August 2026
TDS-Wert – Was misst ein TDS-Messgerät wirklich?
Der TDS-Wert wird häufig verwendet, um die Menge gelöster Stoffe im Wasser grob einzuschätzen. Besonders bei Umkehrosmoseanlagen ist die Messung beliebt, weil sich damit schnell vergleichen lässt, wie stark die Konzentration gelöster Ionen vor und nach der RO-Membran verändert wurde.
Ein wichtiger Punkt wird dabei jedoch häufig missverstanden: Ein handelsübliches TDS-Messgerät misst nicht direkt alle gelösten Stoffe und erkennt keine einzelnen Schadstoffe. Das Gerät misst normalerweise die elektrische Leitfähigkeit des Wassers und berechnet daraus einen geschätzten TDS-Wert.
Kurz erklärt
TDS steht für „Total Dissolved Solids“, also die Gesamtmenge gelöster Stoffe. Ein typischer elektronischer TDS-Tester bestimmt diese Menge nicht direkt im Laborverfahren. Er misst die elektrische Leitfähigkeit des Wassers und errechnet daraus mit einem Umrechnungsfaktor einen TDS-Schätzwert. Damit lässt sich beispielsweise die Funktion einer Umkehrosmosemembran orientierend kontrollieren. Ob Blei, PFAS, Nitrat oder andere konkrete Stoffe vorhanden sind, kann ein normales TDS-Messgerät dagegen nicht feststellen.
Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion
Was bedeutet TDS?
TDS ist die Abkürzung für Total Dissolved Solids. Gemeint ist vereinfacht die Gesamtmenge gelöster Stoffe im Wasser.
Zu den gelösten Bestandteilen können beispielsweise Ionen folgender Stoffe gehören:
- Calcium
- Magnesium
- Natrium
- Kalium
- Chlorid
- Sulfat
- Hydrogencarbonat
- Nitrat
- weitere gelöste anorganische Bestandteile
TDS beschreibt jedoch nur eine Gesamtmenge. Der Wert sagt nicht, welche einzelnen Substanzen vorhanden sind.
Wie wird TDS im Labor bestimmt?
Streng genommen ist TDS eine analytisch bestimmte Größe. Bei einer gravimetrischen Laborbestimmung wird eine definierte Wasserprobe verarbeitet und das nach dem Verdampfen beziehungsweise Trocknen verbleibende Material bestimmt.
Genau darin liegt ein wichtiger Unterschied zum kleinen elektronischen TDS-Messgerät: Das Handmessgerät wiegt keine gelösten Rückstände.
Es nutzt stattdessen einen schnell messbaren physikalischen Ersatzparameter: die elektrische Leitfähigkeit.
Was misst ein TDS-Messgerät wirklich?
Ein typisches digitales TDS-Messgerät besitzt Elektroden, die mit dem Wasser in Kontakt kommen. Das Gerät bestimmt, wie gut das Wasser elektrischen Strom leitet.
Diese Eigenschaft wird als elektrische Leitfähigkeit beziehungsweise EC für „Electrical Conductivity“ bezeichnet.
Gelöste Ionen können elektrische Ladung durch das Wasser transportieren. Je mehr leitfähige Ionen vorhanden sind, desto höher ist normalerweise die elektrische Leitfähigkeit.
Gelöste Ionen im Wasser
↓
beeinflussen die elektrische Leitfähigkeit
↓
TDS-Messgerät misst EC
↓
Umrechnung mit einem Faktor
↓
geschätzter TDS-Wert
Was bedeutet EC?
EC steht für „Electrical Conductivity“, also elektrische Leitfähigkeit. Sie beschreibt die Fähigkeit des Wassers, elektrischen Strom zu leiten.
Die Leitfähigkeit hängt unter anderem von der Art und Konzentration gelöster Ionen sowie von der Temperatur des Wassers ab.
Angegeben wird sie bei Trinkwasser häufig in:
- µS/cm – Mikrosiemens pro Zentimeter
- mS/cm – Millisiemens pro Zentimeter
1.000 µS/cm entsprechen 1 mS/cm.
Wie wird aus EC ein TDS-Wert?
Ein elektronisches TDS-Messgerät verwendet einen sogenannten EC-TDS-Umrechnungsfaktor.
Vereinfacht gilt:
TDS ≈ elektrische Leitfähigkeit × Umrechnungsfaktor
Der Umrechnungsfaktor ist jedoch nicht universell. Professionelle Geräte erlauben beispielsweise unterschiedliche Faktoren je nach Wasserzusammensetzung. Bei einfachen Handmessgeräten kann der Faktor fest voreingestellt sein.
Genau deshalb können zwei unterschiedliche TDS-Messgeräte bei derselben Wasserprobe verschiedene TDS-Werte anzeigen, obwohl beide eine ähnliche Leitfähigkeit messen.
Ein Beispiel für die Umrechnung
Angenommen, ein Gerät misst eine elektrische Leitfähigkeit von:
400 µS/cm
und verwendet einen Umrechnungsfaktor von:
0,5
Dann ergibt sich vereinfacht:
400 × 0,5 = 200 ppm TDS
Verwendet ein anderes Messgerät dagegen einen Faktor von 0,65, würde dieselbe Leitfähigkeit rechnerisch einen höheren TDS-Wert ergeben.
Deshalb ist besonders bei Vergleichsmessungen wichtig, möglichst immer dasselbe Gerät und dieselben Einstellungen zu verwenden.
Was bedeutet ppm beim TDS-Wert?
TDS-Messgeräte zeigen ihre Ergebnisse häufig in ppm an. Die Abkürzung bedeutet „parts per million“.
Bei verdünnten wässrigen Lösungen wird ppm bei solchen Messgeräten häufig näherungsweise wie mg/l dargestellt beziehungsweise verwendet.
Wichtig bleibt jedoch: Der angezeigte Wert eines einfachen TDS-Meters ist normalerweise ein aus der Leitfähigkeit errechneter Wert und keine direkte Laborbestimmung der tatsächlichen Masse aller gelösten Stoffe.
Was misst ein TDS-Gerät nicht?
Genau hier entsteht das häufigste Missverständnis.
Ein TDS-Messgerät ist kein universelles Trinkwasser-Labor. Es kann aus einem Messwert nicht bestimmen, welche Stoffe tatsächlich im Wasser vorhanden sind.
Kann ein TDS-Messgerät Schadstoffe erkennen?
Nein, nicht gezielt. Ein TDS-Messgerät kann nicht erkennen, ob beispielsweise Blei, PFAS oder Nitrat vorhanden ist.
Der Grund ist einfach: Das Gerät sieht keine chemischen Stoffnamen. Es erfasst lediglich die elektrische Leitfähigkeit der gesamten Wasserprobe.
Zwei Wasserproben können deshalb einen ähnlichen TDS-Wert besitzen und trotzdem eine völlig unterschiedliche chemische Zusammensetzung haben.
Kann Wasser mit niedrigem TDS trotzdem Stoffe enthalten?
Ja. Ein niedriger TDS-Wert beweist nicht, dass keine unerwünschten Stoffe vorhanden sind.
Besonders Stoffe, die nur in sehr kleinen Konzentrationen vorkommen, können für den Gesamtleitwert praktisch unbedeutend sein.
Ein Beispiel verdeutlicht die Größenordnung: Trinkwasserparameter werden bei bestimmten Stoffen teilweise im Bereich von Mikro- oder sogar Nanogramm pro Liter betrachtet. Solche Konzentrationen verändern den Gesamt-TDS-Wert nicht so, dass ein einfaches Handmessgerät daraus zuverlässig auf diesen Stoff schließen könnte.
Bedeutet ein hoher TDS-Wert schlechtes Wasser?
Nein. Ein hoher TDS-Wert bedeutet zunächst nur, dass relativ viele elektrisch leitfähige gelöste Stoffe vorhanden sind.
Dazu können vollkommen natürliche Mineralstoffe wie Calcium, Magnesium oder Hydrogencarbonat gehören. Ein mineralreiches Wasser kann deshalb einen höheren TDS-Wert besitzen, ohne dass der Wert automatisch auf eine gesundheitlich bedenkliche Wasserqualität hinweist.
Bedeutet ein niedriger TDS-Wert gutes Wasser?
Ebenfalls nein.
Ein niedriger TDS-Wert zeigt vor allem eine geringe Konzentration leitfähiger gelöster Stoffe an. Er ist kein vollständiger Qualitätsnachweis.
Die Aussage:
„Je niedriger der TDS-Wert, desto gesünder das Wasser“
ist deshalb fachlich nicht haltbar.
Welche Rolle spielt TDS bei einer Osmoseanlage?
Bei einer Umkehrosmoseanlage ist der TDS-Wert besonders nützlich, weil RO-Membranen viele gelöste Ionen reduzieren.
Deshalb lässt sich die Leitfähigkeit beziehungsweise der daraus errechnete TDS-Wert vor und nach der RO-Membran vergleichen.
Dieser Vergleich kann Hinweise darauf geben, wie effektiv die Membran aktuell gelöste ionische Stoffe zurückhält.
Wie berechnet man die TDS-Rückhalterate?
Für eine orientierende Kontrolle kann die prozentuale Veränderung zwischen Zulaufwasser und Permeat berechnet werden.
Rückhalterate (%) = ((TDS Zulauf − TDS Permeat) ÷ TDS Zulauf) × 100
Beispiel
Das Leitungswasser besitzt einen angezeigten Wert von:
300 ppm
Das Osmosewasser besitzt:
20 ppm
Daraus ergibt sich:
(300 − 20) ÷ 300 × 100
= ca. 93,3 %
Diese Berechnung beschreibt die Reduktion des gemessenen beziehungsweise geschätzten Gesamtsignals gelöster Stoffe.
Sie bedeutet nicht, dass jeder einzelne Stoff im Wasser um exakt 93,3 Prozent reduziert wurde.
Welchen TDS-Wert sollte Osmosewasser haben?
Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Einzelwert.
Der Wert hinter einer RO-Membran hängt unter anderem ab von:
- TDS beziehungsweise Leitfähigkeit des Zulaufwassers,
- Membrantyp,
- Wasserdruck,
- Wassertemperatur,
- Alter und Zustand der Membran,
- Recovery beziehungsweise Ausbeute der Anlage,
- weiteren Filter- oder Mineralisierungsstufen.
Deshalb sollte nicht ausschließlich gefragt werden: „Wie niedrig ist mein TDS-Wert?“
Aussagekräftiger ist häufig: „Wie stark unterscheidet sich der Wert vor und nach meiner RO-Membran unter vergleichbaren Bedingungen?“
Warum kann mineralisiertes Osmosewasser wieder einen höheren TDS-Wert haben?
Einige Osmoseanlagen besitzen nach der RO-Membran eine Mineralisierungsstufe. Dabei werden dem mineralarmen Permeat wieder bestimmte gelöste Mineralbestandteile zugeführt.
Dadurch steigt auch die elektrische Leitfähigkeit.
Ein höherer TDS-Wert nach einer Mineralisierungsstufe bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die RO-Membran schlechter arbeitet.
Für die Beurteilung der Membran wäre in einem solchen System idealerweise das Wasser unmittelbar nach der RO-Membran und vor der Mineralisierung zu messen.
Warum verändert die Temperatur den Messwert?
Die elektrische Leitfähigkeit von Wasser ist temperaturabhängig. Mit steigender Temperatur verändert sich auch die Beweglichkeit der gelösten Ionen.
Hochwertigere Leitfähigkeitsmessgeräte besitzen deshalb eine Temperaturkompensation.
Bei einfachen Vergleichsmessungen zuhause sollte zumindest darauf geachtet werden, Wasserproben unter möglichst ähnlichen Bedingungen zu messen.
Wie misst man TDS richtig?
Für möglichst vergleichbare Messungen empfiehlt sich folgendes Vorgehen:
-
Sauberes Gefäß verwenden.
Rückstände von Getränken, Reinigungsmitteln oder vorherigen Wasserproben können das Ergebnis verändern. -
Messsonde abspülen.
Die Elektrode vor der Vergleichsmessung mit der zu messenden Wasserprobe beziehungsweise sauberem Wasser spülen. -
Frische Wasserprobe verwenden.
Für Vergleichsmessungen sollten die Proben unter möglichst ähnlichen Bedingungen entnommen werden. -
Messbereich vollständig eintauchen.
Dabei die vom Hersteller angegebene Eintauchtiefe beachten. -
Wert stabilisieren lassen.
Nicht unmittelbar den ersten angezeigten Wert ablesen. -
Dasselbe Gerät verwenden.
Für Verlaufskontrollen ist die Vergleichbarkeit oft wichtiger als der Vergleich verschiedener Geräte.
Wie misst man eine Osmoseanlage sinnvoll?
Für die orientierende Kontrolle einer Osmoseanlage sollten mindestens zwei Messungen vorgenommen werden:
Aus beiden Werten kann anschließend die relative Reduktion berechnet werden.
Wann kann ein steigender TDS-Wert auf ein Problem hinweisen?
Steigt der TDS-Wert des Permeats über längere Zeit deutlich an, während das Zulaufwasser vergleichbar bleibt, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass sich die Leistung der RO-Membran verändert.
Mögliche Ursachen können unter anderem sein:
- Alterung der Membran,
- Belagbildung beziehungsweise Fouling,
- ungeeigneter Wasserdruck,
- veränderte Betriebsbedingungen,
- Beschädigung der Membran,
- Undichtigkeiten oder technische Probleme im System.
Ein einzelner Messwert sollte jedoch nicht sofort als Defekt interpretiert werden. Aussagekräftiger ist eine nachvollziehbare Veränderung über mehrere vergleichbare Messungen.
Wann müssen Filter oder Membran gewechselt werden?
Ein TDS-Messgerät kann bei der Beobachtung der RO-Membran helfen. Es ersetzt jedoch nicht die vom Hersteller vorgeschriebenen Wechselintervalle.
Vorfilter und Nachfilter erfüllen teilweise Aufgaben, die ein TDS-Messgerät nicht erkennen kann. Ein Aktivkohlefilter kann beispielsweise seine vorgesehene Funktion verlieren, ohne dass sich der TDS-Wert deutlich verändert.
Deshalb sollten Filter entsprechend der Herstellervorgaben gewechselt werden. Passende Komponenten für BEM AQUA Systeme finden Sie unter Ersatzfilter für BEM Wasserfilter.
Kann ein TDS-Messgerät die Wasserhärte messen?
Nicht direkt.
Calcium- und Magnesiumionen tragen sowohl zur Wasserhärte als auch zur elektrischen Leitfähigkeit bei. Deshalb kann zwischen hartem Wasser und einem höheren Leitwert ein Zusammenhang bestehen.
TDS und Wasserhärte sind jedoch unterschiedliche Größen. Andere gelöste Ionen beeinflussen die Leitfähigkeit ebenfalls.
Ein TDS-Wert kann deshalb nicht zuverlässig in Grad deutscher Härte umgerechnet werden.
TDS und Leitfähigkeit in der deutschen Trinkwasserverordnung
Die deutsche Trinkwasserverordnung führt TDS nicht als eigenen allgemeinen Parameter. Sie enthält jedoch die elektrische Leitfähigkeit als Indikatorparameter.
In der aktuellen Trinkwasserverordnung ist hierfür ein Wert von 2.790 µS/cm bei 25 °C angegeben.
Dieser rechtliche Wert darf nicht mit einer Empfehlung verwechselt werden, Osmosewasser müsse einen bestimmten besonders niedrigen TDS-Wert erreichen.
Die Trinkwasserbewertung erfolgt anhand zahlreicher mikrobiologischer, chemischer, physikalisch-chemischer und weiterer Parameter und nicht anhand einer einzelnen TDS-Anzeige.
Warum können verschiedene TDS-Messgeräte unterschiedliche Werte anzeigen?
Dafür gibt es mehrere mögliche Gründe:
- unterschiedliche EC-TDS-Umrechnungsfaktoren,
- unterschiedliche Temperaturkompensation,
- Messtoleranzen der Geräte,
- unterschiedliche Kalibrierung,
- verschmutzte Elektroden,
- abweichende Messbereiche,
- unterschiedliche Wassertemperaturen.
Für die regelmäßige Kontrolle einer Osmoseanlage ist deshalb sinnvoll, dasselbe Messgerät unter möglichst vergleichbaren Bedingungen einzusetzen.
Muss ein TDS-Messgerät kalibriert werden?
Das hängt vom Gerät ab. Professionelle EC-/TDS-Messgeräte können mit definierten Leitfähigkeitslösungen kalibriert werden.
Bei günstigen Handmessgeräten kann die Kalibrierung eingeschränkt oder fest vorgegeben sein. Die Bedienungsanleitung des jeweiligen Geräts ist deshalb maßgeblich.
Wofür ist ein TDS-Messgerät zuhause sinnvoll?
Trotz seiner Grenzen ist ein TDS-Meter ein praktisches Werkzeug.
Besonders sinnvoll ist es für:
- Vergleich von Leitungswasser und Osmosewasser,
- orientierende Kontrolle der RO-Membran,
- Dokumentation von Veränderungen über längere Zeit,
- Vergleich vor und nach einer Mineralisierungsstufe,
- Kontrolle der elektrischen Leitfähigkeit bei geeigneten EC-/TDS-Geräten.
Einen passenden digitalen TDS- und EC-Wassertester finden Sie im BEM AQUA Sortiment.
Weitere Messgeräte finden Sie in der Kategorie Wassertester.
Wann braucht man eine Laboranalyse statt eines TDS-Messgeräts?
Sobald eine konkrete Frage zu einem bestimmten Stoff beantwortet werden soll, reicht ein TDS-Messgerät nicht aus.
Eine gezielte Untersuchung ist beispielsweise erforderlich bei Fragen wie:
- Ist Blei im Wasser?
- Wie hoch ist die Nitratkonzentration?
- Sind PFAS vorhanden?
- Enthält das Wasser bestimmte Pestizide?
- Gibt es eine mikrobiologische Belastung?
- Welche Mineralstoffe sind in welcher Konzentration enthalten?
Dafür sind geeignete analytische Verfahren beziehungsweise entsprechend qualifizierte Labore erforderlich.
Merksatz
Ein TDS-Messgerät beantwortet die Frage „Wie stark leitet dieses Wasser elektrischen Strom und wie hoch ist daraus geschätzt die Menge gelöster ionischer Stoffe?“ – nicht die Frage „Welche Schadstoffe befinden sich im Wasser?“.
Häufige Fragen zum TDS-Wert
Was bedeutet TDS bei Wasser?
TDS steht für Total Dissolved Solids und bezeichnet die Gesamtmenge gelöster Stoffe im Wasser. Ein elektronisches TDS-Messgerät schätzt diesen Wert normalerweise anhand der elektrischen Leitfähigkeit.
Was ist ein guter TDS-Wert?
Einen universellen „guten“ TDS-Wert gibt es nicht. Ein TDS-Wert beschreibt eine Gesamtmenge gelöster Stoffe, aber weder deren Zusammensetzung noch automatisch die gesundheitliche Qualität des Wassers.
Ist ein TDS-Wert von 0 ideal?
Nein. Ein Wert von 0 ist kein allgemeines Qualitätsziel für Trinkwasser. Entscheidend ist, welche Wasserzusammensetzung für die jeweilige Anwendung benötigt wird.
Misst ein TDS-Messgerät PFAS?
Nein. Ein übliches TDS-Messgerät kann PFAS nicht gezielt erkennen. Dafür ist eine entsprechende chemische Laboranalyse notwendig.
Misst ein TDS-Messgerät Blei?
Nein. Ein TDS-Meter kann nicht bestimmen, ob Blei vorhanden ist. Es erfasst lediglich die elektrische Leitfähigkeit beziehungsweise einen daraus errechneten Summenwert.
Kann ein TDS-Messgerät Nitrat messen?
Nicht gezielt. Nitrat kann zwar zur Leitfähigkeit beitragen, ein TDS-Messgerät kann diesen Anteil jedoch nicht von anderen gelösten Ionen unterscheiden.
Warum hat Osmosewasser einen niedrigen TDS-Wert?
Die RO-Membran reduziert viele gelöste Ionen. Dadurch sinkt die elektrische Leitfähigkeit und damit üblicherweise auch der vom Gerät errechnete TDS-Wert.
Warum steigt der TDS-Wert nach einer Mineralisierung?
Eine Mineralisierungsstufe gibt bestimmte Mineralionen an das Wasser ab. Dadurch steigt die elektrische Leitfähigkeit und damit auch der errechnete TDS-Wert.
Kann ich mit TDS erkennen, wann die RO-Membran gewechselt werden muss?
Ein zunehmender TDS-Wert im Permeat kann ein Hinweis auf eine veränderte Membranleistung sein. Die Beurteilung sollte aber anhand mehrerer vergleichbarer Messungen und der Herstellervorgaben erfolgen.
Ist TDS dasselbe wie Wasserhärte?
Nein. Wasserhärte wird vor allem durch Calcium- und Magnesiumionen bestimmt. TDS umfasst dagegen viele unterschiedliche gelöste Stoffe.
Fazit: TDS ist ein nützlicher Kontrollwert, aber kein Schadstofftest
Der TDS-Wert ist besonders bei Umkehrosmoseanlagen ein praktischer Parameter. Durch den Vergleich von Zulauf- und Osmosewasser lässt sich schnell erkennen, wie stark die Konzentration leitfähiger gelöster Stoffe durch die RO-Membran verändert wird.
Entscheidend ist jedoch die richtige Interpretation: Ein elektronischer TDS-Tester misst normalerweise die elektrische Leitfähigkeit und berechnet daraus einen geschätzten TDS-Wert.
Er kann weder die genaue Zusammensetzung des Wassers bestimmen noch einzelne Stoffe wie PFAS, Blei oder Nitrat identifizieren.
Für die laufende technische Kontrolle einer Osmoseanlage ist ein TDS-Messgerät deshalb sehr hilfreich. Für die Beurteilung konkreter chemischer oder mikrobiologischer Stoffe ist dagegen eine gezielte Analyse erforderlich.
Quellen und weiterführende Informationen
- U.S. Geological Survey – Salinity and total dissolved solids measurements for natural waters
- U.S. Geological Survey – Specific Electrical Conductance
- Bundesministerium der Justiz – Trinkwasserverordnung, Anlage 3
- U.S. Environmental Protection Agency – Point-of-Use Reverse Osmosis Systems
- Hanna Instruments – Relationship between EC and TDS
- Thermo Fisher Scientific – Conductivity and TDS measurement