August 2026
PFAS im Trinkwasser: Grenzwerte, Risiken und Filterung erklärt
PFAS sind eine große Gruppe fluorierter Chemikalien, die aufgrund ihrer besonderen technischen Eigenschaften seit Jahrzehnten in zahlreichen industriellen Anwendungen und Verbraucherprodukten eingesetzt werden. Viele dieser Verbindungen sind sehr langlebig und können sich deshalb über lange Zeit in Umwelt, Wasser, Lebensmitteln und teilweise auch im menschlichen Körper nachweisen lassen.
Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland erstmals ein verbindlicher Trinkwassergrenzwert für die Summe PFAS-20. Damit hat das Thema PFAS im Trinkwasser eine neue regulatorische Bedeutung erhalten.
Kurz erklärt
PFAS sind eine große Gruppe sehr beständiger fluorierter Verbindungen. Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland für die Summe von 20 bestimmten PFAS im Trinkwasser ein Grenzwert von 100 ng/l. Ab 2028 gilt zusätzlich für vier besonders betrachtete PFAS ein Summengrenzwert von 20 ng/l. PFAS lassen sich nur mit geeigneten Laborverfahren bestimmen. Ein TDS-Messgerät kann sie nicht erkennen. Zu den technisch wirksamen Verfahren zur PFAS-Reduktion gehört unter anderem die Umkehrosmose.
Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion
Was sind PFAS?
PFAS steht für per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Dabei handelt es sich nicht um einen einzigen Stoff, sondern um eine sehr große Gruppe chemischer Verbindungen.
PFAS wurden und werden wegen Eigenschaften wie Wasser-, Fett- und Schmutzabweisung, chemischer Stabilität sowie Temperaturbeständigkeit in zahlreichen Anwendungen eingesetzt.
PFAS können beispielsweise in Verbindung stehen mit:
- bestimmten Beschichtungen,
- Textilien und Outdoor-Produkten,
- industriellen Prozessen,
- Feuerlöschschäumen,
- bestimmten Lebensmittelkontaktmaterialien,
- technischen Spezialanwendungen.
Die verschiedenen PFAS unterscheiden sich erheblich in ihren chemischen Eigenschaften, ihrer Mobilität, ihrem Verhalten im menschlichen Körper und ihrer toxikologischen Bedeutung.
Warum werden PFAS „Ewigkeitschemikalien“ genannt?
Viele PFAS sind in der Umwelt außergewöhnlich persistent. Das bedeutet, dass sie nur sehr langsam beziehungsweise unter natürlichen Bedingungen teilweise praktisch nicht abgebaut werden.
Der populäre Begriff „Ewigkeitschemikalien“ beschreibt diese hohe Beständigkeit. Fachlich sollte trotzdem nicht der Eindruck entstehen, jede einzelne PFAS-Verbindung verhalte sich vollkommen identisch.
Wie gelangen PFAS in die Umwelt?
PFAS können während Herstellung, Verwendung und Entsorgung PFAS-haltiger Produkte beziehungsweise Vorläuferverbindungen in die Umwelt gelangen.
Mögliche Eintragspfade sind beispielsweise:
- industrielle Standorte,
- bestimmte Feuerlöschschäume,
- Abwasser,
- Klärschlamm,
- Abfallbehandlung,
- kontaminierte Böden,
- Abbau anderer fluorierter Verbindungen.
Aufgrund ihrer Persistenz und teilweise hohen Mobilität können PFAS schließlich auch Oberflächenwasser und Grundwasser erreichen.
Können PFAS im Trinkwasser vorkommen?
Ja. PFAS können über belastete Rohwasserressourcen grundsätzlich auch für die Trinkwassergewinnung relevant werden.
Das bedeutet jedoch nicht, dass deutsches Leitungswasser grundsätzlich mit PFAS oberhalb gesundheitlich oder rechtlich relevanter Konzentrationen belastet ist.
Wasserversorger und zuständige Behörden müssen die Vorgaben der Trinkwasserverordnung beachten. Seit 2026 gehören bestimmte PFAS erstmals zu den verbindlich geregelten chemischen Parametern.
Welcher PFAS-Grenzwert gilt seit 2026?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt in Deutschland der Parameter Summe PFAS-20.
Der Grenzwert beträgt:
100 ng/l
beziehungsweise
0,00010 mg/l
Zur Summenbildung werden 20 bestimmte PFAS herangezogen, die in der Trinkwasserverordnung ausdrücklich definiert sind.
Welche Stoffe gehören zu PFAS-20?
Der Parameter PFAS-20 umfasst eine definierte Gruppe perfluorierter Carbon- und Sulfonsäuren. Dazu gehören:
- PFBA
- PFPeA
- PFHxA
- PFHpA
- PFOA
- PFNA
- PFDA
- PFUnDA
- PFDoDA
- PFTrDA
- PFBS
- PFPeS
- PFHxS
- PFHpS
- PFOS
- PFNS
- PFDS
- PFUnDS
- PFDoDS
- PFTrDS
Die Konzentrationen der nachgewiesenen Stoffe werden addiert und als Summe PFAS-20 bewertet.
Was bedeutet PFAS-4?
Zusätzlich zu PFAS-20 führt die deutsche Trinkwasserverordnung einen strengeren Summenparameter für vier besonders betrachtete PFAS ein.
PFAS-4 umfasst:
- PFOA – Perfluoroctansäure
- PFNA – Perfluornonansäure
- PFHxS – Perfluorhexansulfonsäure
- PFOS – Perfluoroctansulfonsäure
Für diese vier Stoffe gilt ab dem 12. Januar 2028 zusammen ein Grenzwert von:
20 ng/l
beziehungsweise
0,000020 mg/l
PFAS-20 und PFAS-4 im Vergleich
Bedeutet PFAS-20, dass nur 20 PFAS existieren?
Nein. Der Name bezeichnet lediglich die 20 PFAS, die für diesen gesetzlichen Summenparameter festgelegt wurden.
Die gesamte Stoffgruppe ist wesentlich größer. Ein Analyseergebnis unterhalb des PFAS-20-Grenzwerts bedeutet deshalb nicht automatisch, dass überhaupt keine anderen PFAS-Verbindungen im Wasser vorhanden sind.
Was passiert bei einer Überschreitung des PFAS-Grenzwerts?
Wird ein geltender Grenzwert überschritten, greifen die Vorgaben der Trinkwasserverordnung. Zuständige Gesundheitsämter bewerten die Situation und legen die erforderlichen Maßnahmen fest.
Nach den Empfehlungen des Umweltbundesamtes darf Wasser mit Konzentrationen oberhalb der geltenden Summengrenzwerte grundsätzlich nicht ohne Weiteres als Trinkwasser abgegeben werden. Die Trinkwasserverordnung enthält jedoch geregelte Verfahren für die behördliche Bewertung, mögliche Abweichungen und notwendige Maßnahmen.
Wichtig
Eine Grenzwertüberschreitung bedeutet nicht automatisch, dass das Trinken einer einzelnen Wasserprobe unmittelbar zu gesundheitlichen Schäden führt. Grenzwerte dienen dem vorsorgenden Schutz bei der Trinkwasserversorgung und müssen fachlich sowie behördlich bewertet werden.
Welche gesundheitliche Bedeutung haben PFAS?
Die gesundheitliche Bewertung von PFAS ist komplex, weil die Stoffgruppe sehr groß ist und sich einzelne PFAS deutlich unterscheiden.
Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist ausdrücklich darauf hin, dass keine einheitliche Aussage zum Gefährdungspotenzial aller PFAS möglich ist.
Besonders umfangreich untersucht wurden unter anderem:
- PFOA,
- PFOS,
- PFNA,
- PFHxS.
In epidemiologischen Untersuchungen wurden bei höheren Blutkonzentrationen dieser vier PFAS unter anderem geringere Konzentrationen bestimmter Antikörper nach Impfungen beobachtet. Dies wird als Hinweis auf Wirkungen auf das Immunsystem bewertet.
Für die Summe dieser vier PFAS hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit eine tolerierbare wöchentliche Aufnahme von 4,4 ng pro Kilogramm Körpergewicht abgeleitet.
Die tatsächliche gesundheitliche Bedeutung hängt jedoch immer von Stoff, Konzentration, Aufnahmeweg und Dauer der Exposition ab.
Ist Trinkwasser die einzige PFAS-Quelle für Menschen?
Nein. Menschen können PFAS über verschiedene Wege aufnehmen.
Dazu können unter anderem gehören:
- Lebensmittel,
- Trinkwasser,
- bestimmte Verbraucherprodukte,
- berufliche Expositionen.
Deshalb lässt sich die gesamte PFAS-Exposition eines Menschen nicht allein anhand einer Trinkwasseranalyse beurteilen.
Ist TFA ebenfalls ein PFAS?
Ja. Trifluoressigsäure beziehungsweise Trifluoracetat (TFA) wird vom Umweltbundesamt der PFAS-Gruppe zugeordnet.
TFA ist besonders persistent und sehr mobil in Wasser. Es kann unter anderem als Abbauprodukt verschiedener fluorierter Ausgangsstoffe entstehen.
Gehört TFA zu PFAS-20 oder PFAS-4?
Nein. TFA ist weder Bestandteil des Summenparameters PFAS-20 noch des Parameters PFAS-4.
Deshalb kann eine Wasserprobe die gesetzlichen Summengrenzwerte für PFAS-20 einhalten, obwohl zusätzlich TFA vorhanden ist.
Kann TFA aus Wasser entfernt werden?
TFA stellt für die Wasseraufbereitung eine besondere Herausforderung dar.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes wird TFA durch konventionelle Verfahren wie Aktivkohle, UV-Behandlung oder Ozonung nicht in relevantem Umfang entfernt.
Zu den wenigen Verfahren, die TFA technisch relevant reduzieren können, gehört die Umkehrosmose.
Dabei entsteht jedoch ein Konzentratstrom, in dem zurückgehaltene Stoffe in höherer Konzentration vorliegen.
Wie kann man PFAS im Trinkwasser messen?
PFAS werden mit spezialisierten chemisch-analytischen Verfahren bestimmt. Dafür werden Wasserproben in entsprechend ausgestatteten Laboren untersucht.
Bei einer gesetzlichen PFAS-20-Untersuchung müssen die relevanten Einzelverbindungen analytisch bestimmt und anschließend entsprechend der Trinkwasserverordnung zur Summe zusammengeführt werden.
Kann ein TDS-Messgerät PFAS erkennen?
Nein.
Ein handelsübliches TDS-Messgerät misst normalerweise die elektrische Leitfähigkeit des Wassers und berechnet daraus einen geschätzten Wert für die Gesamtmenge gelöster ionischer Stoffe.
PFAS treten in Konzentrationen auf, die mit einem solchen Gerät weder gezielt identifiziert noch quantifiziert werden können.
Ein TDS-Wert von beispielsweise 20 ppm oder 300 ppm sagt deshalb nichts darüber aus, ob PFAS vorhanden sind.
TDS- und EC-Messgeräte können trotzdem zur orientierenden Kontrolle einer Osmoseanlage sinnvoll sein. Entsprechende Geräte finden Sie unter Wassertester.
Kann man PFAS durch Abkochen entfernen?
Nein. Das Erhitzen oder Abkochen von Wasser ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung von PFAS.
Da beim Kochen hauptsächlich Wasser verdampft, werden schwerflüchtige PFAS dadurch nicht zuverlässig aus dem verbleibenden Wasser entfernt.
Welche Verfahren können PFAS aus Wasser reduzieren?
Für die technische PFAS-Reduktion werden unterschiedliche Verfahren eingesetzt. Zu den relevanten Technologien gehören insbesondere:
- granulierte Aktivkohle,
- Ionenaustausch,
- Nanofiltration,
- Umkehrosmose.
Die Eignung hängt unter anderem davon ab, welche PFAS vorhanden sind, welche Konzentrationen vorliegen und ob es sich um eine zentrale Aufbereitung oder ein Filtersystem am Entnahmepunkt handelt.
Kann Aktivkohle PFAS entfernen?
Aktivkohle kann verschiedene PFAS adsorbieren und wird auch bei der Trinkwasseraufbereitung eingesetzt.
Die Leistung ist jedoch nicht für alle PFAS identisch. Unter anderem können Kettenlänge, chemische Struktur, Kontaktzeit, Wasserzusammensetzung und Beladungszustand der Aktivkohle die Wirksamkeit beeinflussen.
Eine pauschale Aussage, jeder Aktivkohlefilter entferne sämtliche PFAS, wäre deshalb falsch.
Kann Umkehrosmose PFAS reduzieren?
Ja. Umkehrosmose gehört zu den technisch wirksamen Verfahren zur Reduktion vieler PFAS.
Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine sehr dichte semipermeable Membran geführt. Ein Teil des Wassers gelangt als Permeat durch die Membran, während viele gelöste Stoffe im Konzentratstrom zurückgehalten werden.
Die US-Umweltbehörde EPA führt Umkehrosmose und Nanofiltration als Hochdruck-Membranverfahren auf, die für die PFAS-Reduktion eingesetzt werden können.
Einen Überblick über entsprechende Systeme zur Wasseraufbereitung finden Sie unter Osmoseanlagen.
Entfernt jede Osmoseanlage PFAS gleich gut?
Nein.
Die allgemeine Eignung der Umkehrosmose als Verfahren bedeutet nicht, dass jede Haushaltsanlage für jede PFAS-Verbindung dieselbe Reduktionsleistung erreicht.
Relevant sind unter anderem:
- Membrantyp,
- Systemkonstruktion,
- Wasserdruck,
- Wassertemperatur,
- Zusammensetzung des Zulaufwassers,
- betrachtete PFAS-Verbindung,
- Betriebsdauer,
- Wartungszustand.
Wer für ein konkretes Produkt eine PFAS-Reduktion bewerten möchte, sollte deshalb nach produktspezifischen Prüfdaten suchen.
Was passiert mit den PFAS bei der Umkehrosmose?
Umkehrosmose zerstört PFAS nicht automatisch.
Die Membran trennt das Wasser in zwei Ströme:
Genau deshalb ist bei großen zentralen Anlagen auch der Umgang mit dem PFAS-haltigen Konzentrat eine technische und ökologische Herausforderung.
Ist ein Wasserfilter mit PFAS-Werbung automatisch geeignet?
Nein. Entscheidend ist nicht die Werbeaussage, sondern der nachvollziehbare Leistungsnachweis.
Verbraucher sollten bei konkreten PFAS-Claims auf folgende Punkte achten:
- Welche PFAS wurden tatsächlich getestet?
- Wie hoch war die Ausgangskonzentration?
- Welche Reduktion wurde gemessen?
- Nach welchem Prüfverfahren wurde getestet?
- Wie lange gilt die Filterleistung?
- Welche Filterwechselintervalle gelten?
- Wurde das komplette System oder nur ein Filtermedium geprüft?
Eine Aussage wie „entfernt PFAS“ ohne weitere Daten ist wesentlich weniger aussagekräftig als ein konkreter geprüfter Reduktionsclaim.
Warum ist regelmäßiger Filterwechsel wichtig?
Die Leistung eines Wasserfilters bleibt nicht unbegrenzt unverändert.
Aktivkohle kann mit zunehmender Nutzung beladen werden. RO-Membranen können durch Alterung, Fouling oder ungünstige Betriebsbedingungen an Leistung verlieren.
Deshalb müssen Filter und Membranen entsprechend den Herstellervorgaben gewartet und gewechselt werden.
Passende Filter für BEM AQUA Anlagen finden Sie unter Ersatzfilter.
Sollte jeder Haushalt wegen PFAS eine Osmoseanlage installieren?
Nein.
Die Einführung eines PFAS-Grenzwerts bedeutet nicht, dass das Leitungswasser jedes Haushalts oberhalb dieses Grenzwerts liegt.
Ein sachliches Vorgehen beginnt deshalb mit der Frage: Welche Werte liegen tatsächlich für mein Trinkwasser vor?
Der örtliche Wasserversorger ist hierfür eine wichtige Informationsquelle. Bei konkretem Verdacht oder einer individuellen Fragestellung kann zusätzlich eine geeignete Laboranalyse sinnvoll sein.
Was sollte ich tun, wenn ich PFAS in meinem Trinkwasser vermute?
-
Wasseranalyse des Versorgers prüfen.
Informieren Sie sich zunächst über veröffentlichte PFAS-Werte beziehungsweise die Trinkwasseranalyse Ihres örtlichen Wasserversorgers. -
Keine Rückschlüsse aus TDS oder Geschmack ziehen.
PFAS lassen sich weder schmecken noch mit einem einfachen TDS-Messgerät nachweisen. -
Bei konkreter Fragestellung gezielt untersuchen lassen.
Dafür ist eine geeignete PFAS-Laboranalyse erforderlich. -
Bei einer tatsächlichen Grenzwertüberschreitung behördliche Hinweise beachten.
Wasserversorger und Gesundheitsamt sind für die Bewertung und erforderlichen Maßnahmen zuständig. -
Bei privater Zusatzaufbereitung geprüfte Leistungsdaten betrachten.
Ein Filter sollte anhand seiner nachgewiesenen PFAS-Reduktionsleistung ausgewählt werden.
Umkehrosmose zur Wasseraufbereitung
Umkehrosmose gehört zu den technischen Verfahren, mit denen zahlreiche gelöste Stoffe und auch viele PFAS reduziert werden können. Entscheidend sind die tatsächlichen Leistungsdaten des jeweiligen Systems.
Osmoseanlagen ansehenHäufige Fragen zu PFAS im Trinkwasser
Was sind PFAS einfach erklärt?
PFAS sind eine große Gruppe fluorierter Chemikalien, die aufgrund ihrer besonderen technischen Eigenschaften in vielen Anwendungen eingesetzt wurden und werden. Viele PFAS sind sehr persistent und werden deshalb häufig als Ewigkeitschemikalien bezeichnet.
Welcher PFAS-Grenzwert gilt 2026 in Deutschland?
Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe PFAS-20 ein Grenzwert von 100 ng/l beziehungsweise 0,00010 mg/l.
Welcher PFAS-Grenzwert gilt ab 2028?
Ab dem 12. Januar 2028 gilt zusätzlich für die Summe PFAS-4 ein Grenzwert von 20 ng/l beziehungsweise 0,000020 mg/l.
Welche Stoffe gehören zu PFAS-4?
PFAS-4 umfasst PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS. Diese vier Stoffe werden ab 2028 gemeinsam mit einem Summengrenzwert von 20 ng/l bewertet.
Ist TFA ein PFAS?
Ja. Das Umweltbundesamt ordnet Trifluoressigsäure beziehungsweise Trifluoracetat der PFAS-Gruppe zu. TFA ist jedoch nicht Bestandteil der Summenparameter PFAS-20 oder PFAS-4.
Kann ein TDS-Messgerät PFAS messen?
Nein. Ein TDS-Messgerät kann PFAS weder identifizieren noch deren Konzentration bestimmen. Dafür ist eine geeignete chemische Laboranalyse erforderlich.
Kann man PFAS durch Abkochen entfernen?
Nein. Erhitzen oder Kochen ist kein geeignetes Verfahren zur PFAS-Entfernung.
Entfernt Aktivkohle PFAS?
Aktivkohle kann verschiedene PFAS reduzieren. Die tatsächliche Leistung hängt jedoch unter anderem von der jeweiligen PFAS-Verbindung, dem Filtermaterial, der Kontaktzeit und dem Beladungszustand ab.
Kann eine Osmoseanlage PFAS filtern?
Umkehrosmose gehört zu den wirksamen Verfahren zur Reduktion vieler PFAS. Für eine konkrete Osmoseanlage sollten jedoch die tatsächlich geprüften Reduktionsleistungen betrachtet werden.
Entfernt Umkehrosmose PFAS vollständig?
Eine vollständige Entfernung jedes PFAS kann nicht pauschal für sämtliche RO-Systeme garantiert werden. Die Rückhaltung hängt von der Membran, dem Stoff und den Betriebsbedingungen ab.
Kann Umkehrosmose TFA reduzieren?
Ja. Nach Angaben des Umweltbundesamtes gehört Umkehrosmose zu den wenigen Verfahren, die TFA in relevantem Umfang aus Wasser entfernen können.
Sind PFAS im Trinkwasser automatisch gesundheitsschädlich?
Nicht jede nachweisbare PFAS-Konzentration bedeutet automatisch eine gesundheitliche Schädigung. Das gesundheitliche Risiko hängt von Stoff, Konzentration und Expositionsdauer ab. Deshalb bestehen gesetzliche Grenzwerte und gesundheitliche Bewertungsmaßstäbe.
Muss ich mein Leitungswasser wegen PFAS filtern?
Nicht grundsätzlich. Zuerst sollte geprüft werden, welche PFAS-Werte der zuständige Wasserversorger beziehungsweise eine geeignete Analyse für das konkrete Trinkwasser ausweist.
Fazit: PFAS sachlich messen und gezielt reduzieren
PFAS gehören zu den bedeutenden neuen Themen der Trinkwasserüberwachung. Seit Januar 2026 gilt in Deutschland erstmals ein verbindlicher Grenzwert für die Summe PFAS-20. Ab 2028 kommt mit PFAS-4 ein zusätzlicher strengerer Summenparameter hinzu.
Gleichzeitig ist PFAS keine einzelne Chemikalie. Die Stoffgruppe ist groß und einzelne Verbindungen unterscheiden sich erheblich.
Deshalb sind drei Punkte entscheidend:
- PFAS müssen mit geeigneten Laborverfahren bestimmt werden.
- Eine nachweisbare Konzentration muss anhand der geltenden Grenz- und Bewertungswerte eingeordnet werden.
- Filterleistungen müssen für das konkrete Verfahren beziehungsweise Produkt nachvollziehbar belegt sein.
Umkehrosmose gehört zu den leistungsfähigen Technologien zur PFAS-Reduktion. Daraus sollte jedoch kein pauschales Werbeversprechen abgeleitet werden.
Die fachlich saubere Frage lautet deshalb nicht: „Filtert Osmose PFAS?“ sondern: „Welche PFAS reduziert dieses konkrete System unter welchen Bedingungen und mit welcher nachgewiesenen Leistung?“
Quellen und weiterführende Informationen
- Trinkwasserverordnung – Anlage 2: Chemische Parameter und PFAS-Grenzwerte
- Umweltbundesamt – Umgang mit Abweichungen bei PFAS-20 und PFAS-4
- Umweltbundesamt – PFAS im Trinkwasser: Sachstand und Aspekte zur Bewertung
- Umweltbundesamt – Bewertung der PFAS-20 aus der Trinkwasserverordnung
- Umweltbundesamt – FAQ zur Trifluoressigsäure TFA
- Bundesinstitut für Risikobewertung – Fragen und Antworten zu PFAS
- U.S. Environmental Protection Agency – Technologies for Removing PFAS from Drinking Water
- World Health Organization – PFAS in Drinking Water