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Август 2026

Arsen im Trinkwasser: Grenzwert, Risiken und Filterung erklärt

Arsen im Trinkwasser: Grenzwert, Risiken und Filterung erklärt

Arsen kann natürlicherweise aus Gesteinen in Grundwasser gelangen. Erfahren Sie, welcher Grenzwert in Deutschland gilt, warum er künftig verschärft wird, welche gesundheitliche Bedeutung anorganisches Arsen besitzt, wie Arsen zuverlässig gemessen wird und welche Rolle Umkehrosmose bei der Reduktion spielen kann.

Arsen im Trinkwasser ist international ein wichtiges Thema der Wasserqualität. Das Element kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor und kann aus bestimmten geologischen Formationen in Grundwasser gelangen. Besonders relevant für die gesundheitliche Bewertung ist anorganisches Arsen.

In Deutschland gilt derzeit grundsätzlich ein Arsengrenzwert von 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l. Dieser Wert wird schrittweise auf 0,004 mg/l beziehungsweise 4 µg/l abgesenkt.

Kurz erklärt

Arsen ist ein natürlich vorkommendes Element. Besonders anorganisches Arsen ist gesundheitlich relevant. Der derzeitige deutsche Trinkwassergrenzwert beträgt grundsätzlich 10 µg/l. Für ab dem 12. Januar 2028 neu in Betrieb genommene Wasserversorgungsanlagen gilt bereits ein Grenzwert von 4 µg/l. Ab dem 12. Januar 2036 gilt dieser niedrigere Wert für alle Wasserversorgungsanlagen. Arsen kann weder mit einem TDS-Messgerät noch anhand von Geschmack, Geruch oder Aussehen zuverlässig bestimmt werden. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Arsen reduzieren, die konkrete Leistung muss jedoch produktspezifisch geprüft sein.

Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion

Was ist Arsen?

Arsen ist ein chemisches Element mit dem Symbol As und der Ordnungszahl 33. Es kommt natürlicherweise in der Erdkruste vor und kann Bestandteil unterschiedlicher Minerale sein.

Chemisch wird Arsen häufig als Halbmetall beziehungsweise Metalloid eingeordnet. Deshalb ist die verbreitete Zuordnung zu den „Schwermetallen“ chemisch nicht exakt. Im Zusammenhang mit Wasseranalysen und Schadstoffen wird Arsen dennoch häufig gemeinsam mit Metallen wie Blei, Cadmium und Chrom betrachtet.

Wie gelangt Arsen ins Wasser?

Eine wichtige Quelle von Arsen im Grundwasser sind natürliche geologische Prozesse.

Arsenhaltige Minerale können mit Wasser und anderen Bestandteilen des Untergrunds reagieren. Unter bestimmten geochemischen Bedingungen kann Arsen dabei aus Gesteinen und Sedimenten mobilisiert werden und in das Grundwasser gelangen.

Zusätzlich können menschliche Aktivitäten zur Arsenbelastung der Umwelt beitragen.

Mögliche Eintragsquellen sind unter anderem:

  • Bergbau und Erzverarbeitung,
  • metallurgische Prozesse,
  • bestimmte industrielle Altlasten,
  • historische arsenhaltige Pflanzenschutzmittel,
  • Verbrennung bestimmter fossiler Rohstoffe.

Ist Arsen im Trinkwasser hauptsächlich ein natürliches Problem?

In vielen weltweit bekannten Belastungsregionen stammt Arsen im Grundwasser tatsächlich überwiegend aus natürlichen geologischen Quellen.

Besonders hohe natürliche Arsengehalte im Grundwasser sind beispielsweise aus Teilen Süd- und Südostasiens sowie aus verschiedenen Regionen Nord- und Südamerikas bekannt.

Die WHO bezeichnet arsenbelastetes Grundwasser weltweit als eines der bedeutenden chemischen Probleme der Trinkwasserversorgung.

Ist Arsen im deutschen Leitungswasser ein allgemeines Problem?

Nein, deutsches Leitungswasser sollte nicht pauschal als arsenbelastet dargestellt werden.

Das Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung unterliegt der deutschen Trinkwasserverordnung. Für Arsen besteht ein verbindlicher Grenzwert, dessen Einhaltung im Rahmen der Trinkwasserüberwachung kontrolliert wird.

Ob Arsen für ein bestimmtes Versorgungsgebiet relevant ist, hängt insbesondere von Rohwasserquelle, Geologie und Wasseraufbereitung ab.

Wie hoch ist der Grenzwert für Arsen im Trinkwasser?

Die deutsche Trinkwasserverordnung sieht eine schrittweise Verschärfung des Arsengrenzwertes vor.

Zeitraum Arsengrenzwert
Heute Grundsätzlich 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l.
Ab 12.01.2028 0,004 mg/l beziehungsweise 4 µg/l für Wasserversorgungsanlagen, die ab diesem Datum neu in Betrieb genommen werden.
Bestehende Anlagen 2028 bis 2036 Für Anlagen, die bereits vor dem 12.01.2028 in Betrieb waren, gilt übergangsweise weiterhin 0,010 mg/l.
Ab 12.01.2036 0,004 mg/l beziehungsweise 4 µg/l für alle Wasserversorgungsanlagen.

Warum wird der Arsengrenzwert abgesenkt?

Die Verschärfung folgt dem Vorsorgeprinzip und der gesundheitlichen Bewertung einer langfristigen Aufnahme von anorganischem Arsen.

Anorganisches Arsen ist gesundheitlich unerwünscht und wird insbesondere wegen seiner langfristigen Wirkungen möglichst niedrig gehalten.

Der neue Grenzwert von 4 µg/l reduziert die zulässige Konzentration gegenüber dem bisherigen Wert von 10 µg/l deutlich.

Welchen Richtwert nennt die WHO?

Die Weltgesundheitsorganisation verwendet für Arsen im Trinkwasser einen vorläufigen Leitwert von 10 µg/l.

Die deutsche Trinkwasserverordnung geht mit der schrittweisen Absenkung auf 4 µg/l künftig über diesen Wert hinaus.

Was ist der Unterschied zwischen organischem und anorganischem Arsen?

Arsen kann in verschiedenen chemischen Verbindungen vorkommen. Für die gesundheitliche Bewertung ist insbesondere die Unterscheidung zwischen organischen und anorganischen Arsenverbindungen wichtig.

Anorganische Arsenverbindungen gelten als deutlich problematischer. In Trinkwasser ist vor allem anorganisches Arsen von Bedeutung.

Verschiedene organische Arsenverbindungen kommen dagegen beispielsweise in Fisch und Meeresfrüchten vor und besitzen teilweise eine deutlich geringere Toxizität.

Was bedeuten Arsen(III) und Arsen(V)?

Anorganisches Arsen kann in Wasser in verschiedenen Oxidationsstufen auftreten. Besonders relevant sind:

  • Arsen(III) beziehungsweise As(III), häufig als Arsenit bezeichnet,
  • Arsen(V) beziehungsweise As(V), häufig als Arsenat bezeichnet.

Welche Form vorliegt, hängt unter anderem von pH-Wert und Redoxbedingungen des Wassers ab.

Diese Unterscheidung ist auch für die Wasseraufbereitung wichtig, weil verschiedene Verfahren As(III) und As(V) unterschiedlich effizient zurückhalten können.

Warum ist die Arsenform für Wasserfilter wichtig?

Die chemische Form beeinflusst Ladung und Verhalten des Arsens im Wasser. Dadurch kann sich auch die Filterleistung verändern.

Besonders deutlich wird dies bei produktspezifischen Zertifizierungen: Für Umkehrosmosesysteme existieren beispielsweise ausdrücklich Prüfclaims für fünfwertiges Arsen.

Deshalb sollte ein Hersteller nicht lediglich angeben: „Das Gerät filtert Arsen.“

Aussagekräftiger ist: Welche Arsenform wurde unter welchen Bedingungen getestet und welche Reduktion wurde erreicht?

Warum ist Arsen gesundheitlich relevant?

Die WHO stuft anorganisches Arsen als hochtoxisch ein. Besonders problematisch ist eine langfristig erhöhte Aufnahme über Trinkwasser und Lebensmittel.

Langfristige Exposition gegenüber erhöhten Konzentrationen anorganischen Arsens wurde unter anderem mit folgenden gesundheitlichen Auswirkungen in Verbindung gebracht:

  • Veränderungen der Haut,
  • Hautkrebs,
  • Blasenkrebs,
  • Lungenkrebs,
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
  • weiteren chronischen gesundheitlichen Effekten.

Dabei ist wichtig: Gesundheitliche Risiken hängen von Konzentration, Aufnahmemenge und Expositionsdauer ab.

Ist jede nachweisbare Menge Arsen unmittelbar gefährlich?

Nein.

Moderne Analytik kann Stoffe in sehr niedrigen Konzentrationen nachweisen. Ein analytischer Nachweis bedeutet nicht automatisch, dass eine akute Gesundheitsgefahr besteht.

Für die Bewertung müssen Konzentration, geltender Grenzwert und Expositionsdauer berücksichtigt werden.

Gesetzliche Grenzwerte dienen dem vorsorgenden Schutz der Bevölkerung bei langfristiger Trinkwassernutzung.

Kann man Arsen im Trinkwasser sehen?

Nein.

Gelöstes Arsen lässt sich nicht anhand der Klarheit oder Farbe des Wassers zuverlässig erkennen. Klares Trinkwasser kann deshalb theoretisch Arsen enthalten.

Kann man Arsen schmecken oder riechen?

Geschmack und Geruch sind ebenfalls keine geeigneten Methoden, um eine relevante Arsankonzentration festzustellen.

Wer wissen möchte, wie viel Arsen tatsächlich im Wasser vorhanden ist, benötigt eine spezifische chemische Analyse.

Wie wird Arsen im Trinkwasser gemessen?

Arsen wird mit geeigneten analytischen Laborverfahren bestimmt. Das Ergebnis wird üblicherweise in Mikrogramm pro Liter oder Milligramm pro Liter angegeben.

Dabei gilt:

1 mg/l = 1.000 µg/l

0,010 mg/l = 10 µg/l
0,004 mg/l = 4 µg/l

Für eine rechtlich oder gesundheitlich relevante Beurteilung sollte eine entsprechend qualifizierte Analytik verwendet werden.

Kann ein TDS-Messgerät Arsen messen?

Nein.

Ein handelsübliches TDS- beziehungsweise EC-Messgerät misst im Wesentlichen die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.

Daraus wird ein geschätzter Summenwert für gelöste ionische Stoffe berechnet. Das Gerät kann aber nicht bestimmen, welche einzelnen Substanzen vorhanden sind.

Ein TDS-Messgerät kann deshalb weder feststellen:

  • ob Arsen vorhanden ist,
  • welche Arsenform vorhanden ist,
  • ob der Arsengrenzwert eingehalten wird,
  • wie viel Arsen eine Osmoseanlage konkret reduziert hat.

Merksatz

Ein niedriger TDS-Wert ist kein Arsentest. Für die Bestimmung von Arsen ist eine spezifische chemische Analyse erforderlich.

TDS- und EC-Geräte können dennoch zur orientierenden Kontrolle einer Osmoseanlage eingesetzt werden. Entsprechende Geräte finden Sie unter Wassertester.

Kann man Arsen durch Abkochen entfernen?

Nein. Abkochen ist kein geeignetes Verfahren zur Arsenentfernung.

Beim Kochen verdampft Wasser, während das gelöste Arsen nicht entsprechend mit entfernt wird. Bei stärkerer Wasserverdunstung kann die Konzentration im verbleibenden Wasser deshalb sogar steigen.

Abkochen eignet sich vor allem zur Inaktivierung vieler Mikroorganismen, nicht zur Entfernung gelöster chemischer Stoffe wie Arsen.

Welche Verfahren können Arsen aus Wasser reduzieren?

Für die technische Arsenreduktion existieren verschiedene Verfahren. Je nach Wasserzusammensetzung und Arsenform können beispielsweise eingesetzt werden:

  • Adsorptionsverfahren mit speziellen Filtermedien,
  • Ionenaustausch unter geeigneten Bedingungen,
  • Fällung und Filtration in größeren Wasseraufbereitungsanlagen,
  • Umkehrosmose,
  • weitere speziell ausgelegte Membranverfahren.

Die Wirksamkeit muss für die konkrete Anwendung bewertet werden.

Entfernt normale Aktivkohle Arsen?

Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter sollte nicht pauschal als Arsenfilter betrachtet werden.

Aktivkohle eignet sich besonders zur Adsorption verschiedener organischer Stoffe sowie geruchs- und geschmacksbeeinflussender Verbindungen.

Für die gezielte Arsenentfernung werden dagegen spezielle Adsorptionsmaterialien und andere Aufbereitungsverfahren eingesetzt.

Entscheidend ist auch hier die nachgewiesene Leistung des konkreten Filtersystems.

Kann Umkehrosmose Arsen reduzieren?

Ja. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Arsen reduzieren.

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Viele gelöste Ionen und andere Stoffe werden dabei bevorzugt im Konzentratstrom zurückgehalten.

Die US-Umweltbehörde EPA nennt Umkehrosmose ausdrücklich als Point-of-Use-Technologie, die unter geeigneten Bedingungen Arsen aus Trinkwasser reduzieren kann.

Einen Überblick über entsprechende Systeme finden Sie unter Osmoseanlagen.

Entfernt jede Osmoseanlage Arsen?

Nein, daraus darf keine pauschale Produktgarantie abgeleitet werden.

Die tatsächliche Leistung hängt unter anderem ab von:

  • Arsenform beziehungsweise Oxidationsstufe,
  • Membrantyp,
  • Wasserdruck,
  • Wassertemperatur,
  • pH-Wert,
  • Zusammensetzung des Ausgangswassers,
  • Ausgangskonzentration,
  • Zustand der Membran,
  • gesamter Konstruktion des Systems.

Deshalb sollte für ein konkretes Produkt nur dann eine Arsenreduktion beworben werden, wenn diese durch entsprechende Leistungsdaten nachgewiesen wurde.

Was bedeutet NSF/ANSI 58 bei Arsen?

NSF/ANSI 58 ist ein anerkannter Standard für Point-of-Use-Umkehrosmosesysteme.

Neben verpflichtenden Anforderungen enthält der Standard verschiedene optionale Stoffreduktionsclaims.

Dazu gehören unter anderem:

  • Arsenreduktion,
  • Reduktion fünfwertigen Arsens,
  • Bleireduktion,
  • Cadmiumreduktion,
  • Chromreduktion,
  • Nitrat- und Nitritreduktion.

Ein Hersteller kann ein konkretes RO-System somit auf bestimmte Arsenclaims prüfen lassen.

Daraus folgt aber ausdrücklich nicht, dass jedes Gerät, das technisch mit Umkehrosmose arbeitet, automatisch diese Zertifizierung besitzt.

Warum ist Arsen(V) bei Zertifizierungen besonders relevant?

Die Rückhaltung von Arsen kann von seiner chemischen Form abhängen. Fünfwertiges Arsen beziehungsweise Arsenat ist unter verschiedenen Bedingungen technisch leichter zu entfernen als dreiwertiges Arsen beziehungsweise Arsenit.

Deshalb kann bei arsenhaltigem Rohwasser eine vorgeschaltete Oxidation von Arsen(III) zu Arsen(V) Bestandteil professioneller Aufbereitungskonzepte sein.

Für Haushaltsfilter bedeutet dies: Eine pauschale Prozentangabe ohne Informationen zur getesteten Arsenform ist nur eingeschränkt aussagekräftig.

Was passiert mit Arsen bei der Umkehrosmose?

Die Umkehrosmose zerstört Arsen nicht. Sie trennt den Wasserstrom in Permeat und Konzentrat.

Wasserstrom Bedeutung
Permeat Das Wasser, das die RO-Membran passiert und eine reduzierte Konzentration vieler gelöster Stoffe besitzt.
Konzentrat Der Wasserstrom, in dem zurückgehaltene Stoffe in höherer Konzentration vorliegen und aus dem System abgeführt werden.

Kann der TDS-Wert zeigen, ob die Arsenreduktion funktioniert?

Nicht spezifisch für Arsen.

Ein deutlich niedrigerer TDS-Wert hinter einer Umkehrosmosemembran kann ein Hinweis darauf sein, dass die Konzentration zahlreicher gelöster Ionen insgesamt reduziert wurde.

Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, ob beispielsweise:

  • 10 µg/l Arsen oder 2 µg/l Arsen vorhanden sind,
  • Arsen(III) oder Arsen(V) vorliegt,
  • ein gesetzlicher Arsengrenzwert eingehalten wird.

Soll die tatsächliche Arsenreduktion geprüft werden, müssen Zulauf- und aufbereitetes Wasser gezielt auf Arsen untersucht werden.

Was tun, wenn ich Arsen in meinem Trinkwasser vermute?

  1. Analyse des Wasserversorgers prüfen.
    Bei öffentlicher Versorgung sollte zuerst die aktuelle Trinkwasseranalyse des örtlichen Versorgers betrachtet werden.
  2. Keine Rückschlüsse aus Geschmack oder TDS ziehen.
    Beide Methoden können eine Arsankonzentration nicht zuverlässig bestimmen.
  3. Bei konkretem Verdacht analysieren lassen.
    Eine geeignete Laboranalyse kann die tatsächliche Arsankonzentration bestimmen.
  4. Bei einer bestätigten Überschreitung zuständige Stellen einbeziehen.
    Wasserversorger beziehungsweise Gesundheitsamt können die erforderlichen Maßnahmen festlegen.
  5. Aufbereitung anhand geprüfter Leistung auswählen.
    Soll ein Filtersystem gezielt Arsen reduzieren, sollte dessen produktspezifische Leistungsprüfung berücksichtigt werden.

Was gilt bei einem privaten Brunnen?

Bei privaten Brunnen ist die lokale Geologie besonders relevant. Das Wasser wird nicht automatisch durch einen öffentlichen Wasserversorger aufbereitet.

Bei einer Eigenwasserversorgung sollte deshalb eine fachgerechte Wasseranalyse entsprechend den geltenden Anforderungen durchgeführt werden.

Liegt eine erhöhte Arsankonzentration vor, muss das Aufbereitungskonzept auf die tatsächliche Wasserzusammensetzung abgestimmt werden.

Kann man arsenhaltiges Wasser durch Verdünnen sicher machen?

Die Mischung unterschiedlicher Wässer kann in professionellen Wasserversorgungssystemen Bestandteil eines Aufbereitungskonzepts sein.

Für private Haushalte ist jedoch keine improvisierte Verdünnung zu empfehlen, um einen bekannten Grenzwert rechnerisch zu unterschreiten.

Bei einer bestätigten Grenzwertüberschreitung sollten die Vorgaben der zuständigen Stellen und ein fachlich geeignetes Aufbereitungskonzept maßgeblich sein.

Braucht jeder Haushalt wegen Arsen eine Osmoseanlage?

Nein.

Die Existenz eines gesetzlichen Arsengrenzwertes bedeutet nicht, dass bei jedem Haushalt eine relevante Arsankonzentration vorliegt.

Ein sachliches Vorgehen lautet:

  1. Wasserwerte kennen.
  2. Bei konkretem Verdacht Arsen spezifisch analysieren.
  3. Eine tatsächliche Belastung fachlich einordnen.
  4. Bei Bedarf ein geeignetes und geprüftes Aufbereitungsverfahren auswählen.

Arsenfilter oder Umkehrosmose: Was ist besser?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten.

Spezielle Adsorptionsfilter können für bestimmte Wasserzusammensetzungen sehr gut geeignet sein. Umkehrosmose besitzt dagegen den Vorteil, dass sie nicht nur einen einzelnen Zielstoff, sondern gleichzeitig zahlreiche gelöste Stoffe reduzieren kann.

Für die Auswahl sind deshalb unter anderem wichtig:

  • Arsenkonzentration,
  • Arsenspezies,
  • weitere Wasserinhaltsstoffe,
  • gewünschte Wassermenge,
  • Wartungsaufwand,
  • nachgewiesene Reduktionsleistung,
  • Einsatzzweck des aufbereiteten Wassers.

Umkehrosmose zur gezielten Wasseraufbereitung

Umkehrosmose kann neben Arsen zahlreiche weitere gelöste Stoffe reduzieren. Bei konkreten Stoffclaims sind jedoch immer die Leistungsdaten des jeweiligen Systems entscheidend.

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Häufige Fragen zu Arsen im Trinkwasser

Wie hoch ist der Arsengrenzwert im Trinkwasser?

Derzeit gilt in Deutschland grundsätzlich ein Grenzwert von 0,010 mg/l beziehungsweise 10 µg/l. Dieser Wert wird schrittweise auf 0,004 mg/l beziehungsweise 4 µg/l abgesenkt.

Gilt ab 2028 überall ein Arsengrenzwert von 4 µg/l?

Nein. Ab dem 12. Januar 2028 gilt 4 µg/l zunächst für Wasserversorgungsanlagen, die ab diesem Datum neu in Betrieb genommen werden. Für bereits bestehende Anlagen gilt 10 µg/l übergangsweise bis Januar 2036.

Welcher Arsengrenzwert gilt ab 2036?

Ab dem 12. Januar 2036 gilt ein Grenzwert von 0,004 mg/l beziehungsweise 4 µg/l für alle Wasserversorgungsanlagen.

Woher kommt Arsen im Wasser?

Arsen kann insbesondere durch natürliche geologische Prozesse aus Gesteinen und Sedimenten in Grundwasser gelangen. Zusätzlich sind anthropogene Einträge möglich.

Ist anorganisches Arsen gefährlicher als organisches Arsen?

Ja. Anorganische Arsenverbindungen gelten als deutlich toxischer. Gerade im Trinkwasser ist deshalb anorganisches Arsen gesundheitlich besonders relevant.

Was ist der Unterschied zwischen Arsen III und Arsen V?

Dabei handelt es sich um unterschiedliche Oxidationsstufen anorganischen Arsens. Arsen(III) wird häufig als Arsenit und Arsen(V) als Arsenat bezeichnet. Diese Formen können sich bei der Wasseraufbereitung unterschiedlich verhalten.

Kann man Arsen im Trinkwasser schmecken?

Nein. Geschmack, Geruch und Aussehen sind keine zuverlässigen Möglichkeiten, eine Arsankonzentration festzustellen.

Kann ein TDS-Messgerät Arsen messen?

Nein. Ein TDS-Messgerät kann Arsen weder identifizieren noch dessen Konzentration bestimmen. Dafür ist eine spezifische chemische Analyse erforderlich.

Kann man Arsen durch Abkochen entfernen?

Nein. Abkochen entfernt Arsen nicht zuverlässig. Durch Wasserverlust beim längeren Kochen kann die Konzentration im verbleibenden Wasser sogar steigen.

Entfernt Aktivkohle Arsen?

Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter ist nicht automatisch ein geeigneter Arsenfilter. Spezielle Adsorptionsmaterialien können dagegen gezielt für die Arsenreduktion ausgelegt werden.

Kann Umkehrosmose Arsen reduzieren?

Ja. Geeignete Umkehrosmosesysteme können Arsen reduzieren. Wie hoch die tatsächliche Rückhaltung ist, hängt jedoch von der Arsenform, der Membran, der Wasserzusammensetzung und dem konkreten System ab.

Entfernt jede Osmoseanlage Arsen?

Eine pauschale Aussage ist nicht zulässig. Für ein konkretes Gerät sollte geprüft werden, ob eine produktspezifische Arsenreduktion nach einem geeigneten Standard nachgewiesen wurde.

Was bedeutet „Pentavalent Arsenic Reduction“?

Damit wird eine geprüfte Reduktion von fünfwertigem Arsen beziehungsweise Arsen(V) unter definierten Bedingungen bezeichnet. Der Claim darf nicht automatisch auf jede andere Arsenform übertragen werden.

Ist Arsen im deutschen Leitungswasser häufig?

Deutsches Leitungswasser sollte nicht pauschal als arsenbelastet dargestellt werden. Ob Arsen für ein Versorgungsgebiet relevant ist, hängt insbesondere von der verwendeten Wasserressource und der lokalen Geologie ab.

Wie erfahre ich den Arsenwert meines Wassers?

Bei öffentlicher Wasserversorgung sollte zunächst die Trinkwasseranalyse des örtlichen Wasserversorgers geprüft werden. Bei einer individuellen Fragestellung kann zusätzlich eine geeignete Laboranalyse durchgeführt werden.

Fazit: Arsen muss spezifisch gemessen und gezielt behandelt werden

Arsen unterscheidet sich deutlich von Parametern wie Wasserhärte oder TDS. Bereits sehr niedrige Konzentrationen werden gesetzlich reguliert und eine zuverlässige Bestimmung erfordert spezifische Analytik.

Deutschland verschärft den Arsengrenzwert schrittweise von 10 auf 4 µg/l. Für neue Wasserversorgungsanlagen greift der niedrigere Wert ab Januar 2028, für sämtliche Anlagen ab Januar 2036.

Gleichzeitig sollte das Thema nicht für pauschales Angst-Marketing verwendet werden. Eine theoretisch mögliche Arsankontamination bedeutet nicht, dass das Leitungswasser eines konkreten Haushalts problematisch belastet ist.

Die richtige Reihenfolge lautet:

  1. tatsächliche Wasserwerte feststellen,
  2. gegebenenfalls Arsen spezifisch analysieren,
  3. Arsenform und Konzentration berücksichtigen,
  4. geeignete Aufbereitung auswählen,
  5. produktspezifische Leistungsnachweise prüfen.

Umkehrosmose gehört zu den relevanten Technologien zur Arsenreduktion. Die entscheidende Frage lautet jedoch nicht: „Kann Umkehrosmose grundsätzlich Arsen reduzieren?“

Entscheidend ist: „Welche Arsenform reduziert das konkrete System unter welchen Prüfbedingungen und mit welcher nachgewiesenen Leistung?“

Quellen und weiterführende Informationen