassen.

Eine erhöhte Nitratkonzentration lässt sich nicht zuverlässig anhand von Geschmack, Geruch oder Aussehen des Wassers feststellen.

Für eine belastbare Bestimmung ist eine geeignete analytische Messung erforderlich.

Kann ein TDS-Messgerät Nitrat messen?

Nein, nicht gezielt.

Nitrat ist ein Ion und kann deshalb zur elektrischen Leitfähigkeit des Wassers beitragen. Ein handelsübliches TDS- beziehungsweise EC-Messgerät kann diesen Anteil jedoch nicht von anderen gelösten Ionen unterscheiden.

Ein Gerät kann beispielsweise einen höheren Leitwert anzeigen, aber daraus lässt sich nicht ableiten, ob dieser durch Nitrat, Calcium, Magnesium, Natrium, Chlorid oder andere Ionen verursacht wird.

Deshalb gilt: Ein TDS-Messgerät ist kein Nitratmessgerät.

TDS- und EC-Messgeräte können trotzdem zur technischen Kontrolle einer Umkehrosmoseanlage verwendet werden. Entsprechende Geräte finden Sie unter Wassertester.

Wie wird Nitrat im Trinkwasser gemessen?

Nitrat kann mit geeigneten chemisch-analytischen Verfahren quantitativ bestimmt werden.

Für eine belastbare Untersuchung sollte insbesondere bei gesundheitlich relevanten Fragestellungen ein entsprechend geeignetes Labor beziehungsweise eine fachgerechte Analytik verwendet werden.

Ein Analyseergebnis wird üblicherweise in mg/l angegeben.

Kann man Nitrat durch Abkochen entfernen?

Nein.

Abkochen ist kein Verfahren zur Nitratentfernung. Nitrat verbleibt im Wasser, während beim längeren Kochen ein Teil des Wassers verdampfen kann.

Dadurch kann die Nitratkonzentration im verbleibenden Wasser sogar steigen.

Merksatz

Abkochen hilft gegen bestimmte Mikroorganismen, aber nicht gegen Nitrat. Chemische Belastungen dürfen nicht automatisch wie mikrobiologische Probleme behandelt werden.

Entfernt ein Aktivkohlefilter Nitrat?

Übliche Aktivkohlefilter sind kein geeignetes Verfahren zur zuverlässigen Nitratentfernung.

Aktivkohle eignet sich insbesondere für die Adsorption bestimmter organischer Stoffe sowie geruchs- und geschmacksbeeinflussender Verbindungen.

Nitrat ist dagegen ein gut wasserlösliches anorganisches Ion. Für eine gezielte Nitratreduktion werden deshalb andere Verfahren eingesetzt.

Welche Verfahren können Nitrat aus Wasser entfernen?

Für die technische Nitratreduktion kommen unterschiedliche Verfahren infrage.

Zu den relevanten Verfahren gehören unter anderem:

  • Ionenaustausch,
  • Umkehrosmose,
  • Elektrodialyse,
  • in der zentralen Wasseraufbereitung auch biologische Denitrifikation.

Welches Verfahren sinnvoll ist, hängt von Wasserzusammensetzung, gewünschter Aufbereitungsleistung, Anlagenart und Einsatzgebiet ab.

Kann eine Osmoseanlage Nitrat reduzieren?

Ja. Umkehrosmose kann Nitrat reduzieren.

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Gelöste Ionen werden dabei in unterschiedlichem Umfang zurückgehalten.

Nitrat gehört zu den Stoffen, für die geeignete Umkehrosmosesysteme eine überprüfbare Reduktionsleistung erreichen können.

Der Standard NSF/ANSI 58 enthält deshalb ausdrücklich einen optionalen Prüfclaim für die Reduktion von Nitrat und Nitrit.

Einen Überblick über entsprechende Systeme finden Sie unter Osmoseanlagen.

Entfernt jede Osmoseanlage Nitrat gleich gut?

Nein.

Die allgemeine Fähigkeit der Umkehrosmose zur Nitratreduktion darf nicht mit der Leistung eines konkreten Geräts verwechselt werden.

Die tatsächliche Rückhaltung kann unter anderem beeinflusst werden durch:

  • Membrantyp,
  • Wasserdruck,
  • Wassertemperatur,
  • Zusammensetzung des Ausgangswassers,
  • Recovery beziehungsweise Wasserausbeute,
  • Alter und Zustand der Membran,
  • gesamte Anlagenkonstruktion.

Konkrete Aussagen wie „reduziert Nitrat um X Prozent“ sollten deshalb nur verwendet werden, wenn diese Leistung für das betreffende System unter nachvollziehbaren Bedingungen geprüft wurde.

Was bedeutet NSF/ANSI 58 bei Nitrat?

NSF/ANSI 58 ist ein Standard für Point-of-Use-Umkehrosmosesysteme.

Neben allgemeinen Anforderungen und der verpflichtenden TDS-Reduktionsprüfung können Systeme auf zusätzliche Stoffreduktionsleistungen geprüft werden.

Zu diesen optionalen Claims gehört ausdrücklich:

Nitrate/Nitrite Reduction
Nitrat- und Nitritreduktion

Wichtig ist: Die Existenz dieses Prüfclaims bedeutet nicht, dass jede Osmoseanlage automatisch für Nitrat und Nitrit zertifiziert ist.

Die Zertifizierung beziehungsweise das Leistungsdatenblatt des konkreten Systems ist entscheidend.

Was passiert mit dem Nitrat bei der Umkehrosmose?

Die Umkehrosmose zerstört Nitrat nicht chemisch. Stattdessen wird der Wasserstrom an der Membran getrennt.

Wasserstrom Bedeutung
Permeat Wasser, das die RO-Membran passiert hat und eine geringere Konzentration vieler gelöster Stoffe aufweist.
Konzentrat Wasserstrom, in dem zurückgehaltene gelöste Stoffe konzentrierter vorliegen und aus dem System abgeführt werden.

Reicht der TDS-Wert zur Kontrolle der Nitratreduktion?

Nein, wenn die konkrete Nitratkonzentration bestimmt werden soll.

Ein sinkender TDS-Wert hinter einer RO-Membran zeigt, dass die Konzentration vieler leitfähiger gelöster Stoffe insgesamt reduziert wurde.

Daraus lässt sich jedoch nicht berechnen, wie viel Nitrat vor oder nach der Membran vorhanden ist.

Für eine konkrete Aussage wie: „Mein Leitungswasser enthält 35 mg/l Nitrat und das Osmosewasser 5 mg/l“ sind entsprechende Nitratmessungen erforderlich.

Wie sollte ich vorgehen, wenn ich einen hohen Nitratwert vermute?

  1. Analyse des Wasserversorgers prüfen.
    Bei öffentlicher Versorgung ist dies die erste Informationsquelle.
  2. Bei eigener Wasserversorgung den tatsächlichen Wert bestimmen lassen.
    Besonders bei Brunnen sollte nicht aufgrund von Geschmack oder TDS geschätzt werden.
  3. Bei einer Grenzwertüberschreitung zuständige Stellen einbeziehen.
    Wasserversorger beziehungsweise Gesundheitsamt können die Situation fachlich einordnen.
  4. Für Säuglinge besonders vorsichtig handeln.
    Bei einer bekannten Überschreitung oder ungeklärten Wasserqualität sollte das Wasser nicht ohne fachliche Klärung für Säuglingsnahrung verwendet werden.
  5. Filtertechnik anhand geprüfter Leistung auswählen.
    Soll Nitrat gezielt reduziert werden, sollte eine nachgewiesene Nitratreduktion für das betreffende System vorliegen.

Was sollte man bei einem privaten Brunnen beachten?

Bei einem privaten Brunnen hängt die Wasserqualität unmittelbar von der örtlichen Grundwassersituation und dem Zustand der Anlage ab.

Besonders in landwirtschaftlich geprägten Regionen kann eine regelmäßige Kontrolle des Nitratwerts relevant sein.

Bei einer Eigenwasserversorgung sollten die jeweils geltenden Untersuchungs- und Betreiberpflichten sowie Vorgaben des zuständigen Gesundheitsamts beachtet werden.

Sollte jeder Haushalt wegen Nitrat eine Osmoseanlage verwenden?

Nein.

Der Nitratgrenzwert wird beim zentral bereitgestellten Trinkwasser in Deutschland praktisch flächendeckend eingehalten.

Eine Osmoseanlage kann trotzdem sinnvoll sein, wenn die Wasserzusammensetzung aus individuellen oder technischen Gründen gezielt verändert werden soll.

Ein sachlicher Entscheidungsweg lautet:

  1. Wasserwerte kennen.
  2. Konkretes Aufbereitungsziel bestimmen.
  3. Geeignetes Verfahren auswählen.
  4. Geprüfte Produktleistung betrachten.
  5. Filter und Membran ordnungsgemäß warten.

Ist ein möglichst niedriger Nitratwert automatisch besser?

Bei einer konkreten Nitratbelastung ist eine Verringerung der Konzentration grundsätzlich nachvollziehbar. Daraus sollte jedoch keine allgemeine Regel entstehen, wonach jedes Leitungswasser vorsorglich auf einen möglichst niedrigen Nitratwert gebracht werden müsse.

Entscheidend ist zunächst, ob überhaupt eine relevante Nitratkonzentration vorliegt.

Wie unterscheiden sich Nitrat, Nitrit und TDS?

Begriff Bedeutung
Nitrat Konkretes gelöstes Ion NO₃⁻. Trinkwassergrenzwert in Deutschland: 50 mg/l.
Nitrit Konkretes gelöstes Ion NO₂⁻. Gesundheitlich insbesondere wegen seiner Wirkung auf Hämoglobin relevant.
TDS Summenparameter beziehungsweise bei Handmessgeräten geschätzter Gesamtwert gelöster ionischer Stoffe. Keine spezifische Nitratmessung.

Umkehrosmose zur gezielten Wasseraufbereitung

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Häufige Fragen zu Nitrat im Trinkwasser

Wie hoch darf Nitrat im Trinkwasser sein?

In Deutschland gilt für Nitrat im Trinkwasser ein Grenzwert von 50 mg/l. Zusätzlich muss eine kombinierte Anforderung für Nitrat und Nitrit eingehalten werden.

Ist Nitrat im deutschen Leitungswasser ein häufiges Problem?

Nein. Der Grenzwert wird beim zentral bereitgestellten Trinkwasser praktisch flächendeckend eingehalten. Überschreitungen sind sehr selten. Im deutschen Grundwasser bestehen regional dagegen weiterhin deutliche Nitratbelastungen.

Warum ist Nitrat für Säuglinge problematisch?

Nitrat kann im Körper teilweise zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit kann Hämoglobin zu Methämoglobin oxidieren und dadurch den Sauerstofftransport beeinträchtigen. Junge Säuglinge sind hierfür besonders empfindlich.

Ist Grundwasser dasselbe wie Trinkwasser?

Nein. Grundwasser kann als Rohwasser zur Trinkwassergewinnung dienen. Das fertige Trinkwasser muss jedoch die gesetzlichen Anforderungen der Trinkwasserverordnung erfüllen.

Kann man Nitrat aus dem Wasser abkochen?

Nein. Abkochen entfernt Nitrat nicht. Durch Wasserverdunstung kann die Nitratkonzentration im verbleibenden Wasser sogar steigen.

Entfernt ein Aktivkohlefilter Nitrat?

Übliche Aktivkohlefilter sind kein geeignetes Verfahren zur zuverlässigen Nitratentfernung. Für Nitrat werden unter anderem Ionenaustausch und Umkehrosmose eingesetzt.

Kann eine Osmoseanlage Nitrat entfernen?

Geeignete Umkehrosmosesysteme können Nitrat deutlich reduzieren. Die konkrete Leistung hängt vom System und den Betriebsbedingungen ab und sollte durch entsprechende Prüfdaten belegt werden.

Kann ein TDS-Messgerät Nitrat messen?

Nein. Ein TDS-Messgerät kann Nitrat nicht gezielt bestimmen. Nitrat beeinflusst zwar als Ion die elektrische Leitfähigkeit, kann vom Gerät jedoch nicht von anderen gelösten Ionen unterschieden werden.

Kann man Nitrat schmecken?

Eine gesundheitlich beziehungsweise rechtlich relevante Nitratkonzentration lässt sich nicht zuverlässig anhand von Geschmack, Geruch oder Aussehen erkennen. Für eine quantitative Bestimmung ist eine geeignete Messung erforderlich.

Was bedeutet ein Nitratwert von 50 mg/l?

50 mg/l ist der gesetzliche Grenzwert für Nitrat im deutschen Trinkwasser. Trinkwasser darf diesen Wert grundsätzlich nicht überschreiten.

Was ist der Unterschied zwischen Nitrat und Nitrit?

Nitrat ist NO₃⁻ und Nitrit NO₂⁻. Nitrat kann unter bestimmten Bedingungen zu Nitrit umgewandelt werden. Nitrit ist insbesondere wegen seiner möglichen Wirkung auf den Sauerstofftransport im Blut relevant.

Wie finde ich den Nitratwert meines Leitungswassers heraus?

Bei öffentlicher Wasserversorgung sollte zunächst die aktuelle Trinkwasseranalyse des örtlichen Wasserversorgers geprüft werden. Für individuelle oder private Wasserquellen ist eine geeignete Wasseranalyse erforderlich.

Fazit: Grundwasserproblem und Trinkwasserqualität sauber unterscheiden

Nitrat gehört zu den wichtigsten Parametern beim Schutz des deutschen Grundwassers. Regional bestehen weiterhin deutliche Belastungen, insbesondere in landwirtschaftlich beeinflussten Gebieten.

Für das fertige Trinkwasser ergibt sich jedoch ein deutlich anderes Bild: Der Grenzwert von 50 mg/l wird in der öffentlichen Trinkwasserversorgung praktisch flächendeckend eingehalten.

Für Verbraucher sind deshalb vier Punkte entscheidend:

  1. Grundwasser und fertiges Trinkwasser nicht gleichsetzen.
  2. Den tatsächlichen Nitratwert des eigenen Wassers kennen.
  3. Bei einer konkreten Belastung ein dafür geeignetes Aufbereitungsverfahren verwenden.
  4. Bei Filtersystemen auf nachgewiesene produktspezifische Reduktionsleistungen achten.

Umkehrosmose kann Nitrat wirksam reduzieren. Daraus sollte jedoch kein pauschaler Claim für jede Osmoseanlage abgeleitet werden.

Fachlich korrekt ist die Frage: Welche Nitratreduktion erreicht das konkrete System unter definierten Prüfbedingungen?

Quellen und weiterführende Informationen