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August 2026

TFA im Trinkwasser: PFAS, Leitwert und Filterung erklärt

TFA im Trinkwasser: PFAS, Leitwert und Filterung erklärt

TFA beziehungsweise Trifluoracetat ist ein extrem persistentes und mobiles PFAS, das inzwischen auch in Grund- und Trinkwasser nachgewiesen wird. Erfahren Sie, woher TFA stammt, warum der PFAS-20-Grenzwert nicht für TFA gilt, was der UBA-Trinkwasserleitwert von 60 µg/l bedeutet und warum Umkehrosmose zu den wenigen technisch relevanten Verfahren zur TFA-Reduktion gehört.

TFA im Trinkwasser ist eines der aktuell wichtigsten Themen innerhalb der Diskussion um PFAS und den langfristigen Schutz unserer Wasserressourcen. TFA steht für Trifluoressigsäure beziehungsweise das in Wasser überwiegend vorkommende Trifluoracetat.

Der Stoff ist besonders problematisch, weil er extrem langlebig und gleichzeitig sehr mobil ist. Einmal in den Wasserkreislauf gelangt, wird TFA unter Umweltbedingungen praktisch nicht weiter abgebaut und lässt sich mit vielen üblichen Verfahren der Trinkwasseraufbereitung nur schwer entfernen.

Kurz erklärt

TFA ist ein ultrakurzkettiges PFAS und wird inzwischen in Regen, Oberflächenwasser, Grundwasser und Trinkwasser nachgewiesen. Einen eigenständig in Anlage 2 der deutschen Trinkwasserverordnung genannten TFA-Grenzwert gibt es derzeit nicht. Das Umweltbundesamt verwendet einen gesundheitlich begründeten Trinkwasserleitwert von 60 µg/l. TFA gehört außerdem nicht zu den 20 Stoffen des gesetzlichen Parameters „Summe PFAS-20“. Aktivkohle, Ozon und UV-Strahlung sind zur relevanten TFA-Entfernung ungeeignet. Umkehrosmose gehört zu den wenigen technisch relevanten Verfahren, die TFA reduzieren können.

Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion

Was ist TFA?

TFA ist die gebräuchliche Abkürzung für Trifluoressigsäure.

Die chemische Formel lautet: CF3COOH.

Trifluoressigsäure ist eine starke Säure. In Wasser liegt sie daher weitgehend als negativ geladenes Trifluoracetat-Ion CF3COO vor.

Im Umwelt- und Trinkwasserbereich werden die Begriffe Trifluoressigsäure, Trifluoracetat und TFA deshalb häufig vereinfachend für denselben analytisch betrachteten Stoff verwendet.

Gehört TFA zu PFAS?

Ja. TFA gehört nach heutiger Einordnung zur Stoffgruppe der PFAS.

TFA ist eine extrem kleine beziehungsweise ultrakurzkettige Perfluorcarbonsäure.

Damit unterscheidet sich TFA deutlich von bekannten länger- oder langkettigen PFAS wie:

  • PFOA,
  • PFOS,
  • PFNA,
  • PFHxS.

Diese Unterschiede sind technisch wichtig: Je kürzer und mobiler eine PFAS-Verbindung ist, desto schwieriger kann ihre Entfernung mit bestimmten Adsorptionsverfahren werden.

Warum wird TFA als „Ewigkeitschemikalie“ bezeichnet?

TFA besitzt eine extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung.

Unter normalen Umweltbedingungen wird die Verbindung praktisch nicht weiter abgebaut.

Das Umweltbundesamt beschreibt TFA deshalb als sehr persistent.

Gleichzeitig ist TFA:

  • sehr gut wasserlöslich,
  • kaum an Bodenpartikel gebunden,
  • kaum an Sedimente gebunden,
  • sehr mobil im Wasserkreislauf.

Die Kombination aus Persistenz und Mobilität ist für den Grund- und Trinkwasserschutz besonders ungünstig.

Wie gelangt TFA in die Umwelt?

TFA besitzt nicht nur eine einzige Quelle.

Ein erheblicher Teil entsteht als sogenanntes Endabbauprodukt anderer fluorierter Chemikalien.

Zu den wichtigsten bekannten Eintragspfaden gehören:

  • fluorierte Pflanzenschutzmittel,
  • fluorierte Kälte- und Treibmittel,
  • industrielle Produktion und Abwässer,
  • bestimmte Arzneimittel,
  • Biozide,
  • weitere fluorierte Chemikalien.

Wie entsteht TFA aus Kältemitteln?

Bestimmte fluorierte Kältemittel gelangen bei Herstellung, Verwendung oder Freisetzung in die Atmosphäre.

Dort können sie chemisch abgebaut werden. Enthält die Ausgangsverbindung eine geeignete Trifluormethylgruppe, kann bei diesem Abbau TFA entstehen.

Das entstandene TFA gelangt anschließend über Niederschläge wieder zur Erdoberfläche.

Damit können beispielsweise fluorierte Kältemittel indirekt zur Belastung von:

  • Regenwasser,
  • Böden,
  • Flüssen,
  • Seen,
  • Grundwasser

beitragen.

Was haben Autoklimaanlagen mit TFA zu tun?

Ein häufig diskutiertes Beispiel ist das Kältemittel R-1234yf, das unter anderem in Fahrzeugklimaanlagen verwendet wird.

Dieses fluorierte Kältemittel kann in der Atmosphäre zu TFA abgebaut werden.

Die entstehende Trifluoressigsäure wird anschließend mit Niederschlägen aus der Atmosphäre ausgewaschen.

Autoklimaanlagen sind damit nicht die einzige TFA-Quelle, aber ein Beispiel dafür, wie Chemikalienanwendungen weit entfernt von einem Gewässer letztlich den Wasserkreislauf beeinflussen können.

Wie entsteht TFA aus Pflanzenschutzmitteln?

Verschiedene Pflanzenschutzmittelwirkstoffe enthalten kohlenstoffgebundene Trifluormethylgruppen.

Werden solche Wirkstoffe in der Umwelt abgebaut, kann als stabiles Endprodukt TFA entstehen.

Durch Regen und Bodenwasser kann das sehr mobile Trifluoracetat anschließend in tiefere Bodenschichten und letztlich ins Grundwasser gelangen.

Genau deshalb ist TFA auch eng mit dem Thema Pestizid-Metaboliten und Grundwasserschutz verbunden.

Warum ist TFA im Grundwasser besonders problematisch?

Grundwasser erneuert sich teilweise sehr langsam.

Gleichzeitig wird TFA dort praktisch nicht biologisch abgebaut.

Jeder zusätzliche Eintrag kann deshalb zur langfristigen Hintergrundbelastung beitragen.

Anders als viele andere organische Stoffe bindet TFA zudem kaum an Boden oder Sediment.

Dadurch kann die Verbindung mit dem Wasserstrom weitertransportiert werden.

Wie häufig wird TFA im deutschen Grundwasser gefunden?

TFA wird inzwischen an einem großen Anteil deutscher Grundwassermessstellen nachgewiesen.

Das Umweltbundesamt beschreibt das Vorkommen als nahezu flächendeckend.

Wichtig ist jedoch die Abgrenzung:

Grundwasser ist nicht automatisch Trinkwasser

Grundwassermessstellen dienen der Umweltüberwachung. Ein TFA-Befund im Grundwasser bedeutet nicht automatisch, dass das Leitungswasser eines bestimmten Haushalts dieselbe Konzentration besitzt. Entscheidend sind lokale Rohwasserquellen, Aufbereitung und die tatsächliche Trinkwasseranalyse des Versorgers.

Kann TFA im deutschen Trinkwasser vorkommen?

Ja.

TFA wurde auch in Trinkwasser nachgewiesen.

Das ist aufgrund der hohen Mobilität und schlechten Entfernbarkeit des Stoffes technisch nachvollziehbar.

Wie hoch die Konzentration an einem konkreten Ort ist, hängt unter anderem von:

  • Rohwasserquelle,
  • regionalen TFA-Einträgen,
  • Einzugsgebiet,
  • Wasseraufbereitung,
  • Mischung verschiedener Wasserressourcen

ab.

Gibt es einen gesetzlichen Grenzwert für TFA im Trinkwasser?

TFA ist derzeit nicht als eigener Parameter mit einem ausdrücklich genannten Zahlenwert in Anlage 2 der deutschen Trinkwasserverordnung aufgeführt.

Deshalb muss zwischen einem gesetzlichen Grenzwert und einem gesundheitlichen Trinkwasserleitwert unterschieden werden.

Welcher Trinkwasserleitwert gilt für TFA?

Das Umweltbundesamt verwendet für TFA derzeit einen gesundheitlich begründeten Trinkwasserleitwert von:

60 µg TFA pro Liter

Der Wert wurde 2020 toxikologisch abgeleitet und vom Umweltbundesamt nach Bewertung neuer Daten im Juni 2026 erneut bestätigt.

Nach UBA-Angaben beschreibt dieser Wert eine Konzentration, die auch bei lebenslanger Aufnahme über das Trinkwasser toxikologisch als unbedenklich bewertet wird.

Ist der Wert von 60 µg/l ein gesetzlicher TFA-Grenzwert?

Nein.

Die 60 µg/l sind ein gesundheitlich begründeter Trinkwasserleitwert des Umweltbundesamtes.

Er ist nicht mit den ausdrücklich in Anlage 2 der Trinkwasserverordnung genannten gesetzlichen Parametergrenzwerten gleichzusetzen.

Bei Stoffen ohne eigenen gesetzlichen Grenzwert kann das Gesundheitsamt entsprechend der Trinkwasserverordnung im konkreten Fall einen Höchstwert festlegen, wenn eine Schädigung der menschlichen Gesundheit zu besorgen ist.

Ist TFA im PFAS-20-Grenzwert enthalten?

Nein.

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

TFA gehört chemisch zur PFAS-Gruppe, ist aber nicht Bestandteil der 20 einzelnen PFAS, aus denen der Parameter „Summe PFAS-20“ der deutschen Trinkwasserverordnung gebildet wird.

Welcher PFAS-20-Grenzwert gilt seit 2026?

Seit dem 12. Januar 2026 gilt für die Summe PFAS-20 ein Grenzwert von:

0,00010 mg/l
beziehungsweise
0,10 µg/l = 100 ng/l

Dieser Summengrenzwert darf jedoch nicht auf TFA übertragen werden.

TFA und PFAS-20 im direkten Vergleich

Parameter Einordnung
TFA PFAS, aber nicht Bestandteil der Summe PFAS-20. Aktueller UBA-Trinkwasserleitwert: 60 µg/l.
Summe PFAS-20 Gesetzlich definierte Summe von 20 bestimmten PFAS. Grenzwert seit 12.01.2026: 0,10 µg/l.
Summe PFAS-4 Summe aus PFOA, PFNA, PFHxS und PFOS. Ab 12.01.2028 gilt ein Grenzwert von 0,020 µg/l.

Merksatz

TFA ist ein PFAS, aber kein PFAS-20-Stoff. Eine PFAS-20-Analyse sagt deshalb nicht automatisch etwas über die TFA-Konzentration des Wassers aus.

Warum wird TFA 2026 gesundheitlich neu diskutiert?

Deutschland hatte eine neue harmonisierte Gefahreneinstufung für TFA auf europäischer Ebene vorgeschlagen.

Im Juni 2026 unterstützte der Ausschuss für Risikobeurteilung der Europäischen Chemikalienagentur eine Einstufung von TFA als reproduktionstoxisch der Kategorie 1B.

Grundlage sind insbesondere tierexperimentelle Daten, die Hinweise auf mögliche Auswirkungen auf die Entwicklung ungeborener Nachkommen zeigen.

Bedeutet „reproduktionstoxisch“, dass TFA im Leitungswasser aktuell gefährlich ist?

Nein. Gefährliche Stoffeigenschaft und tatsächliches Gesundheitsrisiko sind zwei unterschiedliche Dinge.

Eine Gefahreneinstufung beschreibt, welche Wirkung ein Stoff grundsätzlich bei ausreichender Exposition besitzen kann.

Für ein tatsächliches Risiko müssen zusätzlich betrachtet werden:

  • aufgenommene Konzentration,
  • aufgenommene Menge,
  • Dauer der Exposition,
  • Aufnahmeweg.

Genau deshalb kann ein Stoff grundsätzlich reproduktionstoxische Eigenschaften besitzen, ohne dass jede analytisch nachweisbare Konzentration automatisch ein gesundheitliches Risiko darstellt.

Hat das UBA wegen der neuen Erkenntnisse den TFA-Leitwert gesenkt?

Nein.

Das Umweltbundesamt hat die neuen Daten zur Reproduktionstoxizität im Jahr 2026 überprüft.

Nach dieser Bewertung bleibt der gesundheitliche Trinkwasserleitwert von 60 µg/l bestehen.

Nach UBA-Angaben bleibt der empfindlichste für die Ableitung maßgebliche Endpunkt eine toxische Wirkung auf die Leber.

Was sagt das Bundesinstitut für Risikobewertung?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung bewertet TFA ebenfalls als fortpflanzungsgefährdend.

Gleichzeitig stellte das BfR im Juli 2026 klar, dass nach derzeitiger Datenlage bei den momentan bekannten Gehalten in Trinkwasser und Lebensmitteln keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

Die für die Reproduktionstoxizität relevanten Effekte wurden in Tierstudien bei deutlich höheren Aufnahmemengen beobachtet als bei den derzeit bekannten Umweltkonzentrationen.

Warum ist TFA trotzdem ein ernstes Problem?

Die zentrale Herausforderung bei TFA ist weniger eine aktuelle akute Trinkwasserkrise als die langfristige Belastung unserer Wasserressourcen.

TFA besitzt drei besonders ungünstige Eigenschaften:

  1. Es wird praktisch nicht abgebaut.
  2. Es verbreitet sich sehr leicht mit Wasser.
  3. Es lässt sich mit konventioneller Wasseraufbereitung kaum entfernen.

Steigen die Einträge über Jahrzehnte weiter, können damit auch die Konzentrationen in Wasserressourcen langfristig steigen.

Wird TFA auf EU-Ebene stärker reguliert?

Ja. Die europäische Regulierung entwickelt sich derzeit deutlich weiter.

Im Jahr 2026 wurde TFA bei der europäischen Überarbeitung der Gewässerregulierung in die Betrachtung einer Summe von 25 PFAS für Oberflächengewässer einbezogen.

Gleichzeitig soll die Europäische Kommission bei künftigen Überprüfungen prüfen, ob eine eigenständige Umweltqualitätsnorm für TFA sinnvoll ist.

Nicht verwechseln

Eine europäische Umweltqualitätsnorm für Flüsse, Seen oder Grundwasser ist nicht dasselbe wie ein Trinkwassergrenzwert am Wasserhahn. Umweltrecht und Trinkwasserrecht verfolgen unterschiedliche Bewertungs- und Schutzmechanismen.

Warum kann Aktivkohle TFA kaum entfernen?

Normale Aktivkohle ist für TFA kein wirksames Standardverfahren.

Aktivkohle funktioniert besonders gut bei Stoffen, die sich an ihrer großen inneren Oberfläche adsorbieren.

TFA ist dagegen:

  • sehr klein,
  • stark wasserlöslich,
  • im Wasser geladen,
  • nur schwach adsorbierbar.

Das Umweltbundesamt stellt deshalb ausdrücklich fest, dass Aktivkohle TFA bei der Trinkwasseraufbereitung nicht in relevantem Umfang entfernt.

Kann Ozon TFA abbauen?

Nein. TFA ist gegenüber Ozonung äußerst beständig.

Ozon kann zahlreiche organische Mikroschadstoffe oxidieren. Bei TFA handelt es sich jedoch bereits um ein sehr stabiles Endabbauprodukt fluorierter Verbindungen.

Eine normale Ozonung stellt deshalb keine relevante Lösung für die TFA-Entfernung dar.

Kann UV-Licht TFA entfernen?

Auch eine normale UV-Behandlung ist nach aktuellem Kenntnisstand kein geeignetes Verfahren zur relevanten Entfernung von TFA.

UV-Anlagen sind insbesondere für die Inaktivierung von Mikroorganismen wichtig.

Diese Aufgabe darf nicht mit der chemischen Entfernung eines extrem stabilen fluorierten Ions verwechselt werden.

Kann ein Sedimentfilter TFA entfernen?

Nein.

Sedimentfilter entfernen mechanische Partikel wie:

  • Sand,
  • Rost,
  • Schlamm,
  • Schwebstoffe.

TFA liegt dagegen gelöst im Wasser vor.

Ein mechanischer Partikelfilter kann ein gelöstes Trifluoracetat-Ion deshalb nicht zuverlässig zurückhalten.

Kann Ionenaustausch TFA entfernen?

Speziell ausgelegte Ionenaustauschverfahren können unter bestimmten Bedingungen TFA reduzieren.

Die Leistungsfähigkeit hängt jedoch stark vom eingesetzten Harz, konkurrierenden Ionen und der Wasserzusammensetzung ab.

In Untersuchungen wurde TFA mit Ionenaustausch teilweise reduziert, während Umkehrosmose eine deutlich umfassendere Rückhaltung erzielen konnte.

Kann Umkehrosmose TFA reduzieren?

Ja. Umkehrosmose gehört zu den wenigen technisch relevanten Verfahren zur TFA-Reduktion.

Das Umweltbundesamt nennt Umkehrosmose ausdrücklich als Verfahren, mit dem TFA in relevantem Umfang aus Wasser entfernt werden kann.

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine sehr dichte semipermeable Membran geführt.

Zahlreiche gelöste Ionen und Moleküle werden dabei bevorzugt im Konzentratstrom zurückgehalten.

Einen Überblick über entsprechende Systeme finden Sie unter Osmoseanlagen.

Entfernt jede Osmoseanlage TFA vollständig?

Eine solche pauschale Aussage sollte nicht getroffen werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Umkehrosmose TFA sehr wirksam zurückhalten kann.

Wie hoch die tatsächliche Rückhaltung eines konkreten Systems ist, hängt jedoch unter anderem ab von:

  • Membranmaterial,
  • Membranzustand,
  • Wasserdruck,
  • pH-Wert,
  • Temperatur,
  • Wasserzusammensetzung,
  • Ausgangskonzentration,
  • Systemkonstruktion.

Besonders bei einer so kleinen Verbindung wie TFA sollte deshalb nicht allein mit einer theoretischen Membranporengröße argumentiert werden.

Warum ist der pH-Wert bei TFA relevant?

Die chemische Form eines Stoffes kann die Membranrückhaltung beeinflussen.

TFA liegt unter normalen Trinkwasserbedingungen überwiegend als negativ geladenes Trifluoracetat vor.

Untersuchungen mit Umkehrosmose zeigen, dass sich die Rückhaltung fluorierter Ionen bei veränderten chemischen Bedingungen unterscheiden kann.

Deshalb ist ein realer Systemtest aussagekräftiger als eine rein theoretische Betrachtung.

Was passiert mit TFA bei der Umkehrosmose?

Die Umkehrosmose zerstört TFA nicht.

Das Verfahren trennt den Wasserstrom in:

Wasserstrom Funktion
Permeat Wasser, das die Membran passiert und eine reduzierte Konzentration zurückgehaltener Stoffe besitzt.
Konzentrat Wasserstrom, in dem zurückgehaltenes TFA und andere Stoffe in höherer Konzentration vorliegen und abgeführt werden.

Warum bezeichnet das UBA Umkehrosmose trotzdem nicht als nachhaltige Gesamtlösung?

Diese Aussage bezieht sich vor allem auf die großtechnische öffentliche Trinkwasserversorgung.

Würden Wasserversorger aufgrund flächendeckend steigender TFA-Belastungen große Mengen Rohwasser vollständig über Umkehrosmose aufbereiten, entstünden erhebliche Anforderungen hinsichtlich:

  • Energieverbrauch,
  • Anlageninvestitionen,
  • Wasserverlust beziehungsweise Konzentratmenge,
  • Entsorgung des TFA-haltigen Konzentrats.

Deshalb fordert das Umweltbundesamt vor allem: TFA-Einträge bereits an der Quelle reduzieren.

Eine Point-of-Use-Anlage im Haushalt und die Aufbereitung des gesamten Trinkwasserbedarfs einer Großstadt sind technisch und wirtschaftlich nicht miteinander gleichzusetzen.

Kann man TFA mit einem TDS-Messgerät erkennen?

Nein.

Ein TDS- beziehungsweise EC-Messgerät erfasst hauptsächlich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.

Daraus wird ein geschätzter Summenwert für gelöste ionische Stoffe berechnet.

TFA kann damit nicht spezifisch identifiziert werden.

Ein TDS-Messgerät kann nicht beantworten:

  • ob TFA vorhanden ist,
  • wie hoch die TFA-Konzentration ist,
  • ob 1, 5 oder 20 µg/l TFA vorhanden sind,
  • wie stark ein Filter TFA reduziert hat.

Merksatz

Ein niedriger TDS-Wert ist kein TFA-Test. Für die Bestimmung von Trifluoracetat ist eine spezifische Laboranalyse erforderlich.

Geräte zur orientierenden Kontrolle der elektrischen Leitfähigkeit finden Sie unter Wassertester. Sie ersetzen keine TFA- oder PFAS-Laboranalyse.

Wie wird TFA im Wasser gemessen?

TFA ist analytisch anspruchsvoll, weil das Molekül:

  • sehr klein,
  • sehr polar,
  • sehr gut wasserlöslich

ist.

Für die zuverlässige Bestimmung werden spezialisierte chromatographische und massenspektrometrische Verfahren eingesetzt.

Seit 2025 besteht zudem mit DIN 38407-53 ein standardisiertes Verfahren zur Bestimmung von TFA in Trink-, Grund- und Oberflächenwasser mittels Flüssigchromatographie und massenspektrometrischer Detektion.

Kann man TFA zuhause testen?

Mit üblichen Haushaltsmessgeräten nicht zuverlässig.

Für einen belastbaren TFA-Wert sollte ein Labor beauftragt werden, das die Substanz ausdrücklich analysiert.

Bei öffentlicher Wasserversorgung ist außerdem sinnvoll, zunächst die aktuelle Analyse beziehungsweise Information des örtlichen Wasserversorgers zu prüfen.

Kann man TFA sehen, riechen oder schmecken?

Nein.

Konzentrationen im Mikrogrammbereich lassen sich weder anhand der Klarheit des Wassers noch zuverlässig über Geschmack oder Geruch erkennen.

Ein klares Glas Wasser sagt deshalb nichts über die TFA-Konzentration aus.

Kann man TFA durch Abkochen entfernen?

Abkochen ist kein geeignetes oder etabliertes Verfahren zur TFA-Entfernung.

TFA liegt unter üblichen Trinkwasserbedingungen überwiegend als gelöstes Trifluoracetat-Ion vor.

Einfaches Erhitzen ersetzt deshalb keine geeignete technische Trenn- beziehungsweise Aufbereitungsmethode.

Hilft Flaschenwasser gegen TFA?

Nicht automatisch.

TFA wurde auch in anderen Wasserarten und Lebensmitteln nachgewiesen.

Da der Stoff sehr mobil und inzwischen weit verbreitet ist, kann die bloße Umstellung von Leitungs- auf Flaschenwasser keine garantierte TFA-Vermeidung darstellen.

Entscheidend ist eine tatsächliche Analyse des jeweiligen Wassers.

Ist TFA dasselbe wie PFOA oder PFOS?

Nein.

Alle drei Stoffe gehören zur großen PFAS-Familie, unterscheiden sich aber erheblich hinsichtlich:

  • Kettenlänge,
  • Mobilität,
  • Bioakkumulation,
  • toxikologischer Bewertung,
  • gesetzlicher Regulierung,
  • technischer Entfernbarkeit.

TFA ist besonders klein und mobil. Deshalb ist es beispielsweise mit Aktivkohle deutlich schwieriger zu behandeln als viele längerkettige PFAS.

TFA oder PFAS: Welcher Begriff ist richtig?

TFA ist ein einzelner Stoff innerhalb der PFAS-Gruppe.

Deshalb gilt:

Jedes TFA ist PFAS.
Aber:
Nicht jedes PFAS ist TFA.

Genau deshalb sind allgemeine Aussagen wie „PFAS entfernt“ ohne Angabe der tatsächlich untersuchten Verbindungen wenig aussagekräftig.

Was bedeutet TFA für Wasserfilter-Hersteller?

TFA ist ein gutes Beispiel dafür, warum Filterclaims auf konkreten Stoffprüfungen basieren sollten.

Ein Hersteller sollte unterscheiden zwischen:

  • allgemeiner Umkehrosmose-Technologie,
  • PFAS-Reduktionsclaim,
  • PFOA-Reduktionsclaim,
  • PFOS-Reduktionsclaim,
  • PFAS-20-Analyse,
  • TFA-Reduktionsprüfung.

Diese Aussagen sind nicht austauschbar.

Wie könnte eine belastbare TFA-Prüfung eines Wasserfilters aussehen?

Für einen produktspezifischen TFA-Claim sollten mindestens Zulauf- und Reinwasser unter definierten Bedingungen analysiert werden.

Sinnvoll zu dokumentieren wären:

  • Ausgangskonzentration von TFA,
  • TFA-Konzentration im Permeat,
  • Wasserdruck,
  • Wassertemperatur,
  • pH-Wert,
  • Membrantyp,
  • Durchfluss,
  • Betriebsdauer,
  • Filteralter,
  • Analysenmethode.

Erst daraus lässt sich eine belastbare produktspezifische Reduktionsleistung ableiten.

Was ist wichtiger: TFA filtern oder TFA vermeiden?

Langfristig ist die Antwort eindeutig: Einträge vermeiden.

Wasseraufbereitung kann eine bereits vorhandene Belastung reduzieren. Sie beseitigt jedoch nicht die Ursache.

Bei TFA ist Quellenvermeidung besonders wichtig, weil die Substanz praktisch nicht aus der Umwelt verschwindet.

Jede vermiedene TFA-Menge verhindert damit eine langfristige zusätzliche Belastung des Wasserkreislaufs.

Welche Maßnahmen können TFA-Einträge reduzieren?

Mögliche Ansatzpunkte sind unter anderem:

  • Reduktion TFA-bildender Pflanzenschutzmittel,
  • Einsatz geeigneter alternativer Pflanzenschutzstrategien,
  • Umstieg auf TFA-freie beziehungsweise natürliche Kältemittel,
  • Reduktion industrieller Direkteinleitungen,
  • strengere Einleiteranforderungen,
  • Substitution geeigneter fluorierter Chemikalien,
  • Schutz von Trinkwassereinzugsgebieten.

Genau deshalb betrachtet das Umweltbundesamt TFA primär als langfristiges Problem des Chemikalien- und Gewässerschutzes.

Umkehrosmose zur umfassenden Wasseraufbereitung

TFA gehört zu den Stoffen, die mit konventioneller Aktivkohle, Ozonung oder UV-Behandlung nur schwer entfernt werden können. Umkehrosmose gehört dagegen zu den technisch relevanten Trennverfahren. Die konkrete TFA-Reduktionsleistung eines einzelnen Systems sollte durch produktspezifische Prüfdaten belegt werden.

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Häufige Fragen zu TFA im Trinkwasser

Was bedeutet TFA?

TFA steht für Trifluoressigsäure beziehungsweise Trifluoracetat. In Wasser liegt die Säure überwiegend als negativ geladenes Trifluoracetat-Ion vor.

Ist TFA ein PFAS?

Ja. TFA ist eine ultrakurzkettige Perfluorcarbonsäure und gehört nach heutiger Einordnung zur PFAS-Stoffgruppe.

Ist TFA im deutschen Trinkwasser?

TFA wurde auch in deutschem Trinkwasser nachgewiesen. Die konkrete Konzentration hängt jedoch von Region, Rohwasserquelle und Wasserversorgung ab.

Wie hoch ist der Grenzwert für TFA?

TFA besitzt derzeit keinen eigenständig in Anlage 2 der Trinkwasserverordnung aufgeführten TFA-Grenzwert. Das Umweltbundesamt verwendet einen gesundheitlich begründeten Trinkwasserleitwert von 60 µg/l.

Sind 60 µg/l ein gesetzlicher Grenzwert?

Nein. Die 60 µg/l sind ein gesundheitlicher Trinkwasserleitwert des Umweltbundesamtes und kein ausdrücklich in Anlage 2 aufgeführter TFA-Grenzwert.

Ist TFA im PFAS-20-Grenzwert enthalten?

Nein. TFA gehört zwar zu PFAS, zählt aber nicht zu den 20 Stoffen des Parameters „Summe PFAS-20“ der deutschen Trinkwasserverordnung.

Gilt für TFA der PFAS-Grenzwert von 100 ng/l?

Nein. Der seit Januar 2026 geltende Wert von 100 ng/l betrifft die definierte Summe PFAS-20 und nicht TFA.

Warum ist TFA im Wasser?

TFA entsteht unter anderem beim Abbau bestimmter fluorierter Pflanzenschutzmittel, Kältemittel, Arzneimittel und weiterer PFAS. Zusätzlich sind industrielle Direkteinleitungen möglich.

Kommt TFA aus Klimaanlagen?

Bestimmte fluorierte Kältemittel können in der Atmosphäre zu TFA abgebaut werden. Das TFA gelangt anschließend mit Niederschlägen in den Wasserkreislauf.

Kommt TFA aus Pestiziden?

Ja. Bestimmte fluorierte Pflanzenschutzmittel können beim Umweltabbau TFA bilden. Pestizide sind jedoch nur eine von mehreren Quellen.

Ist TFA gesundheitsschädlich?

TFA besitzt gesundheitlich relevante Gefahreneigenschaften und wird aktuell als reproduktionstoxisch bewertet. Nach aktueller Bewertung von UBA und BfR sind bei den derzeit bekannten Umwelt- und Trinkwasserkonzentrationen jedoch keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten.

Warum bleibt der UBA-Leitwert trotz neuer TFA-Daten bei 60 µg/l?

Das Umweltbundesamt hat die neuen Daten zur Reproduktionstoxizität geprüft. Nach seiner Bewertung bleibt der bereits 2020 abgeleitete Leitwert von 60 µg/l ausreichend schützend.

Kann Aktivkohle TFA entfernen?

Normale Aktivkohle ist für eine relevante TFA-Entfernung ungeeignet. TFA ist sehr klein, stark wasserlöslich und wird schlecht adsorbiert.

Kann Ozon TFA entfernen?

Nein. TFA ist ein äußerst stabiles Endabbauprodukt und wird durch normale Ozonung nicht relevant entfernt.

Kann UV-Licht TFA entfernen?

Eine übliche UV-Wasserdesinfektion ist kein geeignetes Verfahren zur relevanten TFA-Entfernung.

Kann Umkehrosmose TFA entfernen?

Umkehrosmose gehört zu den wenigen technisch relevanten Verfahren, die TFA deutlich reduzieren können. Die konkrete Rückhaltung hängt jedoch vom verwendeten System und den Betriebsbedingungen ab.

Entfernt jede Osmoseanlage 100 Prozent TFA?

Nein. Eine universelle 100-Prozent-Aussage ist ohne produktspezifische Prüfung nicht belastbar.

Kann ein TDS-Messgerät TFA messen?

Nein. Ein TDS-Messgerät kann TFA weder identifizieren noch dessen Konzentration bestimmen.

Kann ein PFAS-20-Test TFA messen?

Nicht automatisch. TFA gehört nicht zu den 20 in der Trinkwasserverordnung definierten PFAS des Parameters PFAS-20. TFA muss ausdrücklich Bestandteil des Analyseumfangs sein.

Wie kann ich mein Wasser auf TFA testen?

Für einen belastbaren Messwert ist eine spezifische Laboranalyse erforderlich. Das Labor sollte ausdrücklich bestätigen, dass Trifluoracetat beziehungsweise TFA Bestandteil des Analysenpakets ist.

Kann man TFA durch Abkochen entfernen?

Abkochen ist kein geeignetes Standardverfahren zur TFA-Entfernung. Für eine gezielte Reduktion sind geeignete technische Trennverfahren erforderlich.

Ist Flaschenwasser frei von TFA?

Nicht automatisch. TFA ist sehr mobil und wurde auch in anderen Wasserarten und Lebensmitteln nachgewiesen. Sicherheit bietet nur eine konkrete Analyse des betreffenden Wassers.

Fazit: TFA ist vor allem ein langfristiges Problem für unsere Wasserressourcen

TFA ist eines der anschaulichsten Beispiele dafür, warum moderne Wasserqualität nicht nur anhand klassischer Trinkwasserparameter beurteilt werden kann.

Der Stoff ist:

  • ein PFAS,
  • extrem persistent,
  • sehr mobil,
  • in Gewässern weit verbreitet,
  • mit klassischen Aufbereitungsverfahren schwer zu entfernen.

Gleichzeitig muss das gesundheitliche Risiko sachlich eingeordnet werden.

Das Umweltbundesamt hält auch nach Prüfung der neuen toxikologischen Erkenntnisse im Jahr 2026 an seinem gesundheitlichen Trinkwasserleitwert von 60 µg/l fest.

Dieser Wert darf weder mit dem PFAS-20-Grenzwert noch mit einem ausdrücklich in der Trinkwasserverordnung genannten gesetzlichen TFA-Grenzwert verwechselt werden.

Die fachlich entscheidende Herausforderung ist langfristig: TFA verschwindet aus dem Wasserkreislauf praktisch nicht von selbst.

Deshalb ist Quellenvermeidung wichtiger als eine immer aufwendigere nachträgliche Trinkwasseraufbereitung.

Für die individuelle Point-of-Use-Aufbereitung gehört Umkehrosmose zu den wenigen technisch relevanten Verfahren zur TFA-Reduktion.

Für konkrete BEM-AQUA-Produktclaims sollte jedoch gelten: keine pauschalen Prozentangaben ohne produktspezifischen TFA-Labortest.

Quellen und weiterführende Informationen