Август 2026
Chrom im Trinkwasser: Grenzwert, Chrom III und Chrom VI erklärt
Chrom im Trinkwasser kann natürlichen Ursprungs sein oder durch menschliche Aktivitäten in Wasserressourcen gelangen. Für die gesundheitliche und technische Bewertung reicht die Bezeichnung „Chrom“ allein jedoch nicht immer aus: Besonders wichtig ist die Unterscheidung zwischen Chrom(III) und Chrom(VI).
In Deutschland gilt derzeit für den Trinkwasserparameter Chrom ein Grenzwert von 0,025 mg/l beziehungsweise 25 µg/l. Ab dem 12. Januar 2030 wird dieser Grenzwert deutlich auf 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l abgesenkt.
Kurz erklärt
Für Chrom gilt im deutschen Trinkwasser derzeit ein Grenzwert von 25 µg/l. Ab dem 12. Januar 2030 sinkt er auf 5 µg/l. Die Trinkwasserverordnung unterscheidet beim gesetzlichen Grenzwert nicht separat zwischen Chrom III und Chrom VI, sondern regelt den Parameter Chrom. Chrom VI ist toxikologisch relevanter als Chrom III. Eine zuverlässige Bestimmung erfordert geeignete analytische Verfahren. Ein TDS-Messgerät kann Chrom nicht spezifisch erkennen. Umkehrosmose gehört zu den technischen Verfahren, mit denen Chromverbindungen reduziert werden können.
Stand: 19. August 2026
Autor: BEM AQUA Redaktion
Was ist Chrom?
Chrom ist ein chemisches Element mit dem Symbol Cr und der Ordnungszahl 24. Es kommt natürlicherweise in Gesteinen, Böden und mineralischen Lagerstätten vor.
Gleichzeitig besitzt Chrom große technische Bedeutung und wird unter anderem bei der Herstellung bestimmter Legierungen, bei metallischen Oberflächen und in verschiedenen industriellen Prozessen verwendet.
Dadurch kann Chrom sowohl aus natürlichen als auch aus menschlich verursachten Quellen in die Umwelt und unter bestimmten Bedingungen in Wasser gelangen.
Wie gelangt Chrom ins Wasser?
Die WHO unterscheidet natürliche und anthropogene Eintragsquellen.
Natürliche Quellen
Chromhaltige Mineralien können Bestandteil von Gesteinen und Böden sein. Durch natürliche Verwitterungs- und Lösungsprozesse können geringe Mengen in Grund- oder Oberflächenwasser gelangen.
Menschliche Einträge
Höhere lokale Belastungen können beispielsweise mit industriellen Tätigkeiten, belasteten Standorten oder der Entsorgung chromhaltiger Stoffe zusammenhängen.
Ob Chrom für eine bestimmte Trinkwasserressource relevant ist, hängt deshalb stark von Geologie, Einzugsgebiet und möglichen lokalen Belastungsquellen ab.
Wie hoch ist der Grenzwert für Chrom im Trinkwasser?
Der deutsche Chromgrenzwert wird in den kommenden Jahren deutlich verschärft.
Die Absenkung von 25 auf 5 µg/l bedeutet eine erhebliche Verschärfung der deutschen Trinkwasseranforderungen.
Gilt der Grenzwert von 25 µg/l speziell für Chrom VI?
Nein.
Die deutsche Trinkwasserverordnung nennt als chemischen Parameter „Chrom“. Sie definiert an dieser Stelle keinen separaten gesetzlichen Grenzwert ausschließlich für Chrom(VI).
Aussagen wie: „Der deutsche Grenzwert für Chrom VI beträgt 25 µg/l“ sind deshalb nicht exakt.
Korrekt ist: Der derzeitige Grenzwert für den Trinkwasserparameter Chrom beträgt 25 µg/l und sinkt ab Januar 2030 auf 5 µg/l.
Was ist Chrom III?
Chrom(III) bezeichnet Chrom in der Oxidationsstufe +3. Es wird auch als dreiwertiges Chrom oder Cr(III) bezeichnet.
Chrom(III) besitzt andere chemische Eigenschaften als Chrom(VI) und verhält sich auch hinsichtlich Löslichkeit, biologischer Aufnahme und Toxizität unterschiedlich.
Die Unterscheidung zwischen den beiden Formen ist deshalb für die gesundheitliche Bewertung und die Wasseraufbereitung relevant.
Was ist Chrom VI?
Chrom(VI) bezeichnet Chrom in der Oxidationsstufe +6. Es wird auch als sechswertiges Chrom oder Cr(VI) bezeichnet.
In Wasser kann sechswertiges Chrom insbesondere in Form von Chromat beziehungsweise verwandten gelösten Spezies auftreten.
Chrom(VI) ist toxikologisch deutlich relevanter als Chrom(III). Nach Angaben der WHO kann Chrom(VI) Zellmembranen leichter passieren, während Chrom(III) wesentlich schlechter aufgenommen wird.
Chrom III und Chrom VI im Vergleich
Kann Chrom III zu Chrom VI werden?
Ja. Unter bestimmten chemischen Bedingungen können sich verschiedene Oxidationsstufen von Chrom ineinander umwandeln.
Ob dies geschieht, hängt unter anderem von:
- Redoxbedingungen,
- pH-Wert,
- vorhandenen Oxidations- beziehungsweise Reduktionsmitteln,
- weiteren Bestandteilen des Wassers
ab.
Die chemische Form von Chrom ist deshalb nicht zwangsläufig über den gesamten Wasserweg unverändert.
Warum ist Chrom VI gesundheitlich besonders relevant?
Die Toxizität von Chrom hängt stark von seiner Oxidationsstufe ab. Die WHO beschreibt Chrom(VI) als toxischer als Chrom(III).
Chrom(VI)-Verbindungen sind insbesondere aufgrund beruflicher inhalativer Expositionen als krebserzeugend für Menschen bekannt.
Bei der Aufnahme über Trinkwasser ist die wissenschaftliche Bewertung differenzierter. Direkte Humandaten zur Krebsentstehung durch orale Trinkwasserexposition sind begrenzt. Tierexperimentelle Langzeitstudien mit Chrom(VI) zeigten jedoch Tumore im Verdauungstrakt.
Die WHO berücksichtigt deshalb bei der Ableitung ihres Trinkwasserleitwertes sowohl nicht-krebserzeugende als auch krebserzeugende Endpunkte.
Wichtig zur gesundheitlichen Einordnung
Der Nachweis einer sehr geringen Chromkonzentration bedeutet nicht automatisch eine akute Gesundheitsgefahr. Für die Bewertung sind Konzentration, Chromform, Aufnahmemenge und Expositionsdauer entscheidend. Gesetzliche Grenzwerte dienen dem vorsorgenden Schutz bei langfristiger Trinkwassernutzung.
Welchen Chrom-Leitwert verwendet die WHO?
Die Weltgesundheitsorganisation verwendet für Gesamtchrom einen Trinkwasserleitwert von 50 µg/l.
Der Leitwert bezieht sich auf Gesamtchrom und nicht ausschließlich auf Chrom(VI).
Deutschland verwendet bereits derzeit mit 25 µg/l einen niedrigeren Grenzwert und verschärft ihn ab Januar 2030 auf 5 µg/l.
Warum verwendet die WHO einen Wert für Gesamtchrom?
Die getrennte analytische Bestimmung verschiedener Chromspezies ist technisch anspruchsvoller als die Bestimmung des Gesamtchromgehalts.
Die WHO legt ihren Leitwert deshalb für Gesamtchrom fest und berücksichtigt dabei auch analytische und aufbereitungstechnische Gesichtspunkte.
Ist Chrom im deutschen Leitungswasser ein allgemeines Problem?
Nein. Deutsches Leitungswasser sollte nicht pauschal als chrombelastet dargestellt werden.
Wasser aus der öffentlichen Versorgung unterliegt der Trinkwasserverordnung und der entsprechenden Überwachung.
Ob Chrom für ein konkretes Versorgungsgebiet relevant ist, hängt unter anderem von der verwendeten Wasserressource, der örtlichen Geologie und möglichen industriellen beziehungsweise historischen Belastungsquellen ab.
Stammt Chrom häufig aus der Hausinstallation?
Im Gegensatz zu Blei, Kupfer und Nickel wird Chrom in der Trinkwasserverordnung den Parametern zugeordnet, deren Konzentration sich im Verteilungsnetz einschließlich der Trinkwasserinstallation in der Regel nicht mehr erhöht.
Das bedeutet nicht, dass Werkstoffe bei jeder denkbaren Situation vollständig irrelevant sind. Für die systematische Trinkwasserbewertung liegt der Schwerpunkt bei Chrom jedoch stärker auf Rohwasser, Wasseraufbereitung und möglichen Umwelt- beziehungsweise Eintragsquellen.
Kann man Chrom im Wasser sehen?
Nein.
Trinkwasserrelevante Konzentrationen gelöster Chromverbindungen lassen sich nicht zuverlässig anhand der Klarheit oder Farbe des Wassers erkennen.
Klares Wasser ist deshalb kein Nachweis dafür, dass kein Chrom vorhanden ist.
Kann man Chrom im Trinkwasser schmecken oder riechen?
Geschmack und Geruch sind ebenfalls keine geeigneten Methoden zur Beurteilung, ob der gesetzliche Chromgrenzwert eingehalten wird.
Für eine quantitative Beurteilung ist eine geeignete chemische Analyse notwendig.
Wie wird Chrom im Trinkwasser gemessen?
Für die Bestimmung von Chrom stehen empfindliche instrumentelle Analyseverfahren zur Verfügung. Gesamtchrom und einzelne Chromspezies sind dabei unterschiedliche analytische Fragestellungen.
Je nach Untersuchungsziel kann bestimmt werden:
- Gesamtchrom,
- Chrom(VI),
- Chrom(III) und Chrom(VI) getrennt.
Soll ein gesetzlicher Trinkwasserwert beurteilt oder eine einzelne Chromform untersucht werden, muss das gewählte Analyseverfahren genau zur Fragestellung passen.
Kann ein TDS-Messgerät Chrom messen?
Nein.
Ein handelsübliches TDS- beziehungsweise EC-Messgerät bestimmt hauptsächlich die elektrische Leitfähigkeit des Wassers.
Daraus wird ein geschätzter Gesamtwert für gelöste ionische Stoffe berechnet.
Das Gerät kann nicht unterscheiden, ob der Messwert beispielsweise verursacht wird durch:
- Calcium,
- Magnesium,
- Natrium,
- Chlorid,
- Nitrat,
- Chromverbindungen,
- andere gelöste Ionen.
Noch weniger kann ein TDS-Messgerät zwischen Chrom(III) und Chrom(VI) unterscheiden.
Merksatz
Ein niedriger TDS-Wert ist kein Chromtest. Weder Gesamtchrom noch Chrom VI können mit einem einfachen TDS- beziehungsweise EC-Messgerät spezifisch bestimmt werden.
Geräte zur orientierenden Messung von TDS und elektrischer Leitfähigkeit finden Sie unter Wassertester. Diese Geräte ersetzen keine spezifische Chromanalyse.
Kann man Chrom durch Abkochen entfernen?
Nein. Einfaches Abkochen ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung gelöster Chromverbindungen.
Abkochen eignet sich vor allem zur Inaktivierung von Mikroorganismen. Gelöste chemische Stoffe werden dadurch nicht automatisch entfernt.
Wird beim längeren Kochen Wasser verdampft, können nichtflüchtige gelöste Stoffe im verbleibenden Wasser sogar stärker konzentriert werden.
Welche Verfahren können Chrom aus Wasser reduzieren?
Die geeignete Aufbereitung hängt insbesondere davon ab, welche Chromform vorliegt und wie hoch die Konzentration ist.
Die WHO nennt unter anderem:
- konventionelle Aufbereitung mit Koagulation und Filtration,
- Adsorption an Eisenoxiden,
- Ionenaustausch,
- Nanofiltration,
- Umkehrosmose.
Dabei können sich Chrom(III) und Chrom(VI) deutlich unterschiedlich verhalten.
Warum ist Chrom VI schwieriger mit klassischer Wasseraufbereitung zu entfernen?
Chrom(VI) liegt unter vielen Trinkwasserbedingungen in gut löslichen Formen vor. Dadurch lässt es sich mit herkömmlicher Koagulation und Filtration nicht genauso einfach entfernen wie Chrom(III).
Ein etabliertes technisches Prinzip besteht deshalb darin, Chrom(VI) zunächst zu Chrom(III) zu reduzieren.
Anschließend kann das dreiwertige Chrom beispielsweise durch geeignete Fällungs- und Filtrationsverfahren besser entfernt werden.
Entfernt Aktivkohle Chrom?
Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter sollte nicht pauschal als Chrom- oder Chrom-VI-Filter betrachtet werden.
Aktivkohle eignet sich insbesondere zur Adsorption verschiedener organischer Verbindungen sowie geruchs- und geschmacksbeeinflussender Stoffe.
Für Chrom werden unter anderem speziell ausgelegte Adsorptionsmaterialien, Ionenaustauscher oder Membranverfahren eingesetzt.
Entscheidend ist deshalb die nachgewiesene Leistung des konkreten Filtermaterials.
Kann Ionenaustausch Chrom reduzieren?
Ja. Geeignete Ionenaustauschverfahren können zur Chromreduktion eingesetzt werden.
Besonders für Chrom(VI) können entsprechend ausgelegte Anionenaustauscher technisch relevant sein.
Die Leistungsfähigkeit hängt unter anderem von Wasserchemie, konkurrierenden Ionen, Harztyp und Beladungszustand ab.
Kann Umkehrosmose Chrom reduzieren?
Ja. Umkehrosmose gehört zu den technisch relevanten Verfahren zur Chromreduktion.
Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine semipermeable Membran geführt. Zahlreiche gelöste Ionen und weitere Stoffe werden dabei bevorzugt zurückgehalten.
Die WHO nennt Umkehrosmose ausdrücklich als geeignetes Aufbereitungsverfahren für Chrom im Wasser.
Einen Überblick über entsprechende Systeme zur Wasseraufbereitung finden Sie unter Osmoseanlagen.
Kann Umkehrosmose Chrom VI reduzieren?
Ja. Geeignete Umkehrosmosesysteme können auch Chrom(VI) reduzieren.
Das zeigt unter anderem der Standard NSF/ANSI 58. Er sieht einen eigenen optionalen Prüfclaim für Chromium (Hexavalent) Reduction vor.
Zusätzlich existiert ein separater Claim für die Reduktion von dreiwertigem Chrom.
Damit werden die beiden Chromformen bei der produktspezifischen Prüfung bewusst getrennt betrachtet.
Was bedeutet NSF/ANSI 58 bei Chrom?
NSF/ANSI 58 ist ein Standard für Point-of-Use-Umkehrosmosesysteme.
Die Reduktion der gesamten gelösten Stoffe beziehungsweise TDS gehört zu den grundlegenden Leistungsanforderungen.
Zusätzlich können konkrete Stoffreduktionsclaims geprüft werden.
Für Chrom nennt NSF unter anderem:
- Chromium (Hexavalent) Reduction
- Chromium (Trivalent) Reduction
Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes nach NSF/ANSI 58 geprüfte Gerät automatisch beide Chromclaims besitzt.
Entscheidend ist immer die konkrete Zertifizierung beziehungsweise das Leistungsdatenblatt des jeweiligen Systems.
Entfernt jede Osmoseanlage 99 Prozent Chrom?
Nein. Eine pauschale Prozentangabe ist ohne produktspezifische Prüfung nicht belastbar.
Die tatsächliche Rückhaltung kann unter anderem beeinflusst werden durch:
- Chromform,
- Membrantyp,
- pH-Wert,
- Wasserdruck,
- Wassertemperatur,
- Ausgangskonzentration,
- weitere Wasserinhaltsstoffe,
- Zustand der Membran,
- gesamte Anlagenkonstruktion.
Deshalb sollte für ein konkretes BEM-AQUA-System nur dann eine prozentuale Chromreduktion angegeben werden, wenn entsprechende Prüfdaten vorliegen.
Was passiert mit Chrom bei der Umkehrosmose?
Umkehrosmose zerstört das chemische Element Chrom nicht. Das Verfahren trennt den Wasserstrom.
Kann der TDS-Wert zeigen, ob Chrom entfernt wurde?
Nicht spezifisch.
Ein deutlich niedrigerer TDS-Wert hinter einer RO-Membran zeigt, dass die Konzentration vieler leitfähiger gelöster Stoffe insgesamt reduziert wurde.
Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten:
- wie hoch die Chromkonzentration vor der Membran war,
- wie hoch sie nach der Membran ist,
- ob Chrom III oder Chrom VI vorliegt,
- welche prozentuale Chromreduktion erreicht wurde.
Für einen echten Chromreduktionsnachweis müssen Zulauf- und aufbereitetes Wasser mit einer geeigneten Chromanalytik untersucht werden.
Was tun, wenn ein erhöhter Chromwert gemessen wurde?
-
Analyseergebnis prüfen.
Klären Sie, ob Gesamtchrom oder eine bestimmte Chromspezies bestimmt wurde. -
Wert mit dem geltenden Grenzwert vergleichen.
Bis Januar 2030 gilt 25 µg/l, anschließend 5 µg/l. -
Wasserversorger beziehungsweise zuständige Stelle kontaktieren.
Bei einer öffentlichen Wasserversorgung sollte geklärt werden, ob die Belastung auch im Versorgungswasser festgestellt wurde. -
Ursache untersuchen.
Geologie, Rohwasser und lokale industrielle Belastungen können eine Rolle spielen. -
Bei Bedarf Chrom VI separat untersuchen.
Aufgrund der unterschiedlichen toxikologischen Bedeutung kann eine Speziation zusätzliche Informationen liefern. -
Geeignete Aufbereitung auswählen.
Ein Filter sollte anhand seiner tatsächlich geprüften Chromreduktion gewählt werden.
Was gilt bei einem privaten Brunnen?
Bei einer privaten Eigenwasserversorgung hängt die Wasserqualität unmittelbar von der lokalen Geologie, möglichen Umweltbelastungen und dem Zustand des Brunnens ab.
Besteht aufgrund der örtlichen Situation ein konkreter Chromverdacht, sollte das Wasser spezifisch analysiert werden.
Ein TDS-Wert oder eine optische Prüfung des Wassers reicht dafür nicht aus.
Bei einem auffälligen Ergebnis sollte ein Aufbereitungskonzept anhand der tatsächlichen Chromform und der gesamten Wasserzusammensetzung ausgelegt werden.
Braucht jeder Haushalt wegen Chrom eine Osmoseanlage?
Nein.
Die Tatsache, dass Chrom gesetzlich reguliert wird, bedeutet nicht, dass jedes deutsche Leitungswasser relevante Chromkonzentrationen besitzt.
Ein sinnvoller Entscheidungsweg lautet:
- Wasserwerte des Versorgers prüfen.
- Bei konkretem Verdacht Chrom gezielt analysieren.
- Messwert fachlich einordnen.
- Bei Bedarf zwischen Gesamtchrom und Chrom VI unterscheiden.
- Geeignetes Aufbereitungsverfahren auswählen.
- Produktspezifische Reduktionsleistung prüfen.
Chromfilter oder Umkehrosmose: Was ist besser?
Das hängt von Wasserzusammensetzung, Chromform und gewünschtem Aufbereitungsziel ab.
Spezialisierte Ionenaustauscher beziehungsweise Adsorptionsmaterialien können für eine gezielte Chromreduktion sehr sinnvoll sein.
Umkehrosmose besitzt dagegen den Vorteil, gleichzeitig zahlreiche unterschiedliche gelöste Stoffe zu reduzieren.
Entscheidend sind deshalb:
- Gesamtchromkonzentration,
- Anteil von Chrom VI,
- weitere Wasserinhaltsstoffe,
- benötigte Wassermenge,
- Wartungsaufwand,
- nachgewiesene Filterleistung.
Umkehrosmose zur gezielten Wasseraufbereitung
Umkehrosmose kann zahlreiche gelöste Stoffe und auch verschiedene Chromformen reduzieren. Bei konkreten Chromclaims ist jedoch immer die nachgewiesene Leistung des jeweiligen Systems entscheidend.
Osmoseanlagen vergleichenHäufige Fragen zu Chrom im Trinkwasser
Wie hoch ist der Grenzwert für Chrom im Trinkwasser?
Bis zum Ablauf des 11. Januar 2030 gilt in Deutschland ein Grenzwert von 0,025 mg/l beziehungsweise 25 µg/l. Ab dem 12. Januar 2030 gilt 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l.
Welcher Chromgrenzwert gilt ab 2030?
Ab dem 12. Januar 2030 beträgt der deutsche Grenzwert für Chrom 0,005 mg/l beziehungsweise 5 µg/l.
Ist der deutsche Grenzwert ein Chrom-VI-Grenzwert?
Nein. Die Trinkwasserverordnung regelt den Parameter Chrom. Sie nennt an dieser Stelle keinen separaten gesetzlichen Grenzwert ausschließlich für Chrom VI.
Was ist der Unterschied zwischen Chrom III und Chrom VI?
Chrom III ist dreiwertiges Chrom, Chrom VI sechswertiges Chrom. Beide Formen unterscheiden sich deutlich hinsichtlich chemischer Eigenschaften, Aufnahme im Körper und toxikologischer Bedeutung.
Welche Chromform ist problematischer?
Chrom VI ist toxikologisch relevanter als Chrom III. Deshalb ist die Unterscheidung der beiden Formen bei bestimmten Fragestellungen wichtig.
Ist Chrom VI krebserregend?
Chrom-VI-Verbindungen sind insbesondere bei inhalativer Exposition als krebserzeugend für Menschen bekannt. Für die orale Trinkwasserexposition ist die wissenschaftliche Bewertung komplexer. Die WHO berücksichtigt dabei unter anderem Ergebnisse langfristiger Trinkwasserstudien an Tieren.
Kann man Chrom im Wasser schmecken?
Nein. Geschmack, Geruch und Aussehen eignen sich nicht zur zuverlässigen Beurteilung der Chromkonzentration.
Kann ein TDS-Messgerät Chrom messen?
Nein. Ein TDS-Messgerät kann weder Gesamtchrom noch Chrom III oder Chrom VI spezifisch bestimmen.
Kann man Chrom durch Abkochen entfernen?
Nein. Einfaches Abkochen ist kein geeignetes Verfahren zur Entfernung gelöster chemischer Stoffe wie Chrom.
Entfernt Aktivkohle Chrom?
Ein gewöhnlicher Aktivkohlefilter besitzt nicht automatisch eine nachgewiesene Chromreduktion. Für Chrom werden unter anderem spezielle Adsorptionsmaterialien, Ionenaustausch und Membranverfahren eingesetzt.
Kann Umkehrosmose Chrom reduzieren?
Ja. Umkehrosmose gehört zu den technisch geeigneten Verfahren zur Chromreduktion. Die konkrete Leistung muss jedoch für das jeweilige System betrachtet werden.
Kann Umkehrosmose Chrom VI reduzieren?
Geeignete Umkehrosmosesysteme können Chrom VI reduzieren. NSF/ANSI 58 enthält hierfür einen eigenen optionalen Prüfclaim für sechswertiges Chrom.
Gibt es auch einen Prüfclaim für Chrom III?
Ja. NSF/ANSI 58 enthält zusätzlich einen eigenen optionalen Claim für die Reduktion von dreiwertigem Chrom.
Entfernt jede Osmoseanlage Chrom zu 99 Prozent?
Nein. Eine konkrete Prozentangabe muss für das jeweilige System unter definierten Bedingungen nachgewiesen werden.
Kann ich über den TDS-Wert prüfen, ob Chrom entfernt wurde?
Nein. Ein niedrigerer TDS-Wert zeigt eine allgemeine Reduktion vieler gelöster ionischer Stoffe, liefert aber keine quantitative Aussage über Chrom.
Wo finde ich den Chromwert meines Leitungswassers?
Bei öffentlicher Wasserversorgung sollte zunächst die aktuelle Trinkwasseranalyse des örtlichen Wasserversorgers geprüft werden. Bei einer konkreten Fragestellung kann zusätzlich eine geeignete Laboranalyse sinnvoll sein.
Fazit: Chrom III und Chrom VI dürfen nicht gleichgesetzt werden
Chrom gehört zu den chemischen Parametern der deutschen Trinkwasserverordnung. Der derzeitige Grenzwert von 25 µg/l wird ab Januar 2030 deutlich auf 5 µg/l abgesenkt.
Für eine fachliche Bewertung ist besonders wichtig: Chrom ist nicht gleich Chrom.
Chrom(III) und Chrom(VI) unterscheiden sich in ihren chemischen Eigenschaften und ihrer toxikologischen Relevanz deutlich.
Gleichzeitig gilt in Deutschland kein separater Trinkwassergrenzwert ausschließlich für Chrom VI. Die Trinkwasserverordnung regelt den Parameter Chrom.
Für Verbraucher ergibt sich daraus eine klare Vorgehensweise:
- Wasserwerte prüfen.
- Bei konkretem Verdacht Chrom spezifisch analysieren.
- Bei Bedarf zwischen Chrom III und Chrom VI unterscheiden.
- Keine Rückschlüsse aus TDS, Geschmack oder Wasserfarbe ziehen.
- Filtertechnik anhand der tatsächlich geprüften Leistung auswählen.
Umkehrosmose gehört zu den wirksamen Technologien zur Chromreduktion. NSF/ANSI 58 ermöglicht sogar getrennte produktspezifische Prüfclaims für drei- und sechswertiges Chrom.
Für BEM AQUA sollte deshalb nicht die pauschale Aussage „Osmose entfernt Chrom“ im Vordergrund stehen.
Fachlich belastbarer ist: „Welche Chromform reduziert das konkrete System unter welchen Bedingungen und mit welcher nachgewiesenen Leistung?“